Abu Simbel, Ägypten

Blick auf Abu Simbel, einen monumentalen Felsentempel, den sich Pharao Ramses II. vor über 3.000 Jahren als Denkmal errichten ließ, Ägypten - © TanArt / Fotolia
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Abu Simbel ist ein monumentaler Felsentempel in der nubischen Wüste am Nasser Stausee, den sich Pharao Ramses II. vor über 3.000 Jahren selbst als Denkmal errichten ließ. Zu dem riesigen Tempelkomplex gehört auch der kleinere Hathor-Tempel für seine Gemahlin Nefertari.

Abu Simbel ist die Bezeichnung eines kolossalen altägyptischen Felsentempels in Ägypten. Pharao Ramses II, auch Ramses der Große genannt, ließ ihn in seinem 30. Regierungsjahr 1257 vor Christus zu seinen eigenen Ehren und um die Götter zu preisen aus dem Stein meißeln. Er ist so gigantisch, dass er mit einem normalen Objektiv fast nicht fotografiert werden kann. Seit 1979 zählen sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Aufgrund seines entlegenen Standortes nahe der sudanesischen Grenze wurde Abu Simbel erst 1813 entdeckt – damals ragten vom Großen Felsentempel nur die Köpfe des Ramses aus dem Sand. Unter der Leitung des Ägypologen Giovanni Battista Belzoni wurde der gigantische Felsentempel ausgegraben und ab 1817 erforscht.

Großer Felsentempel in Abu Simbel

Der Eingang zum Großen Felsentempel des Ramses II wird von 4 über 20m hohen Statuen seiner selbst bewacht. Eine davon wurde bei einem Erdbeben zerstört und es sind nur noch die Beine sichtbar. Zu seinen Füßen sind weitere Mitglieder der Königsfamilie erheblich kleiner dargestellt. In einer Nische über dem Eingang thront der ägyptische Sonnengott Re-Harachte. Eine Reihe von Pavianen, die in der Mythologie zum Sieg über die Dunkelheit beitrugen, preist die Sonnengötter bei jedem Sonnenaufgang.

Das Innenleben des Großen Felsentempels besteht aus Höhlen, Hallen und Gängen, die bis ca. 60 Meter in den Felsen hinein reichen. Die erste Halle wird von 8 Osiris-ähnlichen Ramses-Statuen flankiert. 2 Türen führen zu weiteren Kammern, durch die dritte Tür gelangt man in einen Raum, der von vier gewaltigen Pfeilern gestützt wird. An den Wänden stellen kunstvolle Reliefs Kriegsszenen aus Schlachten gegen die Hethiter, Lybier und Nubier dar. Hinter diesem befindet sich der innerste Schrein von Abu Simbel, dem Ramses II eine ganz besondere Huldigung zuteil werden ließ. Zweimal im Jahr nämlich, am 22. Februar und am 22. Oktober, Geburtstag und Krönungstag des Herrschers, strahlt die Morgensonne durch einen „Lichtkanal” direkt in die allerheiligste Kammer von Abu Simbel und beleuchtet die dort sitzenden Statuen der Götter Ptah, Amun-Re (die „Reichstriade”), Re-Harachte und des vergöttlichten Ramses II. selbst, wie ein natürlicher Scheinwerfer.

Kleiner Felsentempel in Abu Simbel

Der kleine Felsenstempel wurde für die Göttin Hathor errichtet, der der Platz, an dem Abu Simbel erbaut wurde, bereits vorher geweiht war. Sein Eingang wird von sechs 10 Meter hohen Statuen flankiert. 4 von Ramses II und und 2 von seiner Gemahlin Nefertari. Zu ihren Füßen sind noch andere Familienmitglieder, vermutlich Kinder, dargestellt. Im Inneren des Tempels ist Nefertari gleich gestellt mit Ramses II. bei der Durchführung von rituellen Zeremonien dargestellt.

Die Verlegung von Abu Simbel

Abu Simbel befindet sich heute etwa 300km südlich von Assuan und ist die südlichste der bekannten Sehenswürdigkeiten am Nilufer. Früher lag Abu Simbel näher bei Assuan, lief jedoch durch den Bau des Assuan-Staudamms Gefahr, durch den entstehenden Nasser See überflutet zu werden. Kurzerhand wurde entschieden, das monumentale Bauwerk zu versetzen. Das gewaltige Übersiedlungsprojekt wurde mit vereinten Kräften der UNO, UNESCO und der ägyptischen Regierung umgesetzt. Von 1963 bis 1968 wurde der Tempel aus dem Felsen herausgeschnitten, in über tausend Stücke zersägt und 180 Meter südlich auf einem künstlichen Hügel über dem Nasser See wieder zusammengesetzt. Von der Ortschaft Abu Simbel aus ist er über einen Damm erreichbar. Dieser Umstand brachte dem kolossalen Tempel noch einen gehörigen Schub an Weltruhm mehr.

Dabei schafften es die Ingenieure sogar, die Tempelanlage wieder exakt so auszurichten, dass das vor über 3.000 Jahren geplante Schauspiel der aufgehenden Sonne wieder stattfinden konnte, es wurde nur um einen Tag nach hinten verschoben und findet jetzt jeweils am 22. statt.

Weiterführende Links:

Details zum Aufbau und der Verlegung von Abu Simbel auf Wikipedia