Burg von Himeji, Japan

Die Burg von Himeji (auch Himeji-jō genannt) aus dem 17. Jahrhundert ist eines der ältesten Bauwerke Japans und gilt als schönstes und meistbesuchtes Schloss - © Martin Mette / Shutterstock
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Die Burg von Himeji stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist eines der ältesten gut erhaltenen Bauwerke Japans. Der schneeweiße Burgkomplex mit seinen verwinkelten Gassen und wehrhaften Türmen gilt als Japans schönstes und meistbesuchtes Schloss und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Die Burg von Himeji, oder auch Himeji-jō genannt, stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist eines der ältesten besonders gut erhaltenen Bauwerke Japans. Der gesamte Komplex der Himeji-jō befindet sich auf dem Hügel Himeyama mitten in der Stadt Himeji und besteht aus 83 Gebäuden. Im Jahr 1993 wurde das Schloss als fantastisches Beispiel des japanischen Burgenbaus von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Himeji-jō wird aufgrund seiner schneeweißen Fassade aus feuerfestem Gips und seiner Form, die an einen Vogel, der zum Flug ansetzt, erinnert, auch Shirasagi-jō („Burg des Weißen Reihers”) genannt. Die ersten Gebäude wurden bereits im Jahr 1346 vom Architekten und Samurai Akamatsu Norimura bzw. seinem Sohn Amakatsu Sadonori erbaut. Etwa 240 Jahre später fand unter dem japanischen Feldherrn und Politiker Toyotomi Hideyoshi eine groß angelegte Erweiterung statt, sodass das Jahr 1580 auch oft als eigentlicher Baubeginn der Himeji-jō angegeben wird. Ihre heutige Form stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Die typisch japanische Architektur mit den geschwungenen Dächern lässt die 32 Meter hohe Burg beinahe verspielt erscheinen. Auch ihr spiralförmiger Grundriss und der Aufbau der einzelnen Gebäude machen Himeji-jō zu einer absoluten architektonischen Schönheit. Die Wehranlagen der Himeji-jō sind jedoch hoch entwickelt, die Burg galt in Japan praktisch als uneinnehmbar. Mit seinem Labyrinth aus verwinkelten Gassen, Türmen, Lagerhäusern, Erdwällen, Rampen, Tunneln und Toren wirkt das Himeji-jō auch heute noch als beeindruckende Festung.

Tipp: Die verwinkelten, teilweise im Kreis führenden Gassen zwischen den hohen Mauern des Himeji-jō verhinderten nicht nur, dass früher die Feinde bis an den Hauptwehrturm und den Burgfried gelangten, sondern geben auch heute noch so manchem Touristen Rätsel auf. Um der Verwirrung vorzubeugen, ist eine Karte für die Besichtigung der Burganlage unbedingt empfehlenswert!

Dass das Himeji-jō bis heut erhalten ist, ist vielfach auch reinem Glück zuzuschreiben. Es überlebte nicht nur diverse kämpferische Auseinandersetzungen in der japanischen Geschichte, im 19. Jahrhundert wurde es von einem Japaner für gut 2.000 US-Dollar ersteigert, um das Land nutzbar zu machen. Die Abrisskosten waren jedoch zu hoch und so wurde es verschont. Am Ende des Zweiten Weltkriegs musste es heftige Bombenangriffe über sich ergehen lassen, die das Himeji-jō aber auch so gut wie unbeschadet überstand. Auch dem Erdbeben von Kōbe 1995 hielten die altehrwürdigen Schlossmauern stand.

Nationale Berühmtheit

Das Himeji-jō ist heute das größte und meistbesuchte Schloss Japans und zählt auch zu den nationalen Kulturschätzen des Landes. Gemeinsam mit dem Matsumoto Schloss und dem Kumamoto Schloss zählt es zu den drei wichtigsten Burgen Japans. Vom Himeji-Bahnhof aus ist das Schloss in 15-20 Minuten zu Fuß zu erreichen. Seit 1992 wird das Himeji-jō von einem wunderbaren japanischen Garten umgeben, dem Koko-en Garten. Nach Sonnenuntergang wird das Himeji-jō durch gezielte Beleuchtung spektakuläre in Szene gesetzt.

Himeji-jō in der Filmwelt: Die anmutige Burg wurde bereits in einigen Kinofilmen als Kulisse verwendet. Im James Bond-Film „ Man lebt nur zweimal” fungiert Himeji-jō als Basis der japanischen Geheimpolizei, in „Shogun” wird es als „Schloss Osaka” gezeigt und auch manche Szenen im „Last Samurai” mit Tom Cruise wurden dort gedreht.