Assomada, Santiago, Kap Verde

Das Hinterland von Santiago ist eine Wunderwelt aus grün bewachsenen Gebirgsregionen, Kap Verde - © Alexander Manykin / Shutterstock
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Santiago ist die größte und „afrikanischste“ Insel der Kap Verden. Die Stadt Assomada liegt in einer üppig grünen Hochebene im Zentrum von Santiago und beinhaltet die afrikanische Seele des Archipels.

Santiago ist die größte Insel der Kap Verden und beherbergt gut die Hälfte der Einwohner des gesamten Archipels. Seine Hauptstadt Praia ist das wirtschaftliche und politische Zentrum der Kap Verden. Auf einer Fläche von knapp 1.000km2 gibt es auf Santiago landschaftlich am meisten zu entdecken, von imposanten Gebirgszügen mit smaragdgrünen Felsnadeln über eindrucksvolle Schluchten und fruchtbare Täler bis hin zu feinsandigen Stränden und malerischen Buchten.

Santiago wird von zwei vulkanischen Bergketten dominiert, die für die Fruchtbarkeit Santiagos verantwortlich sind. Im Zentrum der Insel erhebt sich der Pico d’Anónia, mit knapp 1.400 Metern der höchste Berg der Insel. Im Norden zieht sich die Serra Maiagueta von der Ost- bis zur Westküste, die eine Höhe von 1.064 Metern erreicht und von den eher trockenen „Ribeiras” genannten Tälern durchzogen wird.

Das Hinterland von Santiago ist eine Wunderwelt aus grün bewachsenen Gebirgsregionen, Kap Verde - © Alexander Manykin / Shutterstock
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Dazwischen breiten sich die so genannten „Achadas”, Hochebenen aus, die auf vergleichsweise feuchtem Untergrund eine üppige Vegetation mit Akazien und Feigenbäumen hervorgebracht haben und Santiago zur landschaftlich produktivsten Insel der Kap Verden machen. Zuckerrohr, Bananen, Kaffee, Gemüse und Obst sowie Bohnen und Mais gedeihen im feuchten Klima Santiagos weit besser als auch anderen Inseln des Archipels.

Als ehemaliges Zentrum des Sklavenhandels gilt Santiago auch als die „afrikanischste” Insel des Archipels. Viele dunkelhäutige Einheimische stammen von den so genannten „Rebelados” ab, Sklaven, die einst vor ihren Herren in das unzugängliche Herz der Insel geflohen sind.

Von Praia nach Assomada – ins Herz Santiagos

Santiago kann mit dem Auto bequem über das gut ausgebaute Straßennetz erkundet werden. Ein absolutes Muss ist dabei die Strecke von Praia an der Südküste Santiagos über Assomada nach Tarrafal in den Norden.

Verlässt man Praia in Richtung Norden ist der erste Ort, den man erreicht, São Domingos, eine der ältesten Siedlungen der Insel. Nach São Domingos führt eine Sackgasse weiter durch steile Klippen und Bohnen- und Maisfelder bis Rui Vaz und zum Naturpark Serra do Pico d’Antónia. Die nahe gelegene Quinta da Montanha bietet sowohl Unterkunft und Verpflegung, als auch Führungen durch den Naturpark. Die Straße endet auf 1.050 Metern Höhe am Monte Xota, von wo aus der Blick bis zum knapp 1.400m hohen Pico d’Antónia, der höchsten Erhebung der Insel fällt.

Wieder zurück in São Domingos führt die Straße weiter nach Norden. Vor São Teves lohnt ein Abstecher nach São Jorge dos Orgãos. Das Dorf liegt in einem Tal mit hohen Felsen, die wie Orgelpfeifen („orgãos”) gen Himmel streben. In der Ortschaft ist eine landwirtschaftliche Versuchsanstalt angesiedelt, die den kleinen botanischen Garten von São Jorge dos Orgãos unterhält. Ihr Büro liegt gleich neben der Kirche und bietet Informationen zu Flora und Fauna der Kap Verden an. Wieder zurück bei São Teves geht es weiter durch Picos, wo sich mächtige Kirchtürme vor dunklem Vulkangestein erheben, bis nach Assomada.

Assomada

Assomada ist die größte Siedlung im Inselinneren von Santiago und liegt etwa auf halber Strecke von Praia im Süden Richtung Tarrafal an der Nordküste. Inmitten der Tafelberge im Herzen Santiagos schmiegt sich Assomada wie in eine moosgrüne Hängematte in seine Achada (Hochebene).

Assomada ist ein malerisches Bergdorf inmitten saftig grüner Hänge auf Santiago, Kap Verde - © Alexander Manykin / Shutterstock
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Auf dem farbenfrohen Markt kann man die afrikanische Seele der Kap Verden mit allen Sinnen hautnah erleben. Im Gewirr des dunklen Basars werden Kühe, Ziegen, Früchte, Gemüse, Fisch, Töpferwaren, Körbe, Stoffe, Möbel, Schuhe und chinesische Textilien angeboten.

Im Süden des Marktes liegt das historische Stadtzentrum von Assomada. Hier befinden sich teils renovierte Häuser im Kolonialstil, die katholische Kirche und das Rathaus. Im Museu Tabanca können historische Gegenstände und Handarbeiten besichtigt werden.

Nirgendwo sonst sind die afrikanischen Wurzeln der kapverdischen Einwohner so sehr zu spüren wie in Assomada. Hier lebt noch der Batuk, ein traditionelles Klagelied, mit dem sich vor allem die afrikanischen Frauen stimmgewaltig den Kummer der Unterdrückung und Sklaverei aus der Seele singen. Begleitet werden sie von Trommelrhythmen, die auf mit Stofffetzen gefüllten Plastiksäcken geschlagen werden. Ausgelassene Tänze zum Batuk lassen sie die Mühsal ihres Lebens vergessen.

Von Assomada verläuft die Hauptroute nach Tarrafal weiter Richtung Norden.