Yellowstone Nationalpark in Wyoming, USA

Der Morning-Glory-Pool im Yellowstone Nationalpark, Wyoming, USA - © James Camel / franks-travelbox
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Der Yellowstone Nationalpark im Nordwesten der USA liegt auf dem Krater eines Supervulkans, der sich in Form von unzähligen Geysiren, heißen Quellen und blubbernden Schlammpools bemerkbar macht. Darüber hinaus sorgen der Yellowstone River und Canyon, die Ausläufer der Rocky Mountains und die Vielfalt der Wildtierarten für ein einzigartiges Naturerlebnis.

Der Yellowstone Nationalpark im amerikanischen Bundesstaat Wyoming ist nicht nur einer der bekanntesten und beliebtesten Nationalparks sondern mit seiner Gründung um Jahr 1872 auch der erste und damit älteste Nationalpark der Welt. Seit 1978 gehört er zu den UNESCO Weltnaturerbestätten.

BILDER: Yellowstone Nationalpark

 

Der erste Nationalpark der Welt

Anfang des 19. Jahrhunderts durch sein unwegsames Gelände von Weißen noch dünn besiedelt, verdrängten Pelzjäger, Goldsucher und Siedler dennoch nach und nach die dort ansässigen Indianer sowie Tiere und Pflanzen. In Washington D.C. hatte das Gebiet wegen seiner 10.000 heißen Quellen, darunter 3.000 Geysire für Aufsehen gesorgt und der Ruf wurde laut, diese Naturwunder zu schützen. Die Northern Pacific Railroad kämpfte ebenfalls dafür, um ihre Eisenbahnlinie auslasten zu können. So unterzeichnete US-Präsident Ulysses S. Grant am 1. März 1872 das Gesetz zur Gründung des ersten Nationalparks weltweit, der jedoch (noch) nicht den Naturschutz als erstes Motiv hatte, sondern eher das Vergnügen und die Erholung des Volkes.

Der Yellowstone Nationalpark im Nordwesten der USA wurde im Jahr 1872 als erster Nationalpark der Welt gegründet - © James Camel / franks-travelbox.com
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Da dem Park keine öffentlichen Gelder zur Verfügung gestellt wurden, nahm sich der Intendant Philetus Walter Norris der Vermarktung des Parks an, den er mit Freifahrten von New York City aus ganz im Stile der Buffalo Bill-Show aufzog. Die Besucher gingen jedoch nicht sehr schonend mit dem Park um, erst mit den „National Park Protection Act” 1894 konnte der Plünderung der natürlichen Ressourcen Einhalt geboten werden.

Das Klima im Yellowstone Nationalpark ist gemäßigt, die Jahresdurchschnittstemperaturen reichen von -13 bis 27°C Grad, vor allem im Sommer ist am Nachmittag immer wieder mit Gewitter zu rechnen.

Tipp: Auch wenn es nicht wirklich heiß ist, man darf nicht vergessen, dass der Yellowstone Nationalpark auf über 1.600m Höhe liegt – deshalb unbedingt Sonnenschutz verwenden!

BILDER: Geysire und heiße Quellen im Yellowstone

 

Der schlafende Vulkan des Yellowstone

Mit knapp 9.000km² gehört der Yellowstone Nationalpark zu den größten der USA. Er liegt mitten auf dem größten Supervulkan des amerikanischen Kontinents, dessen Kraterrand einen Durchmesser von 40km und eine Länge von 60km aufweist. Der Yellowstone-Vulkan ist verantwortlich für die allgegenwärtige vulkanische Aktivität im Yellowstone Nationalpark. Heiße Quellen und Geysire verwandeln die Landschaft vor allem entlang des östlichen South Loop in rauchenden und zischenden Kochtopf.

Blick auf den höchsten und bekanntesten Geysir - Old Faithful - im Yellowstone Nationalpark, USA - © James Camel / franks-travelbox
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Grundsätzlich sollte man auf jeden Fall mindestens drei volle Tage einplanen, um den Yellowstone Nationalpark in seiner vollen Pracht auskosten zu können. Allein für die Umgebung des Old Faithful, des höchsten und bekanntesten Geysirs im Park, braucht man einen Tag, um die beeindruckenden Wasserfontänen und farbenprächtigen Pools zu besuchen. Der Park ist in einen North- und South-Loop unterteilt und gut mit dem Auto zu erkunden. Ein sinnvoller erster Stop ist das Visitor Center zwischen West- und Süd-Einfahrt direkt beim Old Faithful. Dort kann man sich in einem hochinteressanten Museum erste Infos über die faszinierenden geologischen Besonderheiten des Parks holen und sich schon einmal vorsichtig mit dem Gedanken anfreunden, dass man mitten auf dem Krater eines riesigen Vulkans spazieren geht.

Unzählige Highlights des Yellowstone Nationalparks

Die Attraktionen des Yellowstone Parks sind genauso zahlreich wie vielfältig. Neben den bereits erwähnten Geysiren, heißen Quellen und blubbernden Schlammpools, gibt es noch die Mammoth Hot Springs mit ihren Kalkstein-Terassen am südlichen North Loop oder den Yellowstone- und Shoshone-Lake. Ebenfalls ein unglaubliches Fotomotiv ist der atemberaubende Yellowstone Canyon mit den eindrucksvollen Upper und Lower Falls in der Nähe von Canyon Village.

Mammoth Hot Springs

Mammoth Hot Springs ganz im Norden ist der Hauptverwaltungsort des Yellowstone Nationalparks und vor allem aufgrund seiner atemberaubenden Umgebung aus Kalksinter-Terrassen und heißen Quellen sehenswert. Die faszinierenden Sinterterrassen von Mammoth Hot Springs im Yellowstone Nationalpark entstehen durch das kalk- und mineralhaltige Wasser, welches aus den 70°C heißen Quellen austritt. Spätestens hier wird klar, woher der Yellowstone Nationalpark seinen Namen hat.

Die Mammoth Hot Springs mit ihren Kalkstein-Terassen am südlichen North Loop im Yellowstone Nationalpark, Wyoming, USA - © James Camel / franks-travelbox
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Die Form der Sinterterrassen bei Mammoth Hot Springs im Yellowstone Nationalpark hängt sowohl von der Wachstumsgeschwindigkeit der Mineralien als auch von der Fließrichtung des Wassers ab. Wie im Süden des Yellowstone Nationalparks färben auch im nördlichen Mammoth Hot Springs Bakterien, Algen und Mineralien die Landschaft in den vielfältigsten Farben, von Schneeweiß bis zu kräftigem Orange-Braun. Um die Kalksinter-Terrassen nicht zu beschädigen, werden die Besucher auf Holzstegen durch die bizarre Landschaft geführt.

BILDER: Mammoth Hot Springs im Yellowstone

 

 

Yellowstone Canyon

Die fantastische Landschaft des Yellowstone Canyons wirkt wie ein herrliches Gemälde, das die Natur auf unseren Planeten gezeichnet hat. Der knapp 400 Meter tiefe Canyon beherbergt auf einer Länge von knapp 40 Kilometern zahlreiche Aussichtspunkte und zwei spektakuläre Wasserfälle, die Upper Falls und die Lower Falls.

Im späten Frühjahr beläuft sich die Wassermenge der Lower Falls im Yellowstone Canyon auf rund 240.000 Liter pro Sekunde, USA - © James Camel / franks-travelbox.com
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Noch spektakulärer als die 33m hohen Upper Falls sind die Lower Falls, die nach Volumen gerechnet größten Wasserfälle der Rocky Mountains. Im späten Frühjahr beläuft sich die Wassermenge der Lower Falls auf rund 240.000 Liter pro Sekunde. Mit einer Höhe von 94 Metern sind die Lower Falls inoch dazu beinahe doppelt so hoch wie die berühmten Niagara-Fälle. Eine Aussichtsplattform direkt an der Kante bietet fantastische Ausblicke auf die Lower Falls im Yellowstone Canyon.

BILDER: Yellowstone Canyon

 

 

Wildlife im Yellowstone Nationalpark

Eine weitere Sehenswürdigkeit, der man im Yellowstone Park jederzeit über den Weg laufen kann – oder umgekehrt – sind die Wildtiere. An Menschen gewohnt, haben ganze Herden an Gabelböcken, Wapitis, Elchen und Bisons keine Scheu, ungeniert mitten über die Straße zu wandern und so den einen oder anderen Stau zu produzieren.

Die Bisons im Yellowstone Nationalpark haben keine Scheu, ungeniert mitten über die Straße zu wandern und so den einen oder anderen Stau zu produzieren, USA - © James Camel / franks-travelbox.com
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Auch immer wieder für Staus verantwortlich sind die heimischen Grizzlies und Schwarzbären. Park Ranger achten darauf, dass Autos, die an den Schaulustigen vorbei wollen, auch vorbei kommen, doch meistens bleibt man selbst stehen und schaut, was es denn da schon wieder Interessantes zu sichten gibt.

Tipp: Um die Tiere des Yellowstone-Nationalparks optimal beobachten zu können, muss unbedingt ein Fernglas und/oder ein leistungsstarkes Objektiv mit ins Gepäck. Das Schleppen zahlt sich in jedem Fall aus!

Neben den beeindruckenden Bisonherden sind im Yellowstone Nationalpark auch Wapiti-Hirsche, Elche, Wölfe, Kojoten, Pumas und Bären heimisch, USA - © James Camel / franks-travelbox.com
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Neben den Großtieren, die einem immer wieder über den Weg laufen, gibt es auch scheuere Bewohner, wie Kojoten, Waschbären, Wölfe, Pumas, Luchse, Dickhornschafe, Schneeziegen, Murmeltiere, Biber und natürlich die allgegenwärtigen Streifenhörnchen. Die Luft durchstreifen unter anderem Nashornpelikan, Bartkauz, Kanadakranich, Weißkopfseeadler, Habichte, Felsengebirgshühner, Fischadler, Wanderfalken und Trompeterschwäne, um nur einige zu nennen. Auch das Wasser ist reich bevölkert, vor allem die Yellowstone-Cutthroat-Forelle ist bei Anglern sehr beliebt.

Achtung: Unfälle mit Tieren passieren immer wieder. Erstens werden Tiere überfahren (im ganzen Park gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30mph, ca. 40km/h), andererseits gehen Parkbesucher oft zu sorglos mit den scheinbar zahmen Tieren um. Vor allem Bisons, die sich oft so schwerfällig, ruhig und harmlos gebärden, sind extrem unberechenbar und können innerhalb kürzester auf 50km/h beschleunigen, wenn sie sich bedroht fühlen. Dagegen hat man keine Chance. Deshalb immer einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten. Trotz der „Kuscheltier-Optik” sind es immer noch Wildtiere!

Der Yellowstone Nationalpark liegt auf einer Seehöhe von 1.600 Metern und wird daher hauptsächlich von Nadelwäldern bewachsen, USA - © James Camel / franks-travelbox.com
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Neben dem einfachen durchfahren und wirken lassen der Natur gibt es schier unendlich viele gebotene Aktivitäten im Yellowstone Nationalpark. Von Fischen und Bootstouren über Wandern und Radfahren bis hin zu Campen und Reiten ist hier so ziemlich alles möglich.

Auch bei einem Besuch von mehreren Wochen, wird einem in dieser Wunderwelt an spuckenden Löchern, dampfenden Pools, vorbeiziehenden Bisonherden, dahin gleitenden oder wild rauschenden Flüssen und endlosen Bergen und Wäldern nicht langweilig. Wer in der Nähe ist, MUSS den Yellowstone Nationalpark auf jeden Fall besuchen!

Weiterführende Links:

Offizielle Tourismus-Seite des Yellowstone Nationalparks (englisch)
Offizielle Seite des National Park Service mit allen Infos zu Eintrittspreisen und saisonabhängigen Aktivitäten (englisch)
Karte des Yellowstone Nationalpark auf Wikipedia (englisch)