Insel Fogo, Kap Verde

Auf der Insel Fogo werden die Gäste von verschlafenen Dörfchen mit farbenfrohen Häusern erwartet, Kap Verde - © Axel Lauer / Shutterstock
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Die Insel Fogo liegt im Südwesten der Kap Verden und ist für Wanderer und Naturliebhaber die ideale Destination. Die Vulkaninsel bietet feuchte Nebelwälder, erstarrte Lavaströme, atemberaubend schmale Bergstraßen, zauberhafte Dörfer und pechschwarze Strände mit wilder Brandung.

Fogo ist die viertgrößte Insel der Kap Verden im Atlantik und liegt im Südwesten des Archipels. Die vulkanische Insel mit dem höchsten Berg des Archipels zeigt sich in einer faszinierenden Vielfalt und lockt vor allem Wanderer und Naturliebhaber nach Kap Verde.

Aktivitäten auf Fogo

Fogo gilt zwar als heißeste Insel der Kap Verden, zum Baden jedoch nicht unbedingt geeignet. Durch den steil abfallenden Meeresgrund, die heimtückischen Strömungen und die heftige Brandung ist Schwimmen auf Fogo gefährlich, auch Haie können ziemlich nahe ans Ufer kommen. Wer das kühle Nass des Atlantiks dennoch genießen möchte, begibt sich am besten in die Buchten von Porto de Vale de Cavaleiros im Norden von São Filipe oder nach Ponta da Salina im Norden der Insel. Dort ist die Küste Fogos durch ein Riff geschützt und Badeausflüge sind sicher und angenehm.

Die Strände auf der Vulkaninsel Fogo präsentieren sich durchgehend dunkel bis pechschwarz, Kap Verde - © Axel Lauer / Shutterstock
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Weiße Sandstrände wie auf Boa Vista, Sal oder Maio sucht man auf Fogo allerdings vergeblich, die Küste der Vulkaninsel zeigt sich durchwegs von ihrer schwarzen Seite.

Die meisten Besucher kommen jedoch auf Fogo, um Wanderungen zu unternehmen und die einzigartige Natur zu genießen. Sowohl Wanderer, als auch Bergsteiger kommen in den spektakulären Nebelwäldern um den Monte Velho und Mosteiros voll auf ihre Kosten. Für anspruchsvolle Touren steht der schlafende Vulkan Pico do Fogo, der höchste Berg der Kap Verden, zur Verfügung.

Der Aufstieg auf den Pico do Fogo erfolgt über erstarrte Lavaströme und scharfkantiges Geröll, Kap Verde - © Sundebo / Shutterstock
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Unterwegs auf Fogo

Rund um die Insel führt eine Straße, auf der man die vielfältige Landschaft Fogos kennen lernen kann. Um die gesamte Insel mit all ihren Highlights zu erkunden, benötigt man mindestens einen ganzen Tag. Da sich die meisten Touristenunterkünfte in der Hauptstadt São Filipe befinden, bietet es sich auch an, die Inselerkundung von hier aus zu starten.

Tipp: Mietautos können auch inklusive Fahrer gemietet werden. Der Nachteil an den Touren der lokalen Reisebüros ist, dass man nicht immer dort und so lange verweilen kann, wo und wie man will.

Die Hauptstadt von Fogo, São Filipe, liegt im Westen der Insel und ist die viertgrößte Stadt der Kap Verden. Sie thront auf einem 70m hohen Plateau über dem Meer und bietet einen wundervollen Blick auf die Nachbarinsel Brava. An die Steilküste unterhalb des Plateaus tost die Brandung des Atlantiks an den Praia da Bila, einen breiten, pechschwarzen Vulkanstrand. Dieser ist über eine Treppe zu erreichen, wobei man aufgrund der Sauberkeit eher das südlichere Ende aufsuchen sollte. Baden ist hier aufgrund des wilden Meeres leider nicht möglich.

Blick über das Häusermeer von Fogos Hauptstadt São Filipe mit der Nachbarinsel Brava im Hintergrund, Kap Verde - © Raul Rosa / Shutterstock
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Von São Filipe aus nach Süden krallt sich die schmale Pflasterstraße, die eine Höhe von bis zu 600 Metern erreicht, in die teilweise sehr steilen Flanken des Pico do Fogo. Je weiter man sich dem Meer nähert, desto steiler fällt die Küste ab. Zahlreiche Lavaströme und vertikale Furchen zeugen von der Aktivität des allgegenwärtigen mächtigen Vulkans auf Fogo. Einige der erstarrten Lavaflüsse sind über 200 Jahre alt. Die Straße hangelt sich durch kleine Siedlungen mit bunten Häusern und nahezu unbewohntes Terrain, bis die landschaftlich intensiv genutzten Täler um Mosteiros die Rückkehr in die Zivilisation ankündigen.

Mosteiros

Fast genau gegenüber von São Filipe etwa 50km entfernt liegt mit Mosteiros die zweitgrößte Stadt auf Fogo. Monumentale Kolonialbauten zeugen vom Geldsegen, den die Landwirtschaft einst über Mosteiros brachte. Durch die vulkanische Asche war die Gegend um Mosteiros besonders fruchtbar. Die Terrassenfelder rund um das malerische Dorf am Meer machen auch noch heute den Reiz von Mosteiros aus.

Farbenfrohe koloniale Villa auf Fogo, Kap Verde - © Axel Lauer / Shutterstock
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Am Dorfplatz sind eine Kirche, ein Postamt, ein Gesundheitszentrum, eine Bank und sogar eine kleine Pension vorhanden. Rund um Mosteiros erstrecken sich in dichten Nebelwäldern Gemüse-, Obst-, Wein- und Kaffeeplantagen bis zum Gipfel des Monte Velha.

Vom südlichen Ortseingang des Stadtteils Igreja führt eine selten befahrene Straße bis nach Feijoal und Pai António hinauf, wo man sich mit gekühlten Drinks stärken kann. Wer sich einen halben Tag Zeit nimmt, um dieses Paradies zu betreten, wird mit atemberaubenden Ausblicken auf das smaragdgrüne Panorama belohnt. Besonders Wanderfreudige wagen sich auch noch auf den steilen Weg bis in den Einsturzkrater der Chã das Caldeiras auf 1.700 Metern Seehöhe. Für diesen mühsamen Spaziergang sind ab Mosteiros allerdings 5 Stunden in eine Richtung einzuplanen.

São Jorge

Kurz nach Mosteiros wird das Gelände wieder einsamer und steiler. Wer das traditionelle Leben auf Fogo kennen lernen möchte, sollte Ribeira Ilhéu mit seinen altertümlichen Werkstätten einen Besuch abstatten. Der nächste lohnende Zwischenstopp nach Mosteiros ist São Jorge, ein verschlafenes Dörfchen mit zauberhaften türkisen Häuschen. Vom westlichen Ortseingang führt ein steiler Pfad zur Küste hinab zu den Salinas de São Jorge. Hier verbirgt sich ein netter, kleiner Sandstrand mit Naturschwimmbädern vor einer mächtigen schwarzen Basaltwand, in die die Brandung Grotten und Höhlen, sowie eine natürliche Felsbrücke gewaschen hat. Der kleine Ort Ponta da Salina bietet den einzigen ganzjährigen sicheren Badestrand auf Fogo, der vor allem am Wochenende von Einheimischen bevölkert wird.

In der Umgebung von São Jorge zeigt sich die sonst schwarze, verbrannte Vulkaninsel Fogo von ihrer grünen Seite, Kap Verde - © Raul Rosa / Shutterstock
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Von São Jorge wieder zurück bis São Filipe eröffnen sich rechter Hand immer wieder traumhafte Ausblicke auf den Atlantik und auf die Nachbarinsel Brava. Bei Ponta Verde lohnt sich noch ein Abstecher ins Inselinnere nach Curral Grande. Die Straße schwingt sich hier über Hänge und Brücken durch zerzauste Vegetation, ehemalige Felder und sanfte Hügel von einer Ribeira zur nächsten. Dabei passiert man die Igreja São Laurenço aus dem 19. Jahrhundert, die älteste christliche Kirche aus Fogo und mehrere verfallene Sobrados, ehemalige Herrenhäuser, die noch vom einstigen Reichtum Fogos zeugen. Nach Curral Grande führt die Straße auf eine Höhe von 950 Metern und endet in einem netten Wanderweg, auf dem in etwa einem halben Tag die Ribeira Filipe erkundet werden kann.

Von Curral Grande führen mehrere Straßen wieder zurück nach São Filipe.