Insel Maio, Kap Verde

Auf der Insel Maio flimmern gleißende Strände unter der afrikanischen Sonne, die absolute Einsamkeit versprechen, Kap Verde - © Piotr G / Shutterstock
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Die Insel Maio im Osten der Kap Verden steht für absolute Einsamkeit, Ruhe und Entspannung. Relativ schwierig zu erreichen lockt sie dennoch mit kilometerlangen Stränden, verschlafenen Ortschaften, Kokos- und Akazienwäldern und teilweise völliger Menschenleere.

Maio ist eine Insel der Kap Verden und befindet sich im Osten des Archipels südlich von Boa Vista. Hier lösen die Kap Verden immer noch ihr Versprechen von absoluter Einsamkeit ein. In der himmlischen Ruhe und der unendlichen Zeit für Entspannung und Erholung fühlen sich vor allem nachdenkliche Gemüter, Wüstenwanderer und Leseratten wohl.

Der Grund für die wenigen Touristen liegt wohl in der relativ schwierigen Erreichbarkeit Maios. Mit dem Flugzeug ist Maio nur über Praia auf der Insel Santiago zu erreichen und weder Flugzeuge noch Schiffe verkehren täglich nach Maio. Wer die wunderschöne Insel ansteuern möchte, muss also in seiner Reiseplanung etwas flexibel sein.

Flora und Fauna auf Maio

Wie die meisten Inseln im Osten von Kap Verde besteht auch Maio zum Großteil aus Wüste, die zum Teil von der Sahara aus Afrika angeweht wird. Vor allem auf den ersten Blick wird Maio flach, karg und monoton. Doch auf den zweiten Blick offenbart sich bei Autofahrten ins Inselinnere oder Wanderungen durch die Hügelketten eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt. Es gibt auf Maio um einiges mehr Vegetation als zum Beispiel auf Sal oder Boa Vista, denn durch gezielte Aufforstung gedeihen auf Maio nun Kokospalmen und Akazienhaine. Maio hat durch diese Maßnahme sogar die größte zusammenhängende Waldfläche der Kap Verden und macht die Herstellung von Holzkohle möglich, ohne den Baumbestand drastisch zu reduzieren.

Über die Wälder freuen sich natürlich auch die Tiere und so kommen vor allem Hobby-Ornithologen auf Maio voll auf ihre Kosten. Auf den Salzwiesen im Norden der Insel können Seeschwalben und Wattvögel beobachtet werden und ansonsten tummeln sich Wüstenläufer, Rennvögel, Sandlerche und sogar der eine oder andere Fischadler auf Maio. Auf Wanderungen durch das lockere Buschwerk Maios begegnet man immer wieder Ziegen und Rindern, Esel weiden in trockenen Bachbetten

Vila do Maio

Etwas mehr Leben gibt es im Hauptort von Maio, Vila do Maio, wo sich die meisten Einwohner Maios zusammengefunden haben. Das Städtchen liegt im Südwesten der Insel direkt am Meer. Zentrum von Vila do Maio ist der Praça Fina. Hier befindet sich eine kleine Markthalle, in der Lebensmittel angeboten werden, ein kleines Hotel, einige Cafés, eine Bank und eine schneeweiße Barock-Kirche im portugiesischen Kolonialstil mit zwei mächtigen Türmen. Am Praça Fina treffen sich am Abend die Einheimischen, um zu essen, zu trinken und zu plaudern.

Strände auf Maio

Maio bietet wunderschöne, kilometerlange Strände, die sich oft völlig menschenleer zeigen. An der Westküste gleich bei Vila do Maio liegt der traumhafte Praia da Vila, der von der Hauptstadt aus gut zu erreichen ist. Hier zeugt noch das kanonenbewährte Fort aus dem 18. Jahrhundert von der einstigen Blüte der Stadt. Der Praia da Vila geht direkt in den Praia da Ponta Preta über, der bis zu den Orten Morro und Calheta zieht. Baden ist hier wunderbar möglich. Wer weiter nach Norden spaziert kommt bis an den Praia de Santana am Rande der weiten Salzwiesen.

Im Westen der Insel kommen Badegäste am Praia do Morro auf ihre Kosten. An diesem feinsandigen Badestrand kommen im Sommer oft Meeresschildkröten, die hier ihre Eier ablegen. Die Schildkröten stehen auf Maio nicht dezidiert unter Schutz und sie selbst und ihre Gelege sind somit frei zugänglich. Es liegt in der Verantwortung jedes Badegastes, Abstand zu halten und die Muttertiere bei der Eiablage nicht zu stören, sowie anschließend die Gelege in Ruhe zu lassen.

Die Strände im Norden von Maio sind aufgrund tückischer Strömungen und der heftigen Brandung mit äußerster Vorsicht zu genießen. Im Südosten führt von Ribeira Dom João ein Fußweg in 10min zu einem wunderbaren Strand mit herrlich klarem Wasser.

Die Strände auf Maio sind touristisch nicht erschlossen. Was man benötigt (Sonnenschutz, Verpflegung, Wassersportausrüstung, etc.) muss selbst mitgebracht werden.

Unterwegs auf Maio

Maio beherbergt einige verschlafene Dörfchen, die aus bunten, mit Blumen geschmückten Häuschen bestehen. Die Menschen sitzen vor ihren Häusern und leben in den Tag, Ziegen laufen umher und die Zeit scheint still zu stehen.

Mitten in den Wäldern des Westens befinden sich die drei Dörfchen Morro, Calheta und Morrinho.

Morro

Von Vila do Maio aus an der Westküste Richtung Norden ist Morro das erste Dörfchen, das man durchquert. Morro liegt inmitten von Schatten spendenden Kokospalmen, durch die ein schmaler Pfad Richtung Küste zu einem wunderschönen Strand führt. In Richtung Nordosten fällt von Morro aus der Blick auf den knap 300 Meter hohen „Berg” Monte Batalha. Dieser kann in etwa 2 Stunden auf beschwerlichem, aber sicheren Wegen bestiegen werden und bietet schöne Ausblicke über die Insel bis zur Nachbarinsel Santiago.

Calheta

3km nach Morro kommt man nach Calheta mit seinen wunderbar grünen Akazienwäldern. Auch hier werden die seltenen Besucher von einer weiß und gelb getünchten Dorfkirche und niedlichen farbenfrohen Häusern begrüßt. In einer kleinen Köhlerei wird aus dem teilweise künstlichen Baumbestand um Calheta Holzkohle hergestellt und in erster Linie nach Praia exportiert. Ansonsten leben die Einwohner Calhetas vom Fischfang. Der weite Strand lädt nicht nur zum Beobachten der Fischer, sondern auch zu ausgedehnten Strandspaziergängen ein, die nach etwa einer Stunde Richtung Norden zu den weiten Salzwiesen Maios und dem kleinen, aber besonders netten Strand Praia da Calhetina führen.

Morrinho

Direkt in der Nähe der Dünen und Salzwiesen im Nordwesten liegt auch das Dörfchen Morrinho. Für Morrinho ist „verschlafen” ein Hilfsausdruck, hier tut sich absolut nichts, viele der Häuser sind gar nicht mehr bewohnt. Im Zentrum erhebt sich die dörfliche Kirche, gesäumt von prachtvollen Oleanderbüschen. Die salzhaltige Landschaft um Morrinho herum ist allerdings ein Traum. Die gleißende, ebene Landschaft wird nur von dunklen Büschen und hin und wieder ein paar Rindern unterbrochen und zieht sich unter strahlend blauem Himmel bis zum völlig einsamen Praia de Santana.

An der Ostküste entlang

Von der nächsten Ortschaft, Cascabulho, aus führt eine Piste direkt an den traumhaften Strand Praia de Galeão an der Nordküste Maios. Die 6km weite Bucht wird von Sanddünen gesäumt und eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergängen, denn Schwimmen ist hier so gut wie nie möglich. Weiter auf der Straße durchquert man Pedro Vaz und kann danach auf einer Straße Richtung Süden zum Monte Penoso, dem höchsten Berg Maios, fahren. Dieser macht seinem Namen „mühsamer Berg” alle Ehre, denn wer ihn besteigen möchte, muss sich seinen Weg durch Buschwerk und Geröll selbst suchen. Zu seinem Fuß liegt die kleine Capela Nossa Senhora do Rosário aus dem 18. Jahrhundert.

Nach dem Monte Pentoso führt die Straße weiter nach Alcatraz und Figueira Seca. Auf dieser Strecke ist es stellenweise so ruhig, dass man sein eigenes Herz schlagen hört. Kein noch so leises Vogelzwitschern durchbricht die flirrende Hitze. Ab dann führt eine größere Straße weiter nach Ribeira Dom João, einer nach der Einsamkeit willkommenen Taloase mit wunderschönem Strand und herrlich klarem Wasser. Folgt man der anderen größeren Straße geht es nach Figueira da Horta und wieder zurück nach Vila do Maio. Dazwischen liegt noch das geisterhafte Dorf Casas Velhas, welches nach einer Epidemie von seinen Bewohnern völlig verlassen wurde.