Nationalpark Mapungubwe, Südafrika

Landschaft im Nationalpark Mapungubwe in Südafrika - © Karel Gallas / Shutterstock
© Karel Gallas / Shutterstock

Mapungubwe im Norden Südafrikas war vor knapp tausend Jahren das größte Königreich Südafrikas. Seine hochentwickelte Zivilisation gilt als Vorläufer des Staates Simbabwe.

Die Ausgrabungsstätte Mapungubwe („Ort des Steins der Weisheit”) liegt im Norden von Südafrika direkt an der Grenze zu Mosambik und Simbabwe. Auf dem historischen Hügel werden seit dem Jahr 1933 Ausgrabungen durchgeführt. Die historischen Schätze wurden gemeinsam mit dem umliegenden Nationalpark im Jahr 2003 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde.

Größtes historisches Königreich Südafrikas

Die ersten Bauernsiedlungen am Fluss Limpopo gehen auf das Jahr 900 zurück. Die Stadt Mapungubwe Hill entstand zwischen dem frühen 11. und dem späten 13. Jahrhundert. Die hochentwickelte afrikanische Zivilisation von Mapungubwe erlebte ihre Blütezeit nur für etwa 70 Jahre ab etwa 1200. Auf der Kuppe des Hügels thronten die Herrscher der Region und ihre Soldaten. Die Ausgrabungen legten mehrere reich geschmückte Königsgräber und Palastruinen frei, stumme Zeugen des damaligen Reichtums. Zu den Fundstücken zählten Glasperlen und kunstvolle Arbeiten aus Gold, Kupfer, Porzellan und Elfenbein. Diese wertvollen Materialien lassen auf regen Handel mit der afrikanischen Ostküste bzw. den dortigen Gütern aus Indien, China und Ägypten schließen. Die Einwohner von Mapungubwe konnten bereits Eisen bearbeiten und erreichten durch Landwirtschaft, Baumwollanbau und Handelsbeziehungen großen Wohlstand. Highlight der kostbaren Artefakte ist ein großes, aus Holz geschnitztes Rhinozeros, das mit kostbarer Goldfolie überzogen wurde. Die Funde werden in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria aufbewahrt, Replikate davon sind in einem Museum im nahegelegenen Musina ausgestellt.

Am Fuß des Hügels wohnte das Volk von Mapungubwe, hier wurden die Überreste einer Stadt gefunden. Mapungubwe war damit der früheste Nachweis einer südafrikanischen Klassengesellschaft. Schätzungen zufolge betrug die Zahl der Menschen, die auf und um den Hügel lebte, damals etwa 9.000, davon lebten 5.000 in der Stadt, was das verlorene Königreich von Mapungubwe zum größten vorkolonialen Stadtstaat Südafrikas machte.

Nachdem sich im Norden Südafrikas das Klima änderte, war es mit den günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft vorbei und nach nur wenigen Jahrzehnten des Erfolgs begann der Niedergang der Stadt. An ihrer Stelle begann der Aufstieg des benachbarten Reiches Groß-Simbabwe. Das Königreich Mapungubwe geriet in Vergessenheit, erst im Jahr 1932 wurden Archäologen auf die hochinteressanten Artefakte aufmerksam.

Artenreiche Tier- und Pflanzenwelt dreier Länder

Die Umgebung der Ausgrabungsstätte von Mapungubwe um den Zusammenfluss von Limpopo und Shashe wurde aufgrund ihrer reichen Flora und Fauna zum Nationalpark erklärt, der sich bis nach Mosambik und Simbabwe erstreckt. Die Grenzzäune des Dreiländerecks sollten innerhalb des Nationalparks noch entfernt werden, denn auch die eisenzeitliche Zivilisation erstreckt sich über die Ländergrenzen, vor denen natürlich auch die zahlreichen Tiere des Nationalparks nicht halt machen. Ein erster grenzübergreifender Vertrag wurde bereits unterzeichnet.

Neben seinen archäologischen Schätzen hat der Nationalpark Mapungubwe eindrucksvolle Sandsteinformationen und eine großartige Artenvielfalt zu bieten. Die Auenwälder und riesenhaften Affenbrotbäume werden von Elefanten, Breitmaulnashörnern, Giraffen und zahlreichen Antilopenarten durchstreift. Der Himmel wird von mehr als 400 Vogelarten bevölkert und zu den Raubtieren des Mapungubwe-Nationalparks zählen Leoparden, Löwen und Hyänen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Mapungubwe Nationalparks (englisch)