Ras Mohammed Nationalpark in Sharm-el-Sheikh, Ägypten

Wunderschöne Tischkoralle im Ras Mohammed Nationalpark auf der Halbinsel Sinai in Ägypten am Roten Meer - © Mark Doherty / Fotolia
© Mark Doherty / Fotolia

Der Ras Mohammed Nationalpark auf der Halbinsel Sinai in Ägypten liegt direkt am Roten Meer und ist für seine spektakuläre Unterwasserwelt bekannt. Seine Korallenriffe zählen zu den schönsten Tauchplätzen der Welt.

Der Ras Mohammed Nationalpark liegt in Ägypten im Süden der Sinai-Halbinsel etwa 20km vom hochfrequentierten Ferienort Sharm el Sheikh (auch Sharm el Scheich) entfernt. Die überwältigende Schönheit, die er vor allem durch seine farbenprächtige Unterwasserwelt im Roten Meer preisgibt, wurde 1983 durch Gründung des Nationalparks „Ras Mohammed Marine Protected Area” geschützt.

Wer zum ersten Mal im etwa 500km² großen Nationalpark ankommt, wird enttäuscht sein. Keine üppige Vegetation und exotischen Tiere – nur Wüstenlandschaft und ein paar Mangrovensümfpe soweit das Auge reicht. Doch man setze sich eine Taucherbrille auf und stecke den Kopf im Roten Meer unter Wasser – und erfreue sich an der unglaublichen Explosion an Licht und Farben. Azurblaues, kristallklares Wasser, unzählige schillernde Fische und farbenprächtige Korallen vor einem Panorama von wilden Sanddünen – der Ras Mohammed Nationalpark ist bei Tauchern als absolutes Highlight bekannt. Seine Korallenriffe am Roten Meer bieten über 200 verschiedene Korallen- und an die 1.000 Fischarten. Dazu kommen noch an die 100 verschiedene Schwämme und andere Weichtierarten und etwa 150 Krustentier-Spezies. Auch Schildkröten ziehen bedächtig ihre Kreise durch dieses unvergessliche Unterwasserparadies. Schätzungen zufolge sind die Korallenriffe etwa 70.000 Jahre alt und zählen zu den besten Tauch-Spots der Welt.

Die beliebtesten Riffe im Ras Muhammed Nationalpark

Jackfish Alley

In Jackfish Alley findet man zwei kleine Grotten, die herrlich bewachsen sind und durchtaucht werden können. Doch Achtung: Aufgrund der ständigen Strömungen sollten sich hier nur erfahrene Taucher vorwagen. Auf einer sandigen Straße kann man mit etwas Glück Haie beim Schlafen beobachten. Auch Rochen schauen hin und wieder vorbei. Hier sieht man vor allem Jack-Fische (werden oft als Stachelmakrelen übersetzt, es werden aber auch andere Arten so bezeichnet) und einige Räuberarten, wie Thunfische, Barrakudas oder auch Delfine.

Shark Reef

Das Shark Reef befindet sich an einer steilen Riffwand. Wer über die Kuppe schwebt hat den Eindruck, 800 Meter tief auf den Meeresboden zu stürzen – ein Wahnsinns-Gefühl! Hier ist die Strömung besonders stark, durch den hohen Sauerstoffgehalt ist die Diversität der Korallen und Fische besonders prachtvoll. In den frühen Morgenstunden kann man das Riff noch fast für sich alleine beanspruchen. Auch hier gilt die Warnung vor unberechenbaren Strömungen!

Yolanda-Riff

Benannt nach einem Frachtschiff, das im Jahr 1980 hier unterging ist das Yolanda-Riff vor allem wegen seiner ungewöhnlichen „Bewohner” sehenswert. Das Frachtschiff hatte hauptsächlich Toiletten-Schüsseln geladen, die heute noch am Meeresgrund und am Riff herumliegen. Mittlerweile von Algen bewachsen, aber noch immer deutlich als solche erkennbar bieten sie einen bizarren und in jedem Fall einzigartigen Anblick! Das Wrack der Yolanda selbst kann leider nicht mehr betaucht werden.

Naturparadies auch über Wasser

Erst wer genauer hinsieht, bemerkt auch das Leben oberhalb der Wasseroberfläche. Im Ras Mohammed Nationalpark sind einige seltene Säugetiere heimisch, wie zum Beispiel die Dorcas Gazelle, der nubische Steinbock oder der Rote Wüstenfuchs. In der Luft können Seeschwalben, Möwen, Reiher und Seeadler gesichtet werden. Zweimal im Jahr, im September/Oktober und im April/Mai füllt sich der Himmel mit einem weißen Flügelrauschen, wenn tausende von Störchen über den Sinai zwischen Europa und Afrika in ihre Winter- oder Sommerquartiere ziehen.

Im Informationszentrum in der Mitte des Ras Mohammed Nationalparks kann der interessierte Besucher Videovorführungen beiwohnen und sich über das empfindliche Ökosystem des Nationalparks und die damit verbundenen Sicherheitsvorschriften informieren. Dies ist auch das Forschungszentrum für Meeresbiologie des Ras Mohammed Nationalparks.