Mount Kenya, Kenia

Der 5.200m hohe Mount Kenya kurz vor Sonnenuntergang, Kenia - © Jiri Haureljuk / Shutterstock
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Der Mount Kenya ist der zweithöchste Berg Ostafrikas. Auch ohne großartige Bergsteigererfahrung kann einer seiner Gipfel im ewigen Eis am Äquator erklommen werden.

Der Mount Kenya ist mit einer Höhe von 5.200m der höchste Berg Kenias und nach dem Kilimandscharo der zweithöchste Berg Afrikas. Er befindet sich im Zentrum von Kenia und ist vom Mount Kenya Nationalpark umgeben. Dieser wurde aufgrund seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt an den üppig grünen Hängen des Mount Kenya 1997 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Mächtiger Mount Kenya

Die Einheimischen nennen ihn Kinyaa, „leuchtender Berg”, wovon sich auch die Staatsbezeichnung Kenias ableitete.

Das gewaltige Massiv stellt das wichtigste Wasserreservoir Kenias dar. Durch seine Höhe sammeln sich oft Wolken an seiner Flanke, die häufiger abregnen, als sonst wo in Kenia. Die Hälfte der Wasserversorgung des Landes und 70% des durch Wasserkraft erzeugten Stroms stammen von den Flüssen des Mount Kenya. Durch die häufigen Niederschläge bildete sich an seinen Flanken sogar tropischer Regenwald, die mit größerer Höhe in afro-alpine Moor- und Buschlandschaften übergehen. Die Hochgebirgsregion bildet ein spektakuläres Kontrastprogramm zu den niederen Lagen. Zerklüftete Gletscherlandschaften und glasklare Bergseen dominieren die Gipfelregion des Mount Kenya, erstarrte Lavaströme, spitzzackige Gipfel und turmhohe Felsformationen zeugen noch von seiner vulkanischen Vergangenheit.

Von tropischer Hitze hinauf ins ewige Eis

Das Zentrum des Mount-Kenya-Massivs liegt etwa 15km südlich des Äquators, eine Besteigung des Mount Kenya gleicht damit einer fantastischen Reise von Afrikas tropischen Temperaturen in eine hochalpine Gesteinslandschaft mit ewigem Schnee und Eis. Insgesamt befinden sich auf dem Mount Kenya acht Gletscher, von denen Gregory und Lewis die größten sind. Dem Missionar, Ludwig Krapf, der im Jahr 1849 von Schnee am Äquator berichtete, wollte man zuerst keinen so rechten Glauben schenken. Erst 33 Jahre später wurde sein Bericht durch den schottischen Afrikaforscher Joseph Thomson bestätigt. Die Erstbesteigung des Mount Kenya erfolgte 17 Jahre später durch Sir Halford Mackinder, der die schroffen Gipfel des Massivs nach einer berühmten Medizinmann-Familie der Massai benannte: Mbatiang, Neilieng und Olonana.

Blick auf den Mount Kenya, der mit einer Höhe von 5.200m der höchste Berg Kenias und nach dem Kilimandscharo der zweithöchste Berg Afrikas ist, Kenia - © spirit of america / Shutterstock
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Die Besteigung des Mount Kenya kann vergleichsweise einfach bewältigt werden. Wer die höchsten Gipfel des Mount Kenya erklimmen möchte, kann bereits auf eine Höhe von 3.000m mit dem Auto vorfahren. Die beliebtesten Routen auf den Mount Kenya sind die Naro Moru-Route und die Chogoria-Route, die im jeweiligen gleichnamigen Ort starten und in zahlreichen Reiseführern penibel beschrieben sind. Aufgrund des großen Höhen- und Temperaturunterschieds sind 5-6 Übernachtungen am Mount Kenya zu empfehlen, um sich auf dieser Wanderung der Extreme in Ruhe an die wechselnden Bedingungen zu gewöhnen. Camps und Lodges stehen dafür ausreichend zur Verfügung. Am Ziel angekommen bieten sich unvergessliche Rundblicke über die fruchtbaren Ebenen und die weitläufigen Trockensavannen Kenias.

Die Tücken des Mount Kenya

Der Mount Kenya kann mit oder – kostengünstiger – ohne Führung erklommen werden, man sollte jedoch immer mindestens zu zweit auf den Berg gehen. Die Ausrüstung muss man zwar selber schleppen, dafür ist man automatisch nicht zu schnell unterwegs.

Der Mount Kenya ist trotz seiner geringeren Höhe um einiges schwieriger zu besteigen als der um fast 700m höhere Kilimandscharo. Die beiden höchsten Gipfel, heute Batian und Nelion genannt, können nur von erfahrenen Bergsteigern mit entsprechender Ausrüstung bezwungen werden. Heimtückische Gletscherfelder und steile Felswände bringen Kletterunerfahrene bald an ihre Grenzen.

Die Besteigung des dritthöchsten Gipfels, dem Lenana mit 4.985m, gleicht einer anstrengenden Hochgebirgstour und kann von Trekking-erprobten Wanderern mit ausreichend Kondition bewältigt werden. Die Herausforderung stellen hier steile Pfade und Schneefelder, aber keine Freikletter-Passagen dar. Wetterfeste Kleidung, Bergschuhe, ausreichend Wasser und Verpflegung sowie Zelt und Schlafsack sind auf dieser Alpinwanderung absolut notwendig.

Touren inklusive Führer und Träger können neben den großen internationalen Anbietern auch direkt in Nanyuki in den meisten Hotels gebucht werden, was meist eine Ersparnis von bis zu 50% bedeutet. Auch innerhalb der lokalen Anbieter gibt es noch Preisunterschiede. Für Aufstiege auf der Südseite bieten sich wettermäßig die Monate Januar und Februar an, auf der Nordseite sind August und September am trockensten. Generell muss man sich in den niederen Lagen auf tropischer Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit und in den höheren Regionen auf eisig-feuchte Kälte einstellen. Da es im Mount Kenya Nationalpark durchschnittlich 200 Tage im Jahr regnet, ist auch mit Niederschlägen zu rechnen.

Weiterführende Links:

Reisebericht einer Mount Kenya Besteigung