Nikko Nationalpark, Japan

Der 2.484 Meter hohe Vulkan Nantai im Nikko-Nationalpark kann von Anfang Mai bis Ende Oktober auf einem gut begehbaren Pfad bestiegen werden, Japan - © orikazu / Shutterstock
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Der Nikko Nationalpark liegt etwa 120km von Tokio entfernt und gilt als schönster Nationalpark Japans. Wer die Natur liebt und sich noch dazu für Japans Geschichte interessiert kommt an der atemberaubenden Landschaft und den historischen Tempeln und Schreinen des Nikko Nationalparks nicht vorbei.

Der Nikko Nationalpark liegt auf der japanischen Insel Honshu. Mit einer Fläche von etwa 140 Hektar erstreckt er sich über die Präfekturen Niigata, Fukushima, Gunma und Tochigi.

Der Nikko Nationalpark wurde im Dezember 1934 gegründet und ist somit gemeinsam mit dem Daisetsuzan und dem Akan Nationalpark der älteste Nationalpark Japans. Nur drei Jahre vorher wurde das Nationalpark-Gesetz verabschiedet. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurde der Park immer mehr ausgeweitet. 2007 spaltete sich der Oze Nationalpark vom Nikko Nationalpark ab.

BILDER: Nikko-Nationalpark

Nikko – Japans schönster Nationalpark

Der Nikko Nationalpark gilt als der schönste Nationalpark Japans und ist eine äußerst beliebte Touristenattraktion. Seinen Besuchern bietet der Nationalpark so gut wie alles, was das Herz begehrt. Vor allem im Herbst, wenn das Blätterdach der Wälder von sattem Grün auf leuchtend Rot-orange wechselt, ist der Nikko Nationalpark eine besondere Augenweide.

Die atemberaubende Landschaft aus Laub- und Tannenwäldern, Wasserfällen, Seen und Wiesen ist gespickt mit historischen buddhistischen Tempeln, Brücken und Shinto-Schreinen der Shinto, neben dem Buddhismus die zweite praktizierte Religion in Japan. Vor allem der Shinto-Schrein Nikko Tōshō-gū, der Futarasan Schrein und der Tempel Rinnō-ji in der Stadt Nikko sind hier zu erwähnen. Sie zählen seit 1999 als die „Schreine und Tempel von Nikko” zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Schrein Nikko Tōshō-gū

Der Nikko Tōshō-gū (Shinto-Schrein von Nikko) wurde im Jahr 1617 erbaut und Tokugawa Ieyasu, dem berühmten Shogun der Edo-Zeit und Begründer der Tokugawa-Dynastie, gewidmet. Über einige hundert Steinstufen durch den Sicheltannenwald erreicht man die letzte Ruhestätte des Shoguns. Seine fantastischen Schnitzereien machen ihn zum kunstvollsten Shinto-Schrein Japans. Zweimal im Jahr, im Mai und im Oktober findet im Zuge des Frühlings- bzw. Herbstfestes die farbenprächtige „Prozession der Tausend Krieger” durch den hunderte Jahre alten Sicheltannenwald zum Nikko Tōshō-gū statt.

Die drei weltbekannten weisen Affen als Schnitzerei am heiligen Pferdestall am Tosho-gu-Schrein im Nikko-Nationalpark, Japan - © Ilya D. Gridnev / Shutterstock
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Tempelkomplex Rinnō-ji

Ebenfalls in Nikko Stadt liegt der Rinnō-ji, ein Komplex aus 15 buddhistischen Tempeln, der aus dem Jahr 766 stammt. Durch seine abgeschiedene Lage inmitten der unzugänglichen Berge Japans war der Rinnō-ji eine beliebtes Ziel für buddhistische Mönche auf der Suche nach Einsamkeit und Stille. In der berühmten Drei-Buddha-Halle ruhen vergoldete Statuen von Buddha Amithaba, dem Buddha des unermesslichen Lichtglanzes, und Kannon, der weiblich Bodhisattva des Mitgefühls.

Futarasan-Schrein

Die Haupthalle des Futarasan-Schreins stammt aus dem Jahr 1619 und ist die älteste “Honden” von Nikko-san’nai. Die schlicht gehaltene Gebetshalle “Haiden” kann über eine scharlachrote Bogenbrücke, die Shinkyo-Brücke, und durch ein bronzenes Tor erreicht werden.

Panoramablick auf die Shinkyo Brücke im Nikko Nationalpark in Japan - © SeanPavonePhoto / Fotolia
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Im Futurasan-Schrein wird der Kami (ein heiliges Geistwesen) des Schichtvulkans Nantai verehrt. Dieser ist 2.484 Meter hoch und befindet sich ebenfalls im Nikko-Nationalpark. Er ist mittlerweile erloschen und kann von Anfang Mai bis Ende Oktober auf einem gut begehbaren Pfad bestiegen werden. Der “Eintritt” zum Berg erfolgt durch das Tor des Chugushi-Schreins am Fuß des Berges.

Chūzenji-See, Ryūzu-Fälle und Kegon-Fälle

Der knapp 12km2 große Chūzenji-See liegt auch noch im Gebiet der Stadt Nikko. Er entstand vermutlich vor 20.000 Jahren, als durch den Ausbruch des Nantai der Fluss Daiva durch Lavaströme, Schlamm und Geröll blockiert wurde.

Die berühmen Ryūzu-Fälle, wörtlich „Drachenkopf-Wasserfall", im Nikko-Nationalpark sind 60m hoch und bis zu 10m breit, Japan - © Craig Hanson / Shutterstock
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Er wird vom Yugawa Fluss gespeist, in dessen Lauf die 60 Meter hohen und 10 Meter breiten Ryūzu-Fälle, wörtlich „Drachenkopf-Wasserfall”, liegen. Eine Umrundung des Chūzenji-Sees an der 22km langen Küstenlinie entlang, bietet fantastische Eindrücke des Nikko Nationalparks.

Der Abfluss des Chūzenji-Sees führt in den Oshiri Fluss über die spektakulären knapp 100 Meter hohen Kegon Fälle. Auch sie entstanden beim Ausbruch des Nantai. Neben dem Hauptwasserfall treten parallel dazu noch viele weitere Sturzbäche aus der versteinerten Lava der Felswand. Seit 1900 gibt es am Fuß des Kegon Fälle ein Teehaus, in dem man seinen Tee vor dem atemberaubendem Panorama eines der schönsten Wasserfälle Japans inmitten von Ahornbäumen genießen kann.

Die Kegon Fälle haben jedoch auch ihre Schattenseiten. Seit sich im Jahr 1903 der Student Fujimura Misao von den Kegon Fällen in den Tod gestürzt hat und einen in einen Baum geschnitzten Abschiedsbrief hinterließ, wiederholten in den folgenden 8 Jahren mehr als 200 japanische Jugendliche diese wenig glorreiche Tat.

Hochmoor Ozegahara

Das Ozegahara ist mit einer Fläche von 8km2 das größte Gebirgshochmoor auf der japanischen Insel Honshu. Wanderer finden hier spiegelglatte, kristallklare Teiche und seltene Pflanzenarten, wie die Weiße Scheinkalla und das Moor-Wollgras.