Kathedrale von Arequipa, Peru

1868 zerstörte ein Erdbeben die Basilika, die Glockentürme, das Portal, einige Bögen der Fassade und die Altäre wurden originalgetreu wieder aufgebaut,  Kathedrale von Arequipa, Peru - © flog / franks-travelbox
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Die Kathedrale von Arequipa wurde seit Baubeginn im 16. Jahrhundert bis heute viele Male durch Naturkatastrophen zerstört und wieder aufgebaut. Heute beeindruckt die gigantische Basilika am Hauptplatz von Arequipa durch ihre schiere Größe und die dazu passende voluminöse Orgel, angeblich die größte Südamerikas.

Die Kathedrale von Arequipa befindet sich am Hauptplatz „Plaza de Armas” in der Hauptstadt der gleichnamigen peruanischen Provinz Arequipa und war eine der ersten Kirchen, die in Arequipa erbaut wurden. Die Basilika Catédral, wie sie auf spanisch heißt, ist Sitz des Erzbischofs und damit die bedeutendste katholische Kirche der Stadt und der Erzdiözese Arequipas.

BILDER: Kathedrale von Arequipa

Die Basilika von Arequipa gilt als eine der berühmtesten und ungewöhnlichsten Kathedralen seit der Eroberung Perus durch die Spanier. Errichtet aus schneeweißem Sillargestein vulkanischen Ursprungs beherrscht sie die komplette Länge des Hauptplatzes der Stadt.

Ihre prachtvolle Erscheinung der Neo-Renaissance beeindruckt mit ihren beiden mächtigen knapp 30m hohen Türmen, die riesenhaften Zinnen gleich aus der imposanten Fassade über die gotischen Gewölbe aufragen. Die Uhr im Glockenturm stammt übrigens aus England und wurde erst 1854 installiert.

In ihren in hellem Gelb und Weiß gehaltenen Innenräumen sind eine Orgel von Loret aus Belgien, angeblich die größte Orgel Südamerikas, zwölf imposante Holzskulpturen der Apostel, ein wertvoller Marmorboden, sowie eine prächtige mit fantastischen Holzschnitzereien verzierte Kanzel aus Frankreich zu bestaunen.

Geschichte der Kathedrale: Erdbeben ohne Ende

Die Kathedrale von Arequipa am Hauptplatz „Plaza de Armas“ bei Nacht, Peru - © Maciek A / Shutterstock
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Die Kathedrale von Arequipa hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Baubeginn war eigentlich bereits bei Gründung der Stadt Arequipa im Jahr 1540, als der Ort der Kirche vom Stadtgründer mit einem Kreuz markiert wurde, 4 Jahre später wurden die Verträge mit den Zimmermännern Juan Rodríguez und Gregorio Álvarez unterschrieben. Noch im selben Jahr ward auch der Architekt Toribio de Alcaraz gefunden und der Bau konnte beginnen.

Im Jänner 1583 zerstörte ein Erdbeben die Kirche, sie wurde wieder aufgebaut. Kurz vor Bauabschluss im Februar 1600 erschütterte ein Vulkanausbruch des Huaynaputina die Grundfesten der Basilika, die anschließenden gewaltigen Erdstöße und der Ascheregen zerstörten große Teile des Neubaus; die noch erhaltenen Überreste wurden in einem Erdbeben vier Jahre später zu Boden gerissen.

Dennoch: Als Arequipa 1609 sich von Cusco löste und zu einer eigenen Erzdiözese wurde, beschlossen die Arequipaner allen grauen Vorzeichen zum trotz, die Kathedrale abermals zu errichten, was letztendlich im Jahr 1621 auch in Angriff genommen wurde. Beauftragt wurde Andrés de Espinoza. Dieser starb 7 Jahre später.

Die gigantische Basilika am Hauptplatz von Arequipa beeindruckt durch ihre schiere Größe, Peru - © flog / franks-travelbox
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Die scheinbar verfluchte Konstruktion der Basilika wurde endlich 1656 mit einer gewaltigen Größe von knapp 85 mal 25m fertiggestellt. Die folgenden Erdbeben in den Jahren 1666, 1668, 1687 und 1784 beschädigten die Kathedrale zwar, sie konnte aber im Nu wieder repariert werden. Und da Erdbeben ja schon langweilig waren, wurde 1844 die Kirche durch ein Feuer zerstört. Viele Gemälde, Skulpturen und Einrichtungsgegenstände fielen den gierigen Flammen zum Opfer.

Der anschließende Neubau war wie dem Schicksal zum Trotz noch prächtiger als der alte. Die noch heute existierende Fassade hat eine Höhe von 40 und eine Länge von 107 Meter und nimmt, wie bereits erwähnt, eine gesamte Seite des Hauptplatzes von Arequipa ein.

1868 zerstörte das nächste Erdbeben die Basilika, die Glockentürme, das Portal, einige Bögen der Fassade und die Altäre wurden originalgetreu wieder aufgebaut. Die letzte Beschädigung durch ein Erdbeben erlitt die Kathedrale 2001, beide Türme wiesen schwere Schäden auf, die jedoch nur ein Jahr später wieder repariert waren.