Blarney Castle, Irland

Das Blarney Castle liegt im gleichnamigen Dorf im Süden Irlands etwa neun Kilometer nördlich der irischen Stadt Cork - © Dan Breckwoldt / Shutterstock
© Dan Breckwoldt / Shutterstock

Im Blarney Castle im Norden Irlands verspricht der Blarney Stone Beredsamkeit für jeden der ihn küsst und im angrenzenden Park verbergen sich mystische Felsformationen und lauschige Gärten.

Das Blarney Castle liegt im gleichnamigen Dorf im Süden Irlands etwa neun Kilometer nördlich der irischen Stadt Cork.

Das Blarney Castle besteht bereits seit dem 10. Jahrhundert, im Jahr 1210 wurde die vormals hölzerne Burg durch das heutige steinerne Schloss ersetzt. 1446 wurde das Blarney Castle vom König von Munster, Dermot McCarthy vergrößert und zu seinem Familiensitz auserkoren. Kurzfristig wurde das Schloss von Oliver Cromwell erobert, nach seinem Tod ging das Blarney Castle aber wieder in den Familienbesitz der McCarthys. Vor dem Herzog von Malborough floh der McCarthy-Clan Ende des 17. Jahrhunderts nach Frankreich und in den nächsten 200 Jahren ging das Blarney Castle durch die Hände mehrerer Besitzer.

Besuch des Blarney Castle

Das Dorf Blarney, welches das Blarney Castle umgibt, ist völlig auf den Tourismus ausgerichtet. Seit dem 19. Jahrhundert kamen zahlreiche Besucher zum Blarney Castle, darunter auch Winston Churchill, ein Nachkomme vom Herzog von Malborough.

Vom Eingang bis zum tatsächlichen Schloss führt ein 800m langer Weg durch den malerischen Garten, der das Schloss umgibt. Nach etwa 5min taucht das majestätische Gemäuer aus der üppig grünen Landschaft Irlands auf. Im Gewölbe des Erdgeschoßes gibt es einige gut erhaltene Kaminzimmer zu besichtigen, dann geht es bereits über 120 Stufen verwinkelte Gänge hinauf auf die Mauer des „Towerhouse“. Die Außenwände sind nicht gerade perfekt gesichert und haben schon den einen oder anderen Schwindelanfall verursacht. Das nehmen die vielen Besucher jedoch gern in Kauf, sind sie doch nur aus einem Grund zum Blarney Castle gekommen.

Kissing the Blarney Stone

Der berühmte Blarney Stone kam im Jahr 1314 ins Blarney Castle. Cormac McCarthy unterstützte Robert the Bruce of Scotland mit 5.000 Mann in der Schlacht von Bannockburn gegen England. Nachdem der englische König Edward II. geschlagen war, wurde ihm zum Dank der „Stone of Destiny“ oder „Coronation Stone“ – der jetzige Blarney Stone – präsentiert, der angeblich die Hälfte des Steins von Scone ist, der von Kreuzrittern aus dem Heiligen Land mitgebracht wurde. Der Stein wurde sicher in der Burg verwahrte und war fortan Krönungsplatz der schottischen Könige. Blarney Stone wurde der Stein nach Dermont McCartyh, dem Lord von Blarney genannt, der einst durch faule Ausreden Königin Elizabeth I. ihre Steuerzahlungen verweigert hat, bis sie verärgert gemeint hat, genug von diesem Blarney zu haben. So entstand die Legend, dass man den Stein küssen muss, um die Gabe des freien Sprechens zu erlangen. Somit war der berühmte Stein bald weithin als „Stone of Eloquence“ („Stein der Redegewandtheit“) bekannt.

Der Blarney Stone im Blarney Castle in Irland verspricht Beredsamkeit für jeden der ihn küsst - © Thomas Barrat / Shutterstock
© Thomas Barrat / Shutterstock

Vor allem in der englischsprachigen Welt ist der Blarney Stone eine beliebte Touristenattraktion. Jährlich kommen an die 200.000 Touristen, um den Blarney Stone zu küssen. Das ist jedoch gar nicht so einfach, wie sich das anhört. Der Blarney Stone befindet sich in der Mauer des oberen Wehrgangs. Um seine Wirkung zu entfalten, muss man sich mit dem Rücken zur Wand stellen, nach hinten beugen und kopfüber den Blarney Stone küssen. Da es zwischen Boden der Burg und Blarney Stone 30 Meter in die Tiefe geht, gehört zur Erlangung der Beredsamkeit auch eine Portion Mut dazu.

Spaziergang durch den Blarney Garden

Hat man dem Blarney Stone seinen obligatorischen Kuss aufgedrückt, empfiehlt sich ein entspannender Spaziergang durch den Schlossgarten. Der Park um das Blarney Castle ist neben seiner üppigen Vegetation auch wegen der eindrucksvollen Felsformationen sehenswert. Durch den „Druidenkreis“, den dschungelartigen Farngarten und den „Poison Garden“ mit tödlichen Gewächsen aus aller Welt fließen murmelnde Bäche, die mit Cent-Münzen geradezu übersät sind.

Im Rock Close, einem kleinen Schlösschen, führen idyllische Spazierwege durch Wälder aus Eiben und Eichen, die mit einem mystischen Hauch von Druiden durchzogen sind. Die „Hexenhöhle“ und die „Wunschtreppe“ verbergen sich im Unterholz. Im Frühjahr verwandeln tausende Blüten den Garten des Blarney Castle in einen farbenprächtigen Teppich, im Herbst beeindrucken die Baumkronen in leuchtendem Orange, Rot und Gold.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Blarney Castle (englisch)

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