Butrint, Albanien

Schautafeln vor den freigelegten Gebäuden in Butrint erleichtern die Identifizierung der jahrhundertealten Bauten und liefern interessante Hintergrundinformationen, Albanien - © Pecold / Shutterstock
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Die historische Stadt Butrint befindet sich im Süden von Albanien und beeindruckt heute durch zahlreiche Ruinen aus der Römerzeit, unter anderem eine Akropolis, ein Aquädukt und ein Amphitheater.

Butrint, die historische Ruinenstadt im Süden Albaniens, liegt an einer wunderschönen Lagune auf einer Halbinsel an der Straße von Korfu und zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Albaniens. Seit 1992 zählt Butrint zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Das Gebiet rund um die Ausgrabungsstätte ist heute ein Nationalpark. Am besten erreicht man Butrint mit dem Auto, Taxi oder Bus von der Hafenstadt Saranda. Butrint liegt ungefähr 20 Kilometer südlich davon.

Tipp: Mückenschutzmittel nicht vergessen! Die Gegend rund um Butrint ist sehr sumpfig und es gibt Unmengen an fliegenden Plagegeistern.

Sehenswürdigkeiten in Butrint

Schaustücke im Museum von Butrint, das direkt unter der Akropolis liegt, Albanien - © Pecold / Shutterstock
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Für die Besichtigung der weitläufigen historischen Anlage von Butrint sollte man 2 bis 3 Stunden einkalkulieren. Schautafeln vor den freigelegten Gebäuden erleichtern die Identifizierung der jahrhundertealten Bauten und liefern interessante Hintergrundinformationen. Beim Eingang kann man auch nach einer Führung durch die Anlage fragen – diese ist separat zu bezahlen.

Das Amphitheater von Butrint bot ursprünglich bis zu 2.000 Zuschauern Platz. Die kreisrunde Bühne mit der halbrunden Tribüne ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke in Butrint. Es liegt direkt unter der Akropolis, dem zur Stadt gehörigen Burgberg, die seit 1930 ein Museum beherbergt, in der wertvolle Fundstücke von Butrint ausgestellt sind.

Das Aquädukt stammt aus der römischen Zeit und stellte über eine Länge von 12km die Wasserversorgung der damals schnell wachsenden Stadt sicher. Ebenso aus dem 5. Jahrhundert stammen das Baptisterium und die Basilika, die bis ins 16. Jahrhundert Bischofssitz von Butrint waren und heute noch durch ihren kunstvollen Mosaikboden beeindrucken. Aus dem 15. Jahrhundert stammt die dreieckige Festung.

Von den Venezianern erbaut verteidigte sie die damals primäre Einkommensquelle, die Fischfallen von Butrint. Ebenfalls noch gut erhalten ist das Löwentor, das einen der sechs Eingänge nach Butrint darstellt. Seinen Namen hat es von der kunstvollen Löwenfigur, die über dem Torbogen abgebildet ist.

Die Geschichte Butrints

Die Ursprünge von Butrint gehen ca. 3.000 Jahre zurück. Die Einwohner waren Illyrer und Griechen und die Stadt war damals schon für ihre heilenden Quellen berühmt und als Festspielort der Antike bekannt. Ab 228 v. Chr. nahm der römische Einfluss in Butrint immer mehr zu. Aus dieser Zeit stammen ein Aquädukt, ein römisches Bad und ein Forumskomplex. Unter römischer Herrschaft erlebte die Stadt ihre Blütezeit und verdoppelte ihre ursprüngliche Größe.

Blick von der Akropolis in Butrint auf die wunderschöne Lagune; die Insel im Hintergrund ist Korfu, Albanien - © Remy Musser / Shutterstock
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Im 4. Jahrhundert erfolgte dann die Christianisierung und Butrint wurde Bischofssitz. Bis zum 10. Jahrhundert erfuhr Butrint neuerlich einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung auf den anschließend ein langsamer aber andauernder Abstieg erfolgt. Ende des 14. Jahrhunderts nahmen die Venezianer die Stadt ein und errichteten hier einen Stützpunkt um die Straße von Korfu militärisch zu sichern.

Bis 1912 wechselten die Herrschaftsverhältnisse laufend zwischen den Venezianern und Osmanen, nur kurzzeitig unterbrochen durch ein paar Jahre französischer Vorherrschaft ab 1797. In dieser Zeit verfiel Butrint vollkommen und liegt heute abgeschieden und isoliert. 1928 startete der italienische Archäologe Luigi Maria Ugolini mit der Erforschung und Ausgrabung der Ruinen von Butrint. Die Ausgrabungen kamen aber – speziell in den Jahren des Kommunismus – nur schleppend voran.