Insel Sal, Kap Verde

Die Insel Sal präsentiert sich auf den ersten Blick als langweilige, flache und absolut trockene Wüsteninsel, Kap Verde - © Piotr G / Shutterstock
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Mit dem einzigen internationalen Flughafen das Eingangstor auf die Kap Verden präsentiert sich die ehemalige Salzinsel Sal auf den ersten Blick trocken und öd. Doch auf den zweiten Blick lassen sich traumhafte Strände mit ganzjähriger Badetemperatur im Atlantik, heilsame Salzseen und luxuriöse Hotelanlagen entdecken.

Die langgestreckte Insel Sal ist die östlichste Insel der Kap Verden und durch den internationalen Flughafen die erste Insel, die ausländische Gäste zu Gesicht bekommen. Sie präsentiert sich auf den ersten Blick flach, trocken, wüstenartig, ohne viel Grün, ohne viel Schatten – dafür mit viel, viel Sonne und fantastischen Stränden.

Durch den einzigen internationalen Flughafen der Kap Verden floriert auch der Tourismus auf dem 30km langen „goldenen Splitter im Ozean”. Auf Sal leben mittlerweile 20.000 Menschen, von denen nur etwa 10% über 40 Jahre alt sind. Taucher, Kite- und Windsurfer und Sonnenanbeter fühlen sich auf Sal pudelwohl, alle anderen fliegen meist rasch weiter zu den reizvolleren Inseln der Kap Verden.

Sal – Sonne, Sonne, Sonne

Sal wird vom Wetterfrosch mit durchschnittlich 330 Sonnentagen im Jahr verwöhnt. Auf Sal gibt es keine Berge, die eine Wolkenbildung ermöglichen würden. Der Monte Grande im Norden von Sal ist mit seinen 405 Metern als höchste Erhebung der Insel eher ein Hügelchen als ein „großer Berg”. Wenn es auf Sal regnet, dann am ehesten zwischen August und Oktober. Doch auch in dieser „Regenzeit” reicht die Nässe von oben nicht aus, um auf Sal so etwas wie Vegetation zu ermöglichen. Durchschnittlich regnet es an 10 Tagen pro Jahr (in London sind es 145) und im Mai hat es seit Beginn der Aufzeichnung noch gar nie geregnet.

Die Sonne brennt unbarmherzig auf die flache Insel Sal, die ohne ein bisschen Schatten einer verbrannten Mondlandschaft gleicht, Kap Verde - © Piotr G / Shutterstock
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Es gibt auf Sal keine Berge, keine Täler oder Schluchten, keine Kulturdenkmäler oder Nationalparks. Die Hauptaktivitäten auf Sal haben mit Hitze und Meer zu tun und beschränken sich auf Faulenzen im Sand, Wassersport und endlose Strandspaziergänge. Selbst das Nachtleben müssen die Touristen selbst mitbringen. Außerhalb der Hotelbars ist nicht viel los. Wer dennoch etwas mehr von der Insel sehen möchte, kann die faszinierenden Lichtspiegelungen des Olho Azul („Blaues Auge”) in Buracona oder die alten Salinen in Pedra de Lume besichtigen.

Espargos

Genau in der Mitte von Sal liegt seine Hauptstadt Espargos, 3km nördlich des Flughafens. Espargos entstand im Jahr 1939, als die Italiener unter Benito Mussolini den Bau des Flughafens auf Sal starteten. Für die italienischen Flieger Richtung Südamerika war Sal der perfekte Zwischenstopp zum Auftanken und auch die südafrikanischen Fluglinien, die während der Apartheid in vielen afrikanischen Ländern nicht landen durften, nutzten Sal als Stop-over. Für die Flugzeug-Crews wurden in Espargos und Santa Maria die ersten Hotels gebaut und schließlich wurde Sal vor allem durch seine wunderschönen Strände auch für den Tourismus entdeckt.

Seinen Namen „Spargel” hat die Stadt vom wilden Spargel, der angeblich einst dort wuchs. Damals bestand Espargos nur aus Quartieren für die Flughafenarbeiter, heute zählt Sals Hauptstadt an die 8.000 Einwohner und ist Sitz des Bürgermeisters, der Stadtbibliothek und des Gesundheitszentrums.

Für Besucher hat Espargos wenig zu bieten, außer Geschäfte aller Art, die überwiegend afrikanisches Handwerk verkaufen und die praktischen Dinge des Reiselebens, wie die Post, eine Bank, Bars, Internetcafés und auch ein Hotel und einige Pensionen. Touristisch geht anderswo – auf den Stränden und vor allem in Santa Maria – die Post ab.

Palmeira

Palmeira liegt wenige Kilometer westlich von Espargos. Die wenig spektakuläre Siedlung ist mit der Meerwasserentsalzungsanlage so etwas wie die Technikzentrale der Insel und wird als Export- und Importhafen genutzt. Ein Extra-Abstecher dorthin lohnt sich nicht, denn außer das geschäftige Treiben am Hafen, einigen Bars und Restaurants gibt es wenig zu sehen. Der Weg dorthin führt durch wüstenartige Landschaft, in der Luftspiegelungen wie in der Sahara möglich sind. Doch es fehlt die unheimliche Weite der Wüste, denn der dunkelblau glitzernde Atlantik ist nie weit entfernt.

Es gibt auf Sal keine Berge, keine Täler oder Schluchten, keine Kulturdenkmäler oder Nationalparks, sondern lediglich Hitze und Meer, Kap Verden - © Styve Reineck / Shutterstock
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