Plaza und Basilika San Francisco in La Paz, Bolivien

Der Plaza de San Francisco mit der pompösen Barock-Basilika sollte fixer Bestandteil jeder Sightseeing-Tour von La Paz sein, Bolivien - © Pocholo Calapre / Shutterstock
© Pocholo Calapre / Shutterstock

Der Plaza de San Francisco mit der pompösen Barock-Basilika inklusive Kloster und Museum sollte fixer Bestandteil jeder Sightseeing-Tour von La Paz sein.

Die prunkvolle Basilika San Francisco zählt neben dem imposanten Plaza Murillo zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von La Paz. Ihre pompöse Barock-Architektur verbindet den spanischen Kirchenbau-Stil gekonnt mit indigenem Dekor und gilt als eine der schönsten in ganz Südamerika. Die eindrucksvolle Basilika befindet sich am gleichnamigen Platz im Zentrum von La Paz und ist dem Hl. Franz von Assisi geweiht.

Der Plaza de San Francisco hätte eigentlich der Plaza Mayor, der wichtigste Hauptplatz von La Paz, werden sollen. Mit diesem Titel wird jedoch zunehmend der Plaza Murillo bedacht, der mit Parlament, Kongressgebäude und der Kathedrale von La Paz ebenfalls eindrucksvoll anzusehen ist. Vor der Basilika thront eine Statue aus Steinsäulen, die zu Ehren der Tiwanaku, der Inka und der modernen Kultur von Bolivien errichtet wurde.

Errichtung der Basílíka de San Francisco durch die Aymara

Die Errichtung der Basilika startete noch während der Kolonialzeit im Jahr 1549, ein Jahr nach der Gründung des Franziskanerklosters durch den Mönchsbruder Francisco de Morales. Er gab der Basilika seinen Namen und wurde in der Kirche bestattet. Der Franziskanerorden hatte bereits noch früher Fuß gefasst, noch bevor La Paz 1548 durch Alonzo de Mondoza gegründet wurde.

1581 wurde der erste Bau vollendet. Die heutige Kirche entstand von 1743 bis 1753, nachdem ihr Vorgängerbau Anfang des 17. Jahrhunderts unter Schneelast zusammengebrochen war. Die dreischiffige Kirche mit Tonnengewölbe wurde zur Gänze von den Aymara errichtet, die es auch bestens verstanden, spanische Kolonialarchitektur mit indigenen Schmuckelementen zu verbinden. Und so sind auf der Fassade der Basílíca de San Francisco nicht nur römisch-katholische Symbole, sondern auch Schlangen, Drachen, Vögel und Masken zu sehen.

Die Weihe der Basilika erfolgte im Jahr 1758, obwohl die Fassade erst 1790 und der einzelne Turm erst Ende des 19. Jahrhunderts fertiggestellt wurden. Schon damals wurde die Kirche von den Aymara und den Spaniern genutzt, die Spanier hatten allerdings ihren eigenen Eingang über eine Brücke über dem Fluss. 1948 wurde sie durch Papst Pius XII in den Stand der Basilica Minor erhoben.

Centro Cultural Museo San Francisco

Direkt an die Basílíca de San Francisco angeschlossen sind ein Kloster und ein Museum, welches 2005 als Teil des Klosters gegründet wurde. Das Centro Cultural Museo San Francisco beherbergt kunstvolle Fresken aus dem 17. und 18. Jahrhundert, sowie mehrere sakrale Gemälde, die zum Großteil von indigenen Künstlern stammen.

Besuch und Führungen in der Basilika

Im pompösen Inneren der Basilika dominiert mit kleinen Altären aus Zedernholz und Blattgold-Dekor der Neoklassizismus. Besonders filigran präsentiert sich der Goldschmuck auf dem meisterhaft geschnitzten Flügelaltar.

Neben dem Kirchengebäude selbst, das kostenlos besichtigt werden kann, werden für ein paar Dollar auch Führungen durch das Kloster angeboten. Im Zuge derer sind auch die Mönchszellen, der Kreuzgang, der Garten und der Gemüsegarten des Klosters für Besucher zugänglich. Die einmalige Gelegenheit, die Katakomben mit dem Grab von Pedro Murillo, den Glockenturm und das Dach der Basilika zu besuchen, sollten Sie sich nicht entgehen lassen!