Nauru – Sehenswertes und Reisetipps

Dank ihrer Phosphat-Vorkommen zählte die winzige Südsee-Republik Nauru einst zu den reichsten Ländern der Welt. Doch seit ihre Bodenschätze erschöpft sind, überschatteten Verwüstung und Zerstörung das ansonsten so wunderbare Naturparadies. 

Der Tourismus fasst nur langsam Fuß auf der 20 Quadratkilometer großen Insel Nauru. Erste Hotels tauchen wieder auf und auch im Landesinneren werden die Mondlandschaften der Phosphat-Abbau-Gebiete langsam vom tropischen Grün zurückerobert. Aus diesem Grund gilt Nauru als absoluter Geheimtipp in der Südsee, in der neugierige Touristen Naurus Aufstieg aus der Asche an immer noch traumhaften Sandstränden miterleben dürfen.

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Wie kommt man am besten nach Nauru?

Von Mitteleuropa führt der Großteil der Flüge nach Nauru über Australien. Von Brisbane startet die Nauru Airlines zum internationalen Flughafen „Nauru International“, der sich 2km östlich der „Hauptstadt“ Yaren befindet. Auch von den Marshall-Inseln, Kiribati oder Fidschi wird Nauru angeflogen. Von Brisbane aus dauert der Flug 6 Stunden, von Frankfurt aus ist also mit einer Netto-Flugdauer von rund 30 Stunden zu rechnen.

Beste Reisezeit für Nauru

Auf Nauru herrscht äquatoriales Klima, das sich durch ganzjährig heißes und feuchtes Wetter äußert. Zwischen Mai und Oktober machen Passatwinde die Hitze etwas angenehmer und es regnet nicht ganz so viel. Von November bis Oktober ist es mit einem Tagesschnitt von 28°C sehr heiß und es regnet durchschnittlich jeden zweiten Tag im Monat. Mit Regenschauern ist allerdings immer zu rechnen. Diese fallen dafür meist kurz und heftig aus, danach scheint bald wieder die Sonne.

Kalt wird es auf Nauru nie, auch in der Nacht fallen die Temperaturen kaum unter 25°C. Mit Wassertemperaturen von rund 30°C ist Nauru für einen Badeurlaub ganzjährig geeignet.

Anibare-Bucht

Die Anibare Bucht ist der längste Strand auf der Südsee-Insel Nauru und nimmt so gut wie die gesamte östliche Küstenlinie ein - © Vacclav / Shutterstock
© Vacclav / Shutterstock

Die Anibare Bucht ist mit 2 Kilometern der längste Strand auf Nauru und nimmt so gut wie die gesamte östliche Küstenlinie ein. Der weiße Sandstrand erstreckt sich halbmondförmig zwischen den beiden Kaps der benachbarten Distrikte Ijuw im Norden und Meneng im Süden.

Neben der Buada Lagune, die sich im Inselinneren befindet, ist die Anibare Bucht die bedeutendste Sehenswürdigkeit Naurus. Hier befinden sich auch die beiden einzigen Hotels des kleinen Eilands, sowie der Anibare-Hafen, der den Fischfang auf Nauru fördern soll.

Bucht der Geister

Anibare bedeutet übersetzt soviel wie „viele Geister“. Laut der nauruischen Mythologie befindet sich der Eingang zur Unterwelt, der mystischen Geisterinsel Buitani, auf Anibare. Die Anibare Bucht entstand durch den Zusammenbruch des Vulkans, der sich unter der Insel Nauru befindet. Der östliche Teil des Vulkans brach bogenförmig ab und liegt nun etwa 2.000 Meter unter dem Meeresspiegel.

Besuch der Anibare Bucht

Die Anibare Bucht ist bei Urlaubern durch ihre unvergessliche Schönheit eines Tropenstrandes aus dem Bilderbuch berühmt. Seine schneeweiße Oberfläche aus Korallensand schimmert in der tropischen Sonne der Südsee und wird von sanften, türkisblauen Wellen umspült. Wer vom Sonnenbaden genug hat, kann sich unter Kokospalmen in den kühlen Schatten flüchten und von dort aus das atemberaubende Panorama aus glitzerndem Wasser und azurblauem Himmel genießen.

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Auch in der Nacht, wenn sich der Mond im Meer spiegelt und seine milchigen Strahlen den weißen Sand zum Leuchten bringen, bietet die Anibare Bucht einen unvergesslicher Anblick. Absolut niemand kann sich dann seiner romantischen Stimmung entziehen.

Die Anibare Bucht ist auch für Schwimmer und Surfer eindeutig das schönste Fleckchen auf Nauru. Doch der paradiesische Schein kann trügen. Die Anibare Bucht kann aufgrund ihrer tosenden Brandung und heimtückischen Strömungen zu einer Gefahr für jeden werden, die sich in ihren Wellen tummelt.

Die starken Unterwasserströmungen sorgen andererseits wieder für die atemberaubende Vielfalt der Meeresflora in der Anibare Bucht. Dass Nauru vom Massentourismus bisher verschont geblieben ist, trägt ebenfalls seinen Teil zu der faszinierenden Unberührtheit der Anibare Bucht bei.

Phosphat-Abbaugebiet auf Nauru

Der Phosphatabbau auf der Südsee-Insel Nauru hat große Teile des paradiesischen Eilandes in eine karge Mondlandschaft verwandelt - © ARM program - PD/Wiki
© ARM program – PD/Wiki

Die kleine Südsee-Insel Nauru war noch bis vor einem Jahrzehnt hinter Saudi-Arabien das reichste Land der Welt gemessen am Pro-Kopf-Einkommen. Dies war ihrem umfassenden Phosphat-Vorkommen zu verdanken, welches seit Anfang des 20. Jahrhunderts in großem Stil abgebaut, um nicht zu sagen, ausgebeutet wurde.

Anfänge und Blüte des Phosphat-Abbaus auf Nauru

1906 war der britische Schiffsoffizier Albert Ellis der erste, der das Phosphat-Vorkommen auf Nauru industriell fördern ließ. Gemeinsam mit der deutschen Regierung gründete er die „Pazifische Phosphatkompanie“. Nach dem Ersten Weltkrieg ging Nauru an Großbritannien, Neuseeland und Australien, das Recht auf das Phosphat erhielten die Briten. Gut 50 Jahre später kauften die Nauruer die Schürfrechte an ihrem eigenen Land – und wurden reich.

Phosphat entsteht über Jahrtausende aus Vogelkot und -skeletten, von denen Nauru als Zugvogel-Station genug zu bieten hatte. Es wird zu Düngemittel und Sprengstoff weiterverarbeitet, beides wurde im 20. Jahrhundert in Europa dringend benötigt. Nach der Unabhängigkeitserklärung Naurus wurde die Phosphat-Firma verstaatlicht und die Regierung ließ den Großteil der Gewinne der Bevölkerung zukommen.

Die Nauruer mussten plötzlich nicht mehr arbeiten, holten billige Arbeitskräfte aus China, setzten sich auf ihre immer dicker werdenden Hinterteile und schwelgten im Luxus. Jeder besaß eine chinesische Putzhilfe und zwei Autos (bei einem Straßennetz von knapp 30km) und kaufte Luxusgüter aus dem Ausland.

Niedergang von Wirtschaft und Umwelt

Der Phosphat-Abbau hat die paradiesische Insel Nauru beihnahe ruiniert - © VEKHA / Shutterstock
© VEKHA / Shutterstock

Doch Misswirtschaft, Fehlinvestitionen und Korruptionen machten auch vor dem paradiesischen Eiland im Pazifik nicht halt und zwangen Nauru sogar in die Knie. Ende der 1990er Jahr war der gesamte Reichtum aufgebraucht und auch das Phosphat nahezu versiegt. Diabetes drückte die durchschnittliche Lebenserwartung in Nauru auf unter 50 Jahre.

Im Jahr 2000 wurde der Phosphat-Export eingestellt, teilweise gelang es Nauru, Schadenersatzforderungen von Australien durchzusetzen, da durch die Ausbeutung der Phosphatfelder das Land weitgehend zerstört worden war. Seit 2004 wird Phosphat wieder in geringem Ausmaß vor allem nach Indien, Südafrika und Deutschland exportiert, die Vorkommen sollten jedoch in den nächsten Jahrzehnten vollständig erschöpft sein.

Der Rückgang der Phosphatindustrie brachte die Streichung von 800 Arbeitsplätzen mit sich, wodurch die Arbeitslosigkeit auf Nauru um 10% anstieg. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt nach dem beispiellosen Verfall der Wirtschaft Naurus nun ähnlich niedrig wie bei den benachbarten Pazifikstaaten.

Das große Problem am so lukrativen Phosphatabbau ist die massive Schädigung der Umwelt. Die Regionen, in denen Phosphat abgebaut wurde, sind für die Natur unbrauchbar und gleichen einer kargen Mondlandschaft. Die trostlosen Felder der nackten Korallenfelsen sind heute eine Touristenattraktion und gleichzeitig Mahnmal, was der Mensch an der Natur alles anrichten kann.

Phosphat-Abbau und Wirtschaft heute

Heute kontrolliert das staatliche Unternehmen „Republic of Nauru Phosphate (RONPhos)“ den Phosphatabbau auf Nauru, es wird jedoch zunehmend versucht, ausländisches Geld nach Nauru zu bekommen. Mehrmals bereits musst sich Nauru gegen Vorwürfe von Geldwäsche und Anlagenbetrug gegenüber der OECD wehren.

Der Phosphat-Abbau ist nach wie vor Naurus wichtigster, um nicht zu sagen einziger, Wirtschaftszweig. Dadurch, dass große Teile der Landschaft durch die Minen zerstört wurden, kann nur ein kleiner Teil der Insel für den Anbau von Kokosnüssen, Bananen und Ananas genutzt werden. Lebensmittel und Süßwasser müssen importiert werden, als neuerlicher Versuch, das Land unabhängiger werden zu lassen ist ein Ausbau der Fischerei angedacht. Dazu wurde in der Anibare-Bucht der erste Hafen Naurus errichtet.

Die weitgehend tote Kraterlandschaft Nauru auch nur äußerst schwierig zum touristischen Urlaubsland ausgebaut werden. Dies kann jedoch auch ein Vorteil sein. Durch die fehlende touristische Infrastruktur wird Nauru vielleicht ewig ein Geheimtipp in der Südsee bleiben, auf dem noch jahrzehntelang Ruhe, Frieden und Einsamkeit zu finden sind.

Buada Lagune

Der Nauru-Rohrsänger fühlt sich an der Buada-Lagune im Westen der kleinen Südsee-Insel Nauru pudelwohl - © Florian Andronache/Shutterstock
© Florian Andronache/Shutterstock

Die Buada Lagune ist ein idyllischer See im Westen von Nauru gut einen Kilometer von der Pazifikküste entfernt. Neben der Anibare-Bucht ist die Buada-Lagune die zweite bedeutende Naturschönheit des abgeschiedenen Atolls mitten im Pazifik.

Die Wasseroberfläche der Buada Lagune liegt 5m über dem Meeresspiegel, ihre maximale Tiefe beträgt 78m. Da sie im Gegensatz zu Lagunen auf anderen Südsee-Inseln mit einer Fläche von nur 3-4 Hektar relativ klein ist, wird sie oft auch als See bezeichnet.

Die Buada-Lagune ist laut Definition eigentlich ein Brackwassersee. Der Salzgehalt der Buada-Lagune liegt jedoch bei verschwindend geringen 0,2%, da sie hauptsächlich von ablaufendem Oberflächenwasser gespeist wird. Zum Vergleich: Das Mittelmeer weist einen Salzgehalt von etwa 3,8% auf. Es gibt keinen Fluss, der das Wasser zu- oder abfließen lässt.

Versuchte Landwirtschaft an der Buada-Lagune

Neben dem Moqua Well und ein paar vereinzelten kleinen Teichen stellt die Buada-Lagune die einzige Süßwasserquelle auf der gesamten Insel Nauru dar. An ihren Ufern wird in geringem Ausmaß Landwirtschaft betrieben. Vor allem Brotfruchtbäume, Bananen und verschiedenes Gemüse wird hier angebaut, um die Nauruer von importierten Lebensmitteln ein klein wenig unabhängiger zu machen.

Einst wurde die Lagune auch für die Fischzucht genutzt. Vor allem Milchfische wurden in den Riffen vor der Küste gefangen und in die Brackwasserseen verfrachtet. Ziel war, die natürlichen Ressourcen an Nahrungsmittel für die steigende Bevölkerungszahl der Nauruer zu erweitern. Die Zucht brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg, die Fische entwickelten sich zu langsam und litten außerdem unter der steigenden Zahl der Buntbarsche. Milchfisch kam nur zu speziellen Anlässen auf den Tisch, alle Versuche, die Ausbeute der Fische zu erhöhen, scheiterten bisher. Auch andere Arten konnten bis dato in der Buada-Lagune nicht erfolgreich angesiedelt, geschweige denn gewinnbringend gezüchtet werden.

Besuch der Buada-Lagune

Die Buada-Lagune ist aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit ein beliebtes Ausflugsziel und eine bedeutende Sehenswürdigkeit Naurus. Ein Großteil des Eilands wurde durch den jahrzehntelangen Phosphatabbau in eine tote Mondlandschaft aus nackten Korallenfelsen verwandelt. Die grüne Oase der Buada-Lagune stellt zwischen den zerstörten Regionen eine wahre Augenweide dar.

Die Ufer der smaragdgrünen Lagune werden von üppig grüner Vegetation und Sumpflandschaften gesäumt. Kokospalmen neigen ihre Wipfel der Wasseroberfläche zu, die je nach Sonneneinstrahlung in verschiedenen Grün- und Türkisschattierungen schillert.

An der Buada-Lagune ist die Naturvernichtung durch die Phosphatindustrie absolut spurlos vorüber gegangen. Dies nützen auch die Nauru-Rohrsänger. Der einzige Singvogel, der auf Nauru vorkommt, hat die friedliche Umgebung der Buada-Lagune für seine Nistplätze auserkoren.

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