Bikini-Atoll, Marshall-Inseln

Nicht nur Meerestiere, sondern auch unzählige Flugzeugwracks gibt es im Pazifik um das Bikini-Atoll zu erforschen, Marshall-Inseln - © Luiz A. Rocha / Shutterstock
© Luiz A. Rocha / Shutterstock

Das Bikini-Atoll in den pazifischen Marshall-Inseln erlangte traurige Berühmtheit durch 67 Atombombenzündungen der USA in den Jahren 1946 – 1958. Die Inseln sind nach wie vor nicht bewohnbar, Kurztrips sind jedoch ungefährlich und vor allem für Wracktaucher äußerst interessant.

Das Bikini-Atoll ist eine Inselgruppe der Marshallinseln, besteht aus 23 Inseln und liegt im pazifischen Ozean östlich von Asien. Das Bikini-Atoll hat die optimalen Voraussetzungen für ein exklusives Badeparadies: Endlose Sandstrände, Kokospalmen, klares Wasser, 25 bis 30°C das ganze Jahr über. Von Badeparadies kann jedoch leider nicht die Rede sein.

Atombombentests am Bikini-Atoll

Das Bikini-Atoll wurde im 20. Jahrhundert unglücklicherweise zum Atombombentestgebiet der USA auserkoren. Zu diesem Zwecke wurden die ca. 200 Einwohner der Inseln von den USA unter falschen Versprechungen und mit Nachdruck dazu bewegt ihre Heimat zu verlassen. Die ehemaligen Bewohner des Bikini-Atolls und deren Nachfahren wurden mehrfach umgesiedelt, können sich auch heute noch nicht eigenständig ernähren und sind von externer Versorgung abhängig. Einige der Einwohner versuchten später auf eigene Faust ihre Insel wieder zu betreten. Sie starben sofort an der Strahlenkrankheit.

Zwischen 1946 – 1958 wurden auf dem Bikini-Atoll 67 Atombomben gezündet, was den Inseln zu trauriger Berühmtheit verhalf. Die Wasserstoffbombe “Bravo” war die stärkste eingesetzte Bombe. Durch die entstehende Radioaktivität wurden auch die benachbarten Inseln Rongelap und Rongerik in enorme Mitleidenschaft gezogen. Auch hier gab es – ebenso wie auch auf einem japanischen Fischerboot – Tote durch die Strahlenkrankheit.

Seit 2010 zählt das Bikini-Atoll zum Weltkulturerbe der UNESCO.

„Strahlendes” Taucherparadies

Bis heute sind die Inseln nicht ständig bewohnbar. Ein kurzer Besuch soll aber ungefährlich sein. Vor allem bei Tauchern ist das Bikini-Atoll beliebt, da durch die jahrelangen Atomwaffentests im Atoll ein weltweit einzigartiger Wrackfriedhof entstanden ist. Mittlerweile betreibt die Verwaltung des Bikini-Atolls ein Tauchzentrum mit strenger Vorschrift: Jeder Taucher muss den radiologischen Zustandsbericht des Atolls gelesen haben.

Die Tauch-Spots hier sind eher nichts für Anfänger, sondern nur für erfahrene Wracktaucher geeignet. Sie befinden sich durchschnittlich in einer Tiefe von ca. 50 Metern. Neben dem wohl bekanntesten Wrack, dem 300m langen Flugzeugträger „USS Saratoga”, befinden sich noch 9 weitere Schiffe unter Wasser, die mittlerweile wunderschön mit Korallen dekoriert sind.

Skandal: Namensgeber des Bikinis

Der Bikini, ein zweiteiliger Badeanzug der sehr sparsam mit dem verwendeten Stoff umgeht, wurde tatsächlich nach dem Bikini-Atoll benannt. 1946 präsentierte der französische Modedesigner Louis Réard in Paris seinen neuen Badeanzug und löste damit einen handfesten Skandal aus. Die Berichte über die Atomtests der USA auf dem Atoll inspirierten ihn, den Badeanzug “Bikini” zu nennen. Für die Präsentation des Bikini musste Réard die Stripperin Micheline Bernardini engagieren, weil wegen des zu erwartenden Skandals kein reguläres Model den Zweiteiler vorstellen wollte. Das Kleidungsstück wurde in einer ersten Reaktion gleich einmal an vielen Badeorten, u. a. in Italien, Spanien und Portugal, verboten.

Die neckische Badekleidung nach dem Bikini-Atoll zu benennen, wo die ersten Atombombentests der Nachkriegszeit stattgefunden hatten, verschärfte die Kritik an dem Zweiteiler noch. Heute würde man dies eine Top-Marketingmaßnahme nennen.