Nikko Nationalpark, Japan

Der Nikko Nationalpark liegt etwa 120km von Tokio entfernt und gilt als schönster Nationalpark Japans. Wer die Natur liebt und sich noch dazu für Japans Geschichte interessiert kommt an der atemberaubenden Landschaft und den historischen Tempeln und Schreinen des Nikko Nationalparks nicht vorbei.

Der Nikko Nationalpark liegt auf der japanischen Insel Honshu und zählt zu unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten von Japan. Mit einer Fläche von etwa 140 Hektar erstreckt er sich über die Präfekturen Niigata, Fukushima, Gunma und Tochigi.

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Der Nikko Nationalpark wurde im Dezember 1934 gegründet und ist somit gemeinsam mit dem Daisetsuzan und dem Akan Nationalpark der älteste Nationalpark Japans. Nur drei Jahre vorher wurde das Nationalpark-Gesetz verabschiedet. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurde der Park immer mehr ausgeweitet. 2007 spaltete sich der Oze Nationalpark vom Nikko Nationalpark ab.

BILDER: Nikko-Nationalpark

Fotogalerie: Nikko Nationalpark

Nikko – Japans schönster Nationalpark

Der Nikko Nationalpark gilt als der schönste Nationalpark Japans und ist eine äußerst beliebte Touristenattraktion. Seinen Besuchern bietet der Nationalpark so gut wie alles, was das Herz begehrt. Vor allem im Herbst, wenn das Blätterdach der Wälder von sattem Grün auf leuchtend Rot-orange wechselt, ist der Nikko Nationalpark eine besondere Augenweide.

Die atemberaubende Landschaft aus Laub- und Tannenwäldern, Wasserfällen, Seen und Wiesen ist gespickt mit historischen buddhistischen Tempeln, Brücken und Shinto-Schreinen der Shinto, neben dem Buddhismus die zweite praktizierte Religion in Japan.

Vor allem der Shinto-Schrein Nikko Tōshō-gū, der Futarasan Schrein und der Tempel Rinnō-ji in der Stadt Nikko sind hier zu erwähnen. Sie zählen seit 1999 als die „Schreine und Tempel von Nikko“ zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Schrein Nikko Tōshō-gū

Der winterliche Tosho-gu-Schrein im Nikko-Nationalpark in Japan - © cowardlion / Shutterstock
© cowardlion / Shutterstock

Der prachtvolle Nikko Tōshō-gū wurde im Jahr 1617 erbaut und Tokugawa Ieyasu, dem Begründer der Tokugawa-Dynastie, gewidmet. Laut seinem Wunsch wurde der Shogun in Nikko bestattet, wo er fortan als Gott über das Haus Tokugawa wachen konnte. Seine sterblichen Überreste wurden im Schrein von Nikko beigesetzt und sind heute in einer bronzenen Urne in einem eigenen kleinen Schrein unter freiem Himmel, dem Okusha Hoto, verwahrt. Spezielle Konstruktionen verhindern das Eindringen von Regenwasser.

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Vom dritten Shogun, Tokugawa Iemitsu wurde der Schrein zu dem eindrucksvollen Erscheinungsbild ausgebaut, das den Besuchern noch heute Ausrufe des Staunens entlockt. Im Zuge dessen entstanden die Hauptgebäude, die bis heute im Original zu sehen sind.

Prozession der Tausend Krieger

In der Edo-Zeit von 1603 bis 1868 wurden von den Tokugawa-Shogunen Prozessionen von Edo (dem heutigen Tokio) bis zum Nikko Tōshō-gū abgehalten. Zum Frühlingsfest Mitte Mai und zum Herbstfest Mitte Oktober werden diese Aufmärsche als farbenprächtige „Prozession der Tausend Krieger“ nachgestellt. Dabei marschieren Tausende über einige hundert Steinstufen zur letzten Ruhestätte des Shoguns.

Der Weg der Prozession führt dabei durch einen jahrhundertealten Wald aus Sicheltannen. Diese wurden zum 32. Todestag von Tokugawa Ieyasu, also vor über 300 Jahren, von Daimyō Matsudaira Masatsuna in einem Zeitraum von 20 Jahren gesetzt. Mehrere tausend dieser ehrwürdigen Bäume sind heute noch zu sehen.

Besuch des Nikko Tōshō-gū

Die drei weltbekannten weisen Affen als Schnitzerei am heiligen Pferdestall am Tosho-gu-Schrein im Nikko-Nationalpark, Japan - © Ilya D. Gridnev / Shutterstock
© Ilya D. Gridnev / Shutterstock

Durch die malerische Hügellandschaft, in die der Nikko Tōshō-gū eingebettet ist, breiten sich die fantastischen Bauten und kunstvollen Skulpturen des Shinto-Schreins wie ein Bilderbuch vor den Augen des Betrachters aus und bieten wahrlich eindrucksvolle Fotomotive.

Die fantastischen Schnitzereien des Nikko Tōshō-gū machen ihn zum kunstvollsten Shinto-Schrein Japans. Da wundert es nicht, dass acht Gebäude des Nikko Tōshō-gū und zwei Schwerter zu nationalen Kulturgütern Japans erklärt wurden.

Zu den eindrucksvollsten Bauwerken des Nikko Tōshō-gū zählen die Haupthalle (honden), die Steinhalle (Ishi-no-ma), die Gottesdienst-Halle (haiden) und der mit meisterhaften Schnitzereien verzierte Turm-Durchgang „Tor des Sonnenlichts“ (Yomei-mon). Am heiligen Pferdestall befindet sich die weltbekannte Schnitzerei der drei weisen Affen, die nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen wollen, eines der besten Meisterwerke der japanischen Symbolkunst.

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Tempelkomplex Rinnō-ji

Ebenfalls in Nikko Stadt liegt der Rinnō-ji, ein Komplex aus 15 buddhistischen Tempeln, der aus dem Jahr 766 stammt. Durch seine abgeschiedene Lage inmitten der unzugänglichen Berge Japans war der Rinnō-ji eine beliebtes Ziel für buddhistische Mönche auf der Suche nach Einsamkeit und Stille.

In der berühmten Drei-Buddha-Halle ruhen vergoldete Statuen von Buddha Amithaba, dem Buddha des unermesslichen Lichtglanzes, und Kannon, der weiblich Bodhisattva des Mitgefühls.

Futarasan-Schrein

Panoramablick auf die Shinkyo Brücke im Nikko Nationalpark in Japan - © SeanPavonePhoto / Fotolia
© SeanPavonePhoto / Fotolia

Die Haupthalle des Futarasan-Schreins stammt aus dem Jahr 1619 und ist die älteste „Honden“ von Nikko-san’nai. Die schlicht gehaltene Gebetshalle „Haiden“ kann über eine scharlachrote Bogenbrücke, die Shinkyo-Brücke, und durch ein bronzenes Tor erreicht werden.

Im Futurasan-Schrein wird der Kami (ein heiliges Geistwesen) des Schichtvulkans Nantai verehrt. Dieser ist 2.484 Meter hoch und befindet sich ebenfalls im Nikko-Nationalpark. Er ist mittlerweile erloschen und kann von Anfang Mai bis Ende Oktober auf einem gut begehbaren Pfad bestiegen werden. Der „Eintritt“ zum Berg erfolgt durch das Tor des Chugushi-Schreins am Fuß des Berges.

Chūzenji-See, Ryūzu-Fälle und Kegon-Fälle

Der knapp 12 Quadratkilometer große Chūzenji-See liegt auch noch im Gebiet der Stadt Nikko. Er entstand vermutlich vor 20.000 Jahren, als durch den Ausbruch des Nantai der Fluss Daiva durch Lavaströme, Schlamm und Geröll blockiert wurde.

Die berühmen Ryūzu-Fälle, wörtlich „Drachenkopf-Wasserfall", im Nikko-Nationalpark sind 60m hoch und bis zu 10m breit, Japan - © Craig Hanson / Shutterstock
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Er wird vom Yugawa Fluss gespeist, in dessen Lauf die 60 Meter hohen und 10 Meter breiten Ryūzu-Fälle, wörtlich „Drachenkopf-Wasserfall“, liegen. Eine Umrundung des Chūzenji-Sees an der 22km langen Küstenlinie entlang, bietet fantastische Eindrücke des Nikko Nationalparks.

Der Abfluss des Chūzenji-Sees führt in den Oshiri Fluss über die spektakulären knapp 100 Meter hohen Kegon Fälle. Auch sie entstanden beim Ausbruch des Nantai. Neben dem Hauptwasserfall treten parallel dazu noch viele weitere Sturzbäche aus der versteinerten Lava der Felswand.

Seit 1900 gibt es am Fuß des Kegon Fälle ein Teehaus, in dem man seinen Tee vor dem atemberaubendem Panorama eines der schönsten Wasserfälle Japans inmitten von Ahornbäumen genießen kann.

Die Kegon Fälle haben jedoch auch ihre Schattenseiten. Seit sich im Jahr 1903 der Student Fujimura Misao von den Kegon Fällen in den Tod gestürzt hat und einen in einen Baum geschnitzten Abschiedsbrief hinterließ, wiederholten in den folgenden 8 Jahren mehr als 200 japanische Jugendliche diese wenig glorreiche Tat.

Hochmoor Ozegahara

Das Ozegahara ist mit einer Fläche von 8 Quadratkilometern das größte Gebirgshochmoor auf der japanischen Insel Honshu. Wanderer finden hier spiegelglatte, kristallklare Teiche und seltene Pflanzenarten, wie die Weiße Scheinkalla und das Moor-Wollgras.

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