Ortschaften auf Boa Vista, Kap Verde

Die Wüsteninsel Boa Vista der Kap Verden kann mit verschlafenen Ortschaften und traumhaften Stränden aufwarten - © Axel Lauer / Shutterstock
© Axel Lauer / Shutterstock

Boa Vista, die östlichste Insel der Kap Verden, ist eine faszinierende Symphonie aus gleißenden Sanddünen, trockenen Geröllwüsten, verschlafenen Ortschaften und den schönsten und größten Stränden der Inselgruppe.

Boa Vista ist die drittgrößte Insel der Kap Verden und liegt ganz im Osten der Inselgruppe im Atlantik etwa 455km vor der afrikanischen Küste. Hier treffen sich Wüste und Atlantik, denn Boa Vista besteht zum Großteil aus Wanderdünen, die der Wind aus der Sahara bringt, schroffem Geröll, weitläufigen Stränden und kleinen Oasen mit struppigen Dattelpalmen.

Boa Vista machte ihrem Namen „Schöne Aussicht” alle Ehre. Vom Massentourismus noch verschont geblieben geht es auf Boa Vista ursprünglich und gemütlich zu. Doch mittlerweile gibt es auch auf Boa Vista einen Flughafen und die ersten Hotels ragen bereits in den Himmel über dem Atlantik.

Tipp: Als günstige Alternative zu Mietautos bieten Autovermieter auf Boa Vista Ausflugsfahrten für ein bis zwei Personen an. Um die gesamte Insel zu erkunden, sollte man zwei Tage veranschlagen.

Rabil

Die heute eher verschlafene Ortschaft Rabil liegt südlich der Hauptstadt Sal Rei und war einst Hauptort von Boa Vista. Das Dorf bietet eine wunderschöne Aussicht auf die fruchtbaren Oasen am Grund der Ribeira do Rabil. Rabils Hauptattraktionen bestehen in der stämmigen Kirche São Roque, der ältesten Kirche der Insel aus dem Jahr 1801 und in einer Töpferschule am südlichen Ortseingang. Hier wurden früher Dachziegel gepresst, heute werden kapverdische Vasen, Amphoren, Wasserkrüge und traditionelle Töpfe hergestellt.

Tipp: Falls die Töpferwerkstatt geschlossen ist, machen Sie auf sich aufmerksam, die Nachbarn informieren die Mitarbeiter der Töpferei, die nach wenigen Minuten aufmachen.

Povoação Velha

Von Rabil eine halbe Stunde weiter nach Süden erreicht man Povoação Velha („alte Siedlung”). Sie war, wie ihr Name schon sagt, die erste freie Siedlung von Boa Vista zu Beginn des Salzhandels. Von den Stränden aus ist Povoação Velha nicht zu sehen, war somit hervorragend vor Piraten geschützt und bietet heut am Aussichtspunkt Rocha Estânçia einen traumhaften Blick bis zu den Nachbarinseln Maio und São Nicolau. Ansonsten gibt es in Povoação Velha kleine Häuschen um den zentralen Platz Praçeta de Santo António, die kleine, bunt geschmückte Kirche Igreja Nossa Senhora da Conceição aus dem Jahr 1828, eine kleine Bar und ein paar Läden – sonst nichts.

Aus diesem Grund sind die meisten Besucher auch bald wieder weg und wenden sich weiter Richtung Küste. Dort befinden sich im Westen der Praia Varandinha und im Süden der Praia Santa Monica, der als schönster Strand der Kap Verden gilt. Zum Schwimmen sind beide Strände aufgrund der gefährlichen Strömungen leider nicht geeignet, dafür sind sie ideal für endlose Strandspaziergänge oder einfaches Faulenzen in der Sonne.

Der wunderschöne Praia da Varandinha im Südwesten der Insel Boa Vista, Kap Verde - © Sabino Parente / Shutterstock
© Sabino Parente / Shutterstock

Curral Velho

Curral Velho („altes Weidegatter”) liegt ganz im Süden von Boa Vista und hat außer seiner traumhaften Umgebung und dem Praia de Curral Velho nicht viel zu bieten. Auf dem Weg dorthin durchfährt man die idyllische Oase Fonta Vicente, in der Gemüse und Mandelbäume angebaut werden. Entlang der Südküste von Boa Vista nach Osten reiht sich der Praia de João Barrosa, der in den Sommernächten von bis zu 2.000 Meeresschildkröten für die Eiablage genutzt wird. Eine der Arten sind bereits vom Aussterben bedroht und so hat sich die Organisation „Turtle Foundation” zum Ziel gesetzt, sowohl die erwachsenen Schildkröten als auch ihre Gelege vor den menschlichen Räubern zu schützen – mit erstem Erfolg.

Norte

Der Osten der Insel ist sehr einsam und verlassen, oft trifft man über weite Strecken keine Menschenseele. Norte in der Nordostecke von Boa Vista besteht eigentlich aus den drei Ortschaften João Galego, Fundo das Figueiras und Cabeço dos Tarafes. Deren Bewohner sind vergleichsweise wohlhabend und mit Telefon, Strom und Schulen versorgt. Von Fundo das Figueiras zweigt eine Straße an die Nordküste ab, zum Praia das Gatas („Katzenhai-Strand”). Hier schützt ein Riff die Küste der Insel, Fischer breiten ihren Fang zum Trocknen und Delfine kommen fast bis an den Strand. Südwestlich von Cabeço dos Tarafes liegt das Oi d’Àgua („Blaues Auge”), der einzige Süßwassersee der Insel – inmitten einer atemberaubenden Gebirgswüste.

Bofareira

Bofareira liegt im Norden der Insel etwa auf halber Strecke zwischen Sal Rei und Norte. Eingebettet in eine sanfte Dünenlandschaft kann man auf dem Weg zum Strand oder auf der verlassenen Trasse in Richtung Sal Rei ohne Orientierungsprobleme ein Stückchen Wüste kennenlernen.