Ruwenzori-Gebirge (Mondberge), Uganda

Afrikanische Savanne und die Ruwenzori-Berge im Hintergrund, Uganda - © Pichugin Dmitry / Shutterstock
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Das Ruwenzori-Gebirge (Mondberge) im Westen Ugandas zählen zu den unberührtesten Gebieten der Welt. Auf Wanderer warten dampfender Regenwald, wild rauschende Flüsse und vergletscherte Gipfel.

Das Ruwenzori-Gebirge – auch Mondberge genannt – liegt im Westen Ugandas ca. 50 Kilometer nördlich des Äquators. Das spektakuläre Gebirge ist ca. 120 Kilometer lang und 50 Kilometer breit. Es ist eine der wildesten aber auch beeindruckendsten Regionen von Afrika und seit 1994 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Hier findet man noch große wilde Flüsse, unter anderem die Quelle des Nil, und einige wunderschöne idyllische Seen.

Das Ruwenzori-Gebirge beherbergt zehn vergletscherte und sieben über 4.800m hohe Gipfel. Die eindrucksvollen Gletscher sind wie leider überall auf der Welt durch die steigenden Temperaturen auf dem Rückzug. Die Margherita-Spitze des Stanley-Massivs ist mit einer Höhe von 5.109 Metern nach dem Kilimandscharo (5.895m) und dem Mount Kenya (5.200m) der dritthöchste Berggipfel Afrikas. Ruwenzori ist das einzige hohe Gebirge von Afrika, das nicht vulkanischen Ursprungs ist.

Klima im Ruwenzori-Gebirge

Im Ruwenzori-Gebirge herrscht immer sehr hohe Luftfeuchtigkeit und es gibt permanent umfangreiche Niederschlagsmengen. Es regnet an mehr als 300 Tagen im Jahr. Deshalb und auch wegen der Verdunstung ist das Ruwenzori-Gebirge fast immer in Wolken und Nebel gehüllt. Während es auf den Gipfeln eisig kalt ist, herrscht in den tiefen Lagen feuchte, aber warme Witterung. Die Temperaturen fallen über 4.000 Meter regelmäßig unter die Null-Grad-Grenze, womit auch die Vergletscherung der Gipfel möglich ist.

Trekking im Ruwenzori-Gebirge

Um zu den Gipfelregionen zu gelangen, sind anstrengende Fußmärsche von mehreren Tagen notwendig. Belohnt wird man für die Strapazen mit spektakulären Wasserfällen, üppigem Regenwald, gigantischen Baumfarnen, meterhohen Pflanzen, die teilweise mit Moos- und Flechtenteppichen überwuchert sind und dazwischen immer wieder leuchtende Farbtupfer von prächtigen Orchideen. Kurz: eine überwältigende Zauberwelt wie aus dem Märchenbuch.

Derzeit gibt es quasi keine andere Möglichkeit, die Gipfel zu erklimmen, als über den seit 1991 bestehenden Central Circuit Trail. Dieser Rundweg führt in 6 oder 7 Tagen mit 5 bzw. 6 Übernachtungen in Berghütten mitten durch das atemberaubende Zentrum der Mondberge. Die Übernachtungen müssen unbedingt vorher gebucht werden. Der Weg verläuft fast identisch mit der Route der Erstbesteigung – allerdings in umgekehrter Richtung. Man überquert dabei zwei Pässe, den Scott Elliott Pass auf einer Höhe von 4.372m und den Freshfield Pass auf 4.282m Höhe.

Die größte Herausforderung auf dieser eindrucksvollen Wanderung ist allerdings das regnerische Wetter. Oft kommt zum Regen auch noch dichter Nebel hinzu. Die Wege bestehen oft nur aus Matsch, Sümpfen und Wurzeln. Wenn dann aber einmal die Sonne durchkommt und die Wolken die Gipfel freigeben, weiß man, warum man sich diese Strapazen angetan hat.

Das Trekkingvergnügen ist allerdings kein billiges. Folgende Gebühren fürs Ruwenzori Trekking vom RMS (Rwenzori Mountaneering Services) galten 2012:

  • Der klassische Rundkurs 7 Tage/6 Nächte (ohne Gipfelbesteigung) über den Central Circuit Trail schlägt mit 780 US-Dollar zu Buche. Ein Führer ist im Preis inkludiert.
  • Für Koch und Extra-Träger kommen noch jeweils 70 US-Dollar hinzu.
  • Jeder zusätzliche Tag im Ruwenzori kostet 120 US-Dollar.
  • Die Kosten mit einer Besteigung der Margherita-Spitze betragen 990 US-Dollar.
  • Jeder weitere Gipfel kostet nochmals 150 US-Dollar extra.

Kurios – ugandische Skimeisterschaften

1958 fanden – einmalig – die ugandischen Ski-Meisterschaften auf dem Stanley Plateau in 4.500 Meter Höhe statt. Für den Weg zur Skipiste benötigte man ca. 4 Tage. Um in den 1955 gegründeten Ski Club of Uganda aufgenommen zu werden muss man zumindest einmal im Leben im Ruwenzori-Gebirge Ski gefahren sein.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Ruwenzori-Berge (englisch)