Dreifaltigkeitssäule in Olomouc, Tschechien

Die Dreifaltigkeitssäule in Olomouc (Ölmütz) entstand in den Jahren 1716 bis 1745 als Dank für das Ende der zweijährigen Pestepidemie, Tschechien - © Kaetana / Shutterstock
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Die monumentale Dreifaltigkeitssäule in Olomouc (Ölmütz) auf dem Oberen Platz der Stadt ist die größte barocke Skulptur Mitteleuropas und erinnert an die Pestepidemie Anfang des 18. Jahrhunderts.

Die monumentale Dreifaltigkeitssäule in Olomouc (Ölmütz) prangt auf dem Oberen Platz der Stadt, die sich etwa 130km von Třebíč entfernt befindet. Als größte barocke Skulptur Tschechiens mit den meisten barocken Figuren in ganz Mitteleuropa erinnert sie an die Pestepidemie Anfang des 18. Jahrhunderts. Seit dem Jahr 2000 zählt die Dreifaltigkeitssäule zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die barocke Pestsäule in elegantem Anthrazit entstand in den Jahren 1716 bis 1745 als Dank für das Ende der zweijährigen Pestepidemie. Die Idee wurde vom Steinmetz Wenzel Render geboren, der auch das Design für die Säule entwarf, am Bau mitwirkte und sich an der Finanzierung beteiligte. Die Pestsäule wurde ausschließlich von Ölmützer Künstlern errichtet, womit die Dreifaltigkeitssäule gewissermaßen auch ein nationales Denkmal ist. Die Bildhauer waren Phillip Sattler, nach dessen Tod wurden die Arbeiten von Andreas Zahner übernommen.

Im September 1754 fand die feierliche Weihung der Säule statt, bei deren Zeremonie sogar Königin Maria Theresia und ihr Gatte Franz I. Stephan von Lothringen teilnahmen.

Die Dreifaltigkeitssäule in Olomouc (Ölmütz) ist die größte barocke Skulptur Tschechiens und erinnert an die Pestepidemie Anfang des 18. Jahrhunderts - © Kaetana / Shutterstock
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Die 35m hohe Dreifaltigkeitssäule befindet sich im Zentrum von Olomouc auf einem 15m messenden runden Plateau. Rund um die Plattform kann über einige Treppenstufen eine kleine Kapelle erreicht werden, die sich innerhalb der Dreifaltigkeitssäule befindet. In der Kapelle sind kunstvolle Reliefs mit Opferszenen mit Kain, Abel, Noah und Abraham, sowie der Tod Jesu zu sehen. In letzterem ist im Hintergrund nicht nur Jerusalem, sondern auch die Stadt Olomouc zu sehen.

Die Spitze der Dreifaltigkeitssäule zieren vergoldete Darstellungen des Herrn, Jeses Christus und des Heiligen Geistes in Form einer Taube (daher auch der Name Dreifaltigkeitssäule), die von Goldschmied Simon Forstner geschaffen wurden, darunter befindet sich der Erzengel Michael. Auf halber Höhe befindet sich eine weitere goldene Figurengruppe, die die Aufnahme der Jungfrau Maria in den Himmel darstellt.

Die goldene Kanonenkugel erinnert an die Beschädigung der Dreifaltigkeitssäule im Jahr 1758, als Olomouc von den Preußen belagert wurde.

Die übrigen Figuren und Reliefs an der Dreifaltigkeitssäule stellen die 12 Apostel, die drei Theologischen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung und 18 Heiligenfiguren dar, wie zum Beispiel Johannes Nepomuk, Wenzel von Böhmen, Antonius von Padua, der Heilige Florian und Adalbert von Prag.


Die kuriose Geschichte des John Sarkander

Die Statue von John Sarkander befindet sich auf der zweiten Stufe der Dreifaltigkeitssäule, zum Zeichen der Reinheit hält er eine Lilie in der Hand. Er war ein Priester, der zu Anfang des Dreißigjährigen Krieges in Olomouc zu Tode gefoltert wurde, weil er sich angeblich weigerte, sein Gelübde zu brechen. Nachdem an der Pestsäule nur Heilige angebracht waren und John Sarkander zum Zeitpunkte der Erbauung noch nicht einmal selig gesprochen war, war das Risiko der Bildhauer groß, die Figur an der Säule darzustellen. Die Seligsprechung erfolgte jedoch im Jahr 1859 und die Heiligsprechung durch Papst Johannes Paul II im Jahr 1995. Somit brauchen die Olmützer den Unbill des Heiligen Stuhls nicht mehr zu fürchten.