Prespa-Nationalpark, Albanien, Griechenland und Mazedonien

Der Prespa-Nationalpark hat neben der atemberaubenden Natur auch Kirchen, Klöster und andere byzantinische, osmanische und christliche Baudenkmäler zu bieten, Mazedonien - © Panos / Fotolia
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Der Prespa-Nationalpark umschließt den Großen Prespasee in Mazedonien, einer der wertvollsten und artenreichsten Feuchtgebiete Europas.

Der Prespa Nationalpark befindet sich am Dreiländereck von Mazedonien, Albanien und Griechenland. In seinem Herzen liegen die unglaublich artenreichen Gewässer Kleiner und Großer Prespasee.

Der Große Prespasee umfasst eine Fläche von gut 270km2, ist bis zu 34km lang und 10km breit und liegt zu zwei Drittel in Mazedonien. Seine Ufer werden von einer Kette an hohen Bergen gesäumt und seine Oberfläche von mehreren Inseln gesprenkelt, deren größte als „Golem Grad” bezeichnet wird.

Lediglich eine schmale Landbrücke führt vom Großen Prespasee zum Kleinen Prespasee, der sich hauptsächlich auf griechischem Staatsgebiet befindet. Dieser liegt vier Meter höher als sein „großer Bruder” und gibt sein Wasser an ihn ab.

Der Prespa-Nationalpark bietet für eine Vielzahl an seltenen Tier- und Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum. Er zählt zu den wichtigsten Refugien und ökologisch wertvollsten Gebieten im gesamten Balkan. Eine Barben- und Forellenart lebt weltweit nur in diesen beiden Seen. Der Zwerg-Kormoran, der Rosa Pelikan und der Krauskopfpelikan sind nur drei der 260 Vogelarten, die an den Ufern der Prespa-Seen brüten. Die dichten Wälder werden von Braunbären, Wölfen, Gämsen und Wildschweinen bevölkert.

Initiative zum Schutz der Prespa-Seen

Das Gebiet um die beiden Prespaseen ist vor allem durch Überfischung, intensive Landwirtschaft und übermäßige Wasserabzapfung bedroht. Die Buchen und Steineichen aus den umliegenden Wäldern wurden großflächig zur Brennholzgewinnung illegal abgeholzt. Jahrtausendealte Wälder und damit wichtige Luftsäuberer fielen den Sägen und Äxten zum Opfer. Hier muss unter anderem auch an der Armut der Bevölkerung angesetzt werden, denn wer nichts zu essen hat, ist schnell versucht, mit illegal geschnittenen Brettern ein paar Euro zu verdienen oder mit einigen Fischen aus den geschützten Seen seinen Magen zu füllen.

Der Prespa Nationalpark im Dreiländereck von Mazedonien, Albanien und Griechenland mit seinen unglaublich artenreichen Gewässern Kleiner und Großer Prespasee, Mazedonien - © imagesef / Fotolia
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Seit 2010 steht der Prespa-Nationalpark verstärkt unter Schutz, um das empfindliche Ökosystem zu Land und zu Wasser wiederherzustellen und zu erhalten. Die Erklärung des Prespa-Nationalparks, des nahe gelegenen Galicica-Nationlparks und des benachbarten Ohrid-Sees zu einem streng geschützten Biosphären-Reservat ist noch in Verhandlung. Der albanische und der mazedonische Umweltminister haben für den Antrag an die UNESCO bereits unterzeichnet.

Besuch des Prespa Nationalparks

Der Prespa-Nationalpark kann über den Flughafen von Thessaloniki erreicht werden, die nächstgelegene Stadt ist Florina, von Thessaloniki sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug zu erreichen. Innerhalb des Nationalparks gibt es keine öffentlichen Transportmittel, Hotels, Tavernen, Bars und kleine Shops sind jedoch in den unzähligen kleinen Dörfern zu finden.

Neben der atemberaubenden Natur hat der Prespa-Nationalpark auch Kirchen, Klöster und andere byzantinische, osmanische und christliche Baudenkmäler zu bieten, die bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Der Duft von Bergkräutern und alpinen Wiesen schmeichelt der Nase und im Frühjahr sind die Hänge vom satten Gelb des blühenden Wundklees überzogen. Rund um die Seen schlängeln sich einige idyllische Wanderwege in die bis zu 2.000m hohe Bergwelt und zu den verschlafenen Dörfern, von denen einige verlassen sind. Am leichtesten zu erreichen ist das Dorf Daseri in der Nähe von Pili. Hier sind noch die Überreste einer Schule und die Fundamente einiger Häuser zu sehen. Weitere tragen die Namen Agathoto, Krania oder Sfika.

Auf der Insel Agios Achillios ist neben der gleichnamigen Basilika auch die Kirche der Jungfrau von Porphyra zu finden, beide mit eindrucksvollen Fresken geschmückt. Im Dorf Vrondero gibt es ein Fossilien- und Münzenmuseum zu besichtigen, Interessierte können sich im Restaurant des Dorfes über die Öffnungszeiten schlau machen. Ebenfalls ein kleines Museum mit historischen Objekten aus der Region gibt es in einem Hotel in Plati zu sehen.