Nationalpark Theth, Albanien

Der Nationalpark Teth bietet atemberaubende Wanderwege, unvergleichliche Ausblicke in die albanischen Alpen, schneebedeckte Gipfel und steil abfallende Hänge die in tiefen Tälern münden, Albanien - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Nationalpark Theth wurde nach dem winzigen Dorf Theth im Norden Albaniens benannt. Durch seine abgeschiedene Lage ist dort die unberührteste Naturlandschaft Albaniens zu finden.

Der Nationalpark Theth wurde 1976 gegründet und liegt im Norden Albaniens in den „Albanischen Alpen”. Namensgeber für den Nationalpark ist die Streusiedlung Theth, die sich über mehrere steile Hänge verteilt und sich durch die schwierige Erreichbarkeit ihre wildromantische Einzigartigkeit erhalten konnte. Der Nationalpark bietet alles was das Wanderherz begehrt. Atemberaubende Wanderwege durch das Gebirge, unvergleichliche Ausblicke in die albanischen Alpen, schneebedeckte Gipfel und steil abfallende Hänge, die in tiefe Täler münden.

Im Winter ist Theth wegen seiner Lage oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Die meisten Bewohner haben Theth wegen der mangelnden wirtschaftlichen Perspektiven mittlerweile verlassen. Während in den 80er Jahren noch bis zu 7.000 Menschen ganzjährig in Theth lebten, sind es heute nicht einmal mehr 100.

Hoffnungsschimmer für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation ist der langsam aufkeimende Wandertourismus. Mittlerweile gibt es markierte Wanderwege, Wegweiser, einen Wanderführer und präzises Kartenmaterial. Auch Bergführer gibt es. In Theth wurden mit Unterstützung der „Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit” in vielen Privathäusern Touristenunterkünfte mit Dusch- und Toiletteneinrichtungen errichtet. Damit ist der Grundstein für den Wandertourismus gelegt. In der Wanderszene – speziell der Osteuropas – wird Theth mittlerweile als Geheimtipp gehandelt. Im Sommer kann es dann schon einmal vorkommen dass es schwierig wird ein freies Zimmer zu ergattern.

Der Blutracheturm in Theth

Neben einer katholischen Kirche und einer alten Wassermühle ist das interessanteste Besichtungsobjekt in Theth der Blutracheturm. Die Blutrache war in dieser Gegend noch bis vor kurzem ein fixer Bestandteil der Kultur und alle Versuche sie auszurotten waren vergeblich. Angeblich gibt es im Norden Albaniens auch heute noch Familien, die nach dieser Tradition leben. Der Blutracheturm hatte den Zweck, dass männliche Familienmitglieder, die von der Blutrache betroffen waren sich hier verbarrikadieren und einschließen konnten, bis eine Versöhnung zwischen den Familien vereinbart war. In dieser Zeit konnten Sie den Turm nicht verlassen und wurden von den Frauen der Familie – Frauen waren von der Blutrache ausgenommen – mit Lebensmitteln versorgt. Schaurig!

Die leichte Piste nach Theth

Die Ortschaft Theth ist primär nur über eine unasphaltierte Piste über den 1630 m hohen Terthorja-Pass erreichbar und auch das nur in der schneefreien Jahreszeit. Ausgangspunkt ist die Stadt Shkodra – über Koplik geht es dann auf 65 Kilometern nach Theth. Rechnen Sie dafür mit vier bis fünf Stunden Fahrzeit und stellen Sie sich auf eine atemberaubende Fahrt mit unvergesslichen landschaftlichen Höhepunkten ein. Allradantrieb ist empfehlenswert. Sie können den gleichen Weg zurück nehmen.

Die Ortschaft Theth ist nur in der schneefreien Jahreszeit über eine unasphaltierte Piste mit tollen landschaftlichen Höhepunkten über den 1630 m hohen Terthorja-Pass erreichbar, Albanien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die schwierige Piste: Über das Kir-Tal nach Theth

Eine zweite Möglichkeit nach Theth zu kommen ist über das Kir-Tal, dabei ist ein Allradantrieb unbedingt erforderlich! Diese Route ist wieder ausgehend von der Stadt Shkodra ca. 85 Kilometer lang, allerdings nur mit einem Geländewagen mit Untersetzung und entsprechenden Fahrkenntnissen zu befahren. Dann aber ist es ein Leckerbissen besonderer Art. Stellen Sie sich darauf ein, dass sie stundenlang kein Fahrzeug treffen werden und rechnen Sie mit mindestens fünf bis sechs Stunden Fahrzeit. Wer mehrere Tage Zeit hat, dem sei empfohlen sich die Route aufzuteilen und die zahlreichen „wilden Campingplätze” zu nutzen um die Natur zu genießen. Unberührtere Natur werden Sie in ganz Albanien nicht finden.