Kaiserlicher Palast in Tokio, Japan

Der kaiserliche Palast in Tokio befindet sich direkt im Stadtzentrum, Japan - © KateD / Fotolia
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Der kaiserliche Palast in Tokio ist bis heute die Residenz des japanischen Kaisers und für Besucher nur an zwei Tagen im Jahr zugänglich. Der prachtvolle Garten in seiner Umgebung ist allerdings auch schon einen Besuch wert und eine ideale Möglichkeit, dem hektischen Getümmel von Japans Hauptstadt zu entfliehen.

Der kaiserliche Palast in der japanischen Hauptstadt Tokio, auch Kokyo genannt, befindet sich im Stadtteil Chiyoda direkt im Stadtzentrum, wo einst die Burg Edo, Sitz der Tokugawa-Shogune, stand. Er ist nur einen fünfminütigen Spaziergang von Tokios Hauptbahnhof entfernt. Der prachtvolle Garten in seiner Umgebung stellt für die Bewohner Tokios ein willkommener Zufluchtsort dar.

Geschichte des kaiserlichen Palastes in Tokio

Der kaiserlicher Palast ist seit der Entmachtung der Shogun und der anschließenden Verlegung des Kaiserhofes von Kyoto in das damalige Edo (heute Tokio) die Residenz des japanischen Kaisers, des „Tennō”. Die Burg Edo wurde im Jahr 1973 durch ein Feuer stark beschädigt, der Palast wurde nach der Renovierung um Jahr 1888 fertiggestellt. Das heutige Erscheinungsbild in typischer japanischer Architektur erhielt der kaiserliche Palast in Tokio im Jahr 1968, nachdem er mehreren Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel. Seine Inneneinrichtung besteht aus einem Mix aus japanischen und europäischen Einflüssen des 19. Jahrhunderts.

Das parkähnliche Areal des kaiserlichen Palastes umfasst knapp 3,5km2. Es besteht aus wunderschön angelegten Gärten und mehreren Gebäuden, wie zum Beispiel dem Kyūden, den Privatgemächern des Kaisers und seiner Familie, dem kaiserlichen Archiv und die Büroräumlichkeiten. Außerdem befindet sich innerhalb des Palastkomplexes ein Museum. In der über 700m2 großen Haupthalle des Kyūden, der Chōwaden Reception Hall, werden Festivitäten abgehalten und Staatsgäste empfangen. Von der ehemaligen Burg Edo sind heute noch einige Mauern und Teile des Burggrabens erhalten.

Innerhalb der Palastmauern befinden sich die Kyūchūsanden, die „drei Heiligtümer im Palast”. Dies sind die drei persönlichen Shinto-Schreine der kaiserlichen Familie. Shinto ist neben dem Buddhismus die zweite große praktizierte Religion in Japan. Am Ort der Ehrfurcht, Kashiko-dokoro, befindet sich eine Replik eines der Throninsignien Japans, des Spiegels Yata no Kagami aus der Zeit des mythologischen Kaisers Sujin. Am Kōrei-den, der „Halle der kaiserlichen Ahnenseelen”, werden, wie der Name schon vermuten lässt, die Vorfahren des Kaisers und seiner Familie verehrt und am Shinden, der Götterhalle, wird den Kami (heilige Geistwesen) von Himmel und Erde gehuldigt.

Die „Eye Glass Bridge“ mit dem kaiserlichen Palast im Hintergrund, Tokio, Japan - © sanupot / Fotolia
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Für den kaiserlichen Palast gilt meist: Betreten verboten!

Für die Öffentlichkeit ist das elfenbeinfarbene Gebäude mit den dunkelgrauen geschwungen Dächern zum Großteil nicht zugänglich. Die „kōgū keisatsu”, die kaiserliche Palastpolizei, sorgt dafür, dass der kaiserlichen Palast von niemand Unbefugtem betreten wird. Die Kaiserfamilie macht allerdings an zwei Tagen im Jahr eine Ausnahme.

Am Kaisergeburtstag, dem 23. Dezember, und zu Neujahr, am 2. Jänner kann ihre Residenz auch vom gemeinen Volk betreten werden. Dann erscheint die kaiserliche Familie am Balkon über der Haupthalle und begrüßt die jubelnde Masse. Der Kaiser hält üblicherweise ein kurze Rede, in der er seinem Volk für den Besuch dankt und ihm seinen Segen wünscht. An den übrigen Tagen des Jahres stellen die östlichen Palastgärten die einzige Region dar, die besichtigt werden kann.

Von der Nijubashi-Brücke aus (aufgrund ihrer Form auch “Meganebashi”, “Brillen-Brücke”, genannt), die vom Koyo-Gaien-Platz zu den inneren Palastanlagen führt, kann man einen Blick auf die kaiserlichen Gebäude werfen. Vor allem Jogger und Spaziergänger nutzen die idyllische Umgebung des Parks, um dem lauten Alltag von Tokio zu entfliehen. Im Teehaus kann man sich inmitten der grünen Oase wunderbar entspannen. In den östlichen Gärten befinden sich auch einige Verwaltungsgebäude, eine Musikhalle und das Museum der kaiserlichen Sammlung.

Weitere Gärten, die öffentlich zugänglich sind, sind der Kitanomaru Park im Norden mit der gewaltigen Nippon Budokan Halle, die allgemein unter „Martial Arts Halle” bekannt ist. Auch die südlichen Gärten des kaiserlichen Palastes können betreten werden, um die monumentale bronzene Reiterstatue des japanischen General und Prinzen Kitashirakawa Yoshihisa zu bestaunen.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des kaiserlichen Haushalts von Japan (englisch)