In der archäologischen Stätte Sumhuram an der legendären Weihrauchstraße können Besucher in den beeindruckend restaurierten Ruinen auf den Spuren der antiken Weihrauchhändler wandeln – mit Blick auf die malerische Lagune Khor Rori.
Ein Blick in die faszinierende Vergangenheit der arabischen Weihrauchstraße: Die antike Stätte Sumhuram liegt etwa 40 Kilometer östlich von Salalah im Süden des Oman. Dieser historische Hafen, in griechischen Schriften als „Moscha“ an der „sachalitischen Küste“ erwähnt, war einst ein bedeutendes Zentrum des blühenden Weihrauchhandels. Gemeinsam mit anderen Schlüsselorten entlang der Weihrauchstraße gehört Sumhuram heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und zeugt von einer längst vergangenen Epoche.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte von Sumhuram: Tor zum Handel der Antike
Sumhuram (auch bekannt als Samhuram oder Samharam) wurde im 5. oder 4. Jahrhundert vor Christus von Lliazz Yalt I., dem König des bedeutenden altsüdarabischen Reiches Hadramaut (im heutigen Jemen), gegründet. Dieser strategische Schritt des Herrschers zielte darauf ab, den lukrativen Weihrauchhandel aus der Region Dhofar nach Indien, der auch über die Häfen von Mughsayl, Mirbat, al-Bhaleed und Raysut verlief, umfassend zu kontrollieren.
Der Plan des Königs ging auf: Die Weihrauchstraße lag fest in seiner Hand, und Sumhuram entwickelte sich rasch zu einem florierenden Umschlagplatz für Weihrauch und andere wertvolle Güter. Der Hafen avancierte zu einem bedeutenden Gewürzhafen, bis er etwa drei bis vier Jahrhunderte nach Christus von den Himyaren erobert und schließlich aufgegeben wurde.
Entdeckung von Sumhuram
Vor der Ära von Sultan Qaboos, die 1970 begann, war der Oman weitgehend von der Außenwelt isoliert, und ausländische Forscher konzentrierten sich primär auf die umliegenden Regionen wie den Jemen oder den Iran. Die ersten archäologischen Funde im Oman wurden erst in den 1950er-Jahren zufällig von europäischen Erdölarbeitern oder Soldaten gemacht.
Erst nach dem Amtsantritt von Sultan Qaboos, der den Oman zu einem modernen und fortschrittlichen Land entwickeln wollte, wurde das erste Institut zur Erforschung der omanischen Geschichte gegründet. Neben Sumhuram wurden in der Folge weitere bedeutende archäologische Stätten entdeckt, darunter der antike Weihrauchhafen al-Bhaleed, die geheimnisvollen Bienenkorbgräber von Baat und Al Ayn sowie die legendäre Stadt Ubar nahe Shisr.
Bei den ersten systematischen Ausgrabungen in den 1950er- und 1960er-Jahren kamen unter anderem Schrifttafeln mit altsüdarabischen Inschriften zutage, die wertvolle Hinweise auf die Gründungsgeschichte von Sumhuram lieferten. Diese bedeutenden Inschriften können heute im Museum von Salalah besichtigt werden. Im Jahr 1997 wurden die archäologischen Untersuchungen durch ein engagiertes italienisches Forscherteam fortgesetzt, das weitere Einblicke in die Vergangenheit von Sumhuram ermöglichte.
Besichtigung von Sumhuram

Sumhuram bedeutet übersetzt so viel wie „die Anlage ist imponierend“, und tatsächlich vermitteln die von doppelten Mauern umgebenen Überreste der antiken Stadt Sumhuram noch heute einen Eindruck von der einstigen Bedeutung dieses Handelszentrums.
Die für den Bau von Sumhuram verwendeten Steine sind nur grob behauen, was darauf hindeutet, dass die Errichtung der Stadt möglicherweise in Eile erfolgte. Die einst strahlend weißen Kalksteinblöcke haben im Laufe der Jahrhunderte eine fast schwarze Patina angenommen. Obwohl die Ruinen von Sumhuram weniger weitläufig und imposant erscheinen mögen als jene in al-Bhaleed, sind sie sorgfältiger restauriert und in eine malerische Landschaft eingebettet, was ihren Besuch besonders reizvoll macht.
Sehenswürdigkeiten von Sumhuram
Sumhuram war von einer bis zu drei Meter dicken Stadtmauer umgeben, die zur Blütezeit der Stadt beeindruckende zehn Meter hoch aufragte. Unmittelbar hinter dem einstigen Eingangstor fällt der Blick auf die Überreste eines großen Gebäudes. Dieser Tempel war vermutlich dem Mondgott Sin geweiht, der in jener Zeit im Jemen eine bedeutende Gottheit darstellte. Die Reste von antiken Wasseranlagen und Opferaltären sind heute noch erkennbar. Die Säulenfragmente am südlichen Ende des Hügels trugen einst gewaltige Lagerräume, in denen die wertvollen Vorräte an Weihrauch und anderen kostbaren Gewürzen sicher aufbewahrt wurden.
Die Wege durch den archäologischen Park von Sumhuram sind mit informativen Erklärungstafeln versehen, und am Eingang besteht die Möglichkeit, eine detaillierte Broschüre mit weiterführenden Hintergrundinformationen zu erwerben. Von der Ausgrabungsstätte bietet sich zudem ein herrlicher Blick auf den idyllischen Meeresarm Khor Rori, der eine reiche Vogelwelt beheimatet und zu den schönsten Lagunen der Dhofar-Region zählt – ein perfekter Ort für Naturbeobachtungen im Anschluss an die historische Erkundung.
Überblick: Antike Stätte Sumhuram
| Kategorie | Info |
|---|---|
| 📍 Lage | Ca. 40 km östlich von Salalah, an der Lagune Khor Rori |
| 🕰️ Beste Besuchszeit | Oktober bis April (angenehme Temperaturen) |
| ⌛ Dauer des Besuchs | Ca. 1–2 Stunden |
| 🧭 Anreise | Mit dem Mietwagen oder Taxi ab Salalah (ca. 30–40 Min. Fahrtzeit) |
| 📸 Tipp | Kombiniere den Besuch mit einem Stopp bei der Lagune Khor Rori – ideal für Vogelbeobachtung und Fotografie |
