Praia, Santiago, Kap Verden

Der alte Leuchtturm am Hafen von Praia auf der Insel Santiago könnte einen neuen Anstrich vertragen, Kap Verde - © Alexander Manykin / Shutterstock
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Praia ist die Hauptstadt der Kap Verden und erinnert mit Hektik und Lärm an eine typische europäische Großstadt. Lediglich am Wochenende zeigt sich Praia von seiner ruhigen, entspannten Seite.

Praia ist nicht nur die Hauptstadt von Santiago, sondern vom gesamten Archipel der Kap Verden. Sie liegt im Süden von Santiago auf einem Plateau etwa 40m über dem Meer. Seit 1770, nach dem Untergang der ehemaligen Hauptstadt Cidade da Riebeira Grande de Santiago fungiert sie als politisches und wirtschaftliches Zentrum der Kap Verden. In Praia hat die Regierung der Kap Verden ihren Sitz, befindet sich das größte Krankenhaus der Inselgruppe, die meisten Banken und das Hauptpostamt inklusive Sondermarkenbüro.

Die gut 100.000-Einwohner-Stadt ist noch immer im Wachsen begriffen und passt in das Bild einer typischen Großstadt. In Praia ist es hektisch und laut, Villenviertel und Slums, die an die brasilianischen Favelas erinnern, existieren Seite an Seite. Zwischen himmelhohen Betonklötzen eilen Geschäftsleute, Regierungsbeamte und Diplomaten hin und her, die jeden Tag noch durch zehntausende Pendler verstärkt werden.

Rundgang durch Praia

Praia ist eigentlich kein klassisches Touristenziel, hat für seine Gäste dennoch die eine oder andere Sehenswürdigkeit zu bieten.

Tipp: Wer sich im lauten Trubel einer Großstadt nicht wohl fühlt, sollte Praia an einem Sonntag erkunden. Ohne Geschäftsleute ist die Hauptstadt von Kap Verde nahezu ausgestorben.

Altstadtviertel (Plato)

Das Altstadtviertel von Praia liegt etwas erhöht auf einem Plateau und erfreut den Besucher mit seinen prachtvollen Kolonialbauten. Zentraler Platz ist der eindrucksvolle Praça de Albuquerque, der von der Kirche Nossa Senhora da Graça, dem Justizpalast, und einem historischen Bankgebäude gesäumt wird.

In Richtung Norden lässt sich ein quirliger Lebensmittelmarkt entdecken, sowie in einer Parallelstraße das ethnografische Museum. In Richtung Meer endet die Straße am befestigten Altstadtrand, wo heute noch die Kanonen der historischen Festung Bateira auf das blauglitzernde Meer hinausragen. Von der Brüstung tut sich ein fantastischer Panoramablick über die Küste Santiagos auf.

Südlich der Bateira thront der Präsidentenpalast der Kap Verden. Er war im 19. Jahrhundert Sitz der portugiesischen Gouverneure und erinnert mit seinen Flaggen und dem portugiesischen Obelisken auch heute noch an ein Kastell.

Cha d’Areia

Südwestlich des Altstadt-Plateaus betritt man über eine Rampe den Stadtteil Cha d’Areia. Am nahe gelegenen Strand, dem Praia da Gamboa kann man zwar aufgrund von Verunreinigungen nicht baden, dafür ist er jedes Jahr Schauplatz des größten Musikfestivals der Insel. Der Blick über das Meer fällt auf die Ilhéu de Santa Maria, besser bekannt als „Lazareto”, wo Matrosen von unter Quarantäne gestellten Schiffen untergebracht wurden. Erst nach 40 Tagen („quarenta dias” – daher der Begriff „Quarantäne”) durften sie das Festland wieder betreten.

 

Das Parlamentsgebäude in Praia, der Hauptstadt der Kap Verden, auf der Insel Santiago - © Alexander Manykin / Shutterstock
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Prainha

Der Stadtteil Prainha wird von einem weithin sichtbaren Leuchtturm dominiert und glänzt mit wunderschönen Villen ausländischer Botschaften und betuchter Einheimischer. Der gleichnamige Strand Praia Prainha kann zum Baden genutzt werden und führt bis zum Leuchtturm Maria Pia. Wer seinen Strandspaziergang weiter fortsetzt, erreicht die Quebra Canela („Knochenbrecher”), der Stadtstrand, an dem sich nach der Arbeit oder am Wochenende die Einheimischen treffen.

Achada de Santo António

Das Parlamentsgebäude thront unübersehbar im Stadtteil Achada de Santo António im Westen von Praia. Das große Gebäude aus Stahl und Glas war einst ein Geschenk der Chinesen, die sich auch gleichzeitig den Handel sicherten.

Nach seiner Besichtigung bietet sich ein kurzer kulinarischer Abstecher an, denn Achada de Santo António weist die höchste Konzentration an Restaurants, Bars und Nachtclubs auf.

Várzea

Das Viertel Várzea ist vor allem für seinen labyrinthartigen Mercado de Sucupira berühmt, wo es nichts gibt, was man nicht kaufen kann. Von typisch kapverdischer Musik und afrikanischen Stoffen und Handwerk über Töpfer- und Korbwaren bis hin zu Lebensmittel und Elektrogeräten wird hier so ziemlich alles angeboten. Imbissstände aus aller Welt bieten ihre Menüs an, die man allerdings sicherheitshalber nur mit einer robusten Verdauung genießen sollte.