Eremitage in St. Petersburg, Russland

Die Eremitage in der russischen Stadt St. Petersburg zählt zu den größten und wichtigsten Kunstmuseen der Welt; Sie umfasst über 60.000 Ausstellungsstücke in 350 Sälen - © Irina Burakova / Shutterstock
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In der prachtvollen Eremitage in St. Petersburg begann Katharina die Große mit ihrer leidenschaftlichen Kunstsammlung. Heute ist die Eremitage eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.

Die Eremitage in der russischen Stadt St. Petersburg zählt zu den größten und wichtigsten Kunstmuseen der Welt. Sie umfasst über 60.000 Ausstellungsstücke in 350 Sälen und knapp 3 Millionen weitere Exponate im Archiv. Gemeinsam mit der St. Petersburger Innenstadt wurde die Eremitage 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Eremitage in St. Petersburg

 

Das Gebäude der Eremitage selbst lässt Besuchern schon den Atem stocken. Der riesige Komplex besteht aus der Kleinen Eremitage, der Alten und der Neuen Eremitage, dem Eremitage-Theater und dem prächtigen Winterpalast, in dem früher die russischen Zaren residierten. Alle Gebäude stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Der fantastische Winterpalast der St. Petersburger Eremitage

Der erste Winterpalast entstand im frühen 18. Jahrhundert, wurde zweimal niedergerissen und durch ein Feuer zerstört. Das heutige Prunkstück des russischen Barock stammt aus dem Jahr 1839 und wurde seither mehrmals saniert, da ihm vor allem die Feuchtigkeit des Flusses Newa und des Bodens und der Besucheransturm zu schaffen machen. Der rechteckige Winterpalast ist mit über 3m hohen Statuen gekrönt und fällt durch seinen außerordentlichen Fassadenschmuck auf, der auf keiner Seite gleich ist und auch von Fensterreihe zu Fensterreihe variiert.

Der Fassadenschmuck des barocken Winterpalastes der Eremitage in St. Petersburg ist auf keiner der vier Seiten gleich, Russland - © Art Konovalov / Shutterstock
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Entstehung des Kunstmuseums

Zarin Katharina die Große war eine leidenschaftliche Kunstsammlerin und brachte die ersten kostbaren Gemälde in der klassizistischen Kleinen Eremitage unter, die vom französischen Jean-Baptiste Vallin de la Mothe in den 1770er-Jahren errichtet wurde. Mit der Zeit wurde die Kunstsammlung immer umfassender, Katharina II sammelte Gemälde, Skulpturen, Münzen, Zeichnungen und Bücher aus aller Welt.

1787 wurde die Kleine Eremitage zu klein und vom Hofarchitekten Georg Friedrich Veldten die eher schmucklose Große Eremitage angebaut. Im selben Jahr wurde auch das private Eremitage-Theater für die Zarenfamilie fertig, damals das erste Theater von St. Petersburg. Bühne und Zuschauersaal sind zwar noch vorhanden, doch heute wird es hauptsächlich als Verwaltungsgebäude benutzt und kann nicht besucht werden.

In der Eremitage in St. Petersburg sind viele der weltgrößten Meister vertreten. Leonardo da Vinci, Pablo Picasso, Rembrandt, Rubens sind nur einige wenige klingende Namen, Russland - © Iakov Filimonov / Shutterstock
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Das letzte Gebäude war die Neue Eremitage, die 1852 vom Hofbaumeister König Ludwigs I. Leo van Klenze fertiggestellt wurde. Sie ist heute für die Atlas-Figuren berühmt, die an ihrer Fassadenseite stehen, und für den prachtvollen Gang, der ein kompletter Nachbau von dem Raffaels im Vatikan ist. Die Neue und die Große Eremitage wurden bereits 1852 unter Zar Nikolaus I. als Museum eröffnet. 1918, nach dem Ende der Zarenherrschaft, wurde auch der Winterpalast mit seinen Prunkräumen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Schätze des Kunstmuseums

In der Eremitage in St. Petersburg sind viele der weltgrößten Meister aus den verschiedensten Ländern vertreten. Leonardo da Vinci, Pablo Picasso, Cezanne, Rembrandt, Rubens, van Gogh, Matisse (die größte Sammlung seiner Werke außerhalb Frankreichs) und Gaugin sind nur einige wenige klingende Namen, deren Meisterwerke in der Eremitage bestaunt werden können.

Die Galerie in der Eremitage wurde in den 1780er Jahren als Replikation der Loggia im Apostolischen Palast in Rom gemalt, St. Petersburg, Russland - © tovovan / Shutterstock
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Neben den eindrucksvollen Gemälden und den prachtvollen Räumlichkeiten der Paläste sind auch Exponate aus der Prähistorischen bis zur Modernen Zeit ausgestellt, darunter antike Vasen, griechische und römische Statuen, archäologische Funde, geschliffene Edelsteine, Kleidung und Schmuck der russischen Zaren, Thronsessel, Waffen, kostbare Uhren, fantastische Werke aus Gold, Silber, Porzellan und eine umfassende Münz- und Medaillensammlung mit 900.000 Stücken.

Die Sammlung der St. Petersburger Eremitage umfasst beinahe zehn mal so viele Ausstellungsstücke wie der Pariser Louvre.

Tipp: Um alle Kostbarkeiten der St. Petersburger Ermitage ausgiebig betrachten zu können, wäre mehr als ein ganzer Tag an Zeit nötig. 5-6 Stunden sollte man also für einen Besuch einplanen, nach dieser Zeit haben im Kopf meist ohnehin keine weiteren Exponate mehr Platz. Die Wege durch die Prunksäle sind weit – unbedingt bequeme Schuhe anziehen!

Die Sammlung der St. Petersburger Eremitage umfasst beinahe zehn mal so viele Ausstellungsstücke wie der Pariser Louvre, Russland - © cesc_assawin / Shutterstock
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Pelzige Bewohner in den Prunksälen

Wer in den Prunksälen der Eremitage eine Katze herumlaufen sieht, sollte sich nicht wundern. Etwa 50 der eleganten Stubentiger bevölkern die Höfe und Keller der St. Petersburger Eremitage und lassen sich hin und wieder auf ihren Schleichwegen zwischen den Ausstellungsstücken blicken. Auch ihre Anwesenheit geht übrigens auf eine große russische Herrscherin zurück. Bereits vor 250 Jahren ließ Elisabeth Petrovna, die Tochter von Peter dem Großen, die ersten Katzen in den Winterpalast bringen, um sich um die unerwünschten Mäuse und Ratten zu kümmern.


Weiterführende Links:

Offizielle Seite der Eremitage in St. Petersburg (englisch)