Hafenstadt Sur, Oman

Das Ende der langen Hafenpromenade von Sur, eine der schönsten im Oman, markiert ein schmucker Leuchtturm - © diak / Shutterstock
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Die Hafenstadt Sur ist noch heute Zentrum des Dhau-Baus. Der wunderschöne Hafen und die traumhaften Strände von Sur können jedoch nicht nur mit den traditionellen Holzbooten erkundet werden.

Mit den traumhaften Stränden in seiner Umgebung, seiner atemberaubenden Corniche und zwei historischen Festungen hat die Stadt Sur im nordöstlichen Oman seinen Besuchern einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Besuch von Sur

Die omanische Stadt Sur liegt fast ganz am östlichsten Zipfel der arabischen Halbinsel 150km südöstlich Muscat. Die zweite Hälfte der Strecke fährt man mittlerweile auf einer 4-spurigen Autobahn bis vor die Tore der Stadt. Das Zentrum von Sur ist mit seinen wenigen Geschäften, Restaurants und Hotels leicht zu überschauen.

BILDER: Sur

 

Im Westen von Sur zeugen Villen vom neuen Reichtum seiner Bewohner, während im Wohnviertel zwischen dem Geschäftszentrum und den Dhau-Werften immer noch traditionell geschnitzte Holztüren zu finden sind. Die Türen mit Blütenmotiven zeugen vom ostafrikanischen und indischen Einfluss und viele davon wurden in ihren Ursprungsländern gefertigt und in Einzelteile zerlegt nach Sur verschifft.

Besonders sehenswert sind auch die beiden hübschen weißblauen-Minarette der Moschee von Sur, die sich weit über die Dächer der Stadt erheben.

Tipp: Wer plant, mit dem Auto weiter in den Süden (wie etwa entlang der Küste bis Salalah) zu fahren, sollte die Chance nutzen, in den kleinen Supermärkten in Sur seine Lebensmittelvorräte aufzustocken. Bis Salalah sind die Einkaufsmöglichkeiten sehr bescheiden.

Corniche und Dhaus

Die lange geschwungene Hafenpromenade entlang der Lagune von Sur verläuft um den gesamten Stadtkern und zählt zu den schönsten im Oman. Ihr Ende markiert ein schmucker Leuchtturm vor dem schneeweißen Hintergrund der Häuser. Am Vormittag tummeln sich hier die Fischer, die ihren Fang abladen und am Nachmittag ist die Corniche fest in der Hand der flanierenden und Fußball spielenden Jugend.

Dhaus, die traditionellen Holzboote der Omanis, sind im Hafen von Sur allgegenwärtig - © FRASHO / franks-travelbox
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An der Uferstraße kann man in einem Freiluftmuseum auch die Dhaus bewundern, die traditionellen Holzboote, die die omanischen Seefahrer schon vor Jahrhunderten bis nach Indien, China und Sansibar getragen haben. Das eindrucksvollste Exemplar im Dhau-Museum von Sur ist die Fatah al-Khair aus dem Jahr 1920, ein 300 Tonnen schweres, majestätisch geschwungenes Schiff, das als eines der letzten seiner Art als Denkmal auf einer Plattform am Ufer von Sur thront.

BILDER: Dhau Museum in Sur

 

In den Werften am Hafen von Sur werden die Dhaus heute noch mit Fertigungsmethoden wie vor 200 Jahren gebaut. Einen Bauplan für die Dhaus gibt es nicht, jedes wurde je nach Verwendungszweck oder Wunsch des Auftraggebers angefertigt. In einem kleinen, nur sporadisch geöffneten Besucherzentrum kann man alles über die verschiedenen Arten von Dhaus erfahren. Das Dhau-Museum von Sur kann den ganzen Tag über kostenlos besichtigt werden.

Die Nachfrage an Dhaus ließ in den letzten Jahren leider stark nach und so wanderten viele Dhau-Hersteller vor allem in die Vereinigten Arabischen Emirate aus, wo sie zum Beispiel am Dubai Creek ihr Handwerk nicht zuletzt für die Touristen weiterführen.

Fort Sinesilas und Fort Bilad Sur

Eine der vier Rundtürme der Festung Sinesilas in der Stadt Sur, Oman - © ByelikovaOksana/Shutterstock
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Die beiden Festungen von Sur liegen an der Hauptstraße nach Al-Kamil. Das klassisch rechteckige Fort Sinesilas mit seinen vier Rundtürmen ist leicht am Eingang mit den Schiffssteuern zu erkennen. Etwas weiter stadtauswärts, inmitten von Oasengärten, liegt das etwas kleiner Fort Bilad Sur, welches erst 1990 für Besucher eröffnet wurde.

Al-Ayjah

Der kleine Ort Al Ayjah liegt genau gegenüber der Dhau-Werften von Sur und ist von der Stadt zu hundert Prozent abhängig. Geschäfte und Arbeit für seine Bewohner gibt es in Sur, deren einzige Möglichkeit nach Sur zu kommen, früher die Fährboote über die Lagune waren.

Heute lockt Al-Ayjah nicht nur mit seiner Festung und einer kleinen Werft, sondern vor allem mit den malerisch verwinkelten Gassen, die von alten Häusern mit wunderbar geschnitzten Hoztüren gesäumt werden.

Ras Al Jinz

Von Sur aus lohnt sich ein Abstecher nach Ras Al Jinz in die östlichste Ecke der arabischen Halbinsel. Hier befindet sich das Ras Al Jinz Turtle Reserve, eines von zwei Schutzgebieten für Meeresschildkröten im Oman.

Neben einem traumhaften Strand bietet Ras Al Jinz die einmalige Gelegenheit Wasserschildkröten in der Nacht bei der Eiablage oder am Morgen das Schlüpfen der Jungen zu beobachten.

Strand bei Ras Al Jinz, Oman - © FRASHO, franks-travelbox
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Geschichte von Sur

Bereits seit dem 6. Jahrhundert wurden in Sur Handelswaren aus Ostafrika umgeschlagen, das damalige Handelszentrum war jedoch die nahe gelegene Stadt Qalhat. Diese wurde allerdings ebenso von den Portugiesen zerstört, wie sie auch Sur unter ihre Herrschaft brachten. Sur erlebte ein knappes Jahrhundert später seine größte Blütezeit.

Nach Vertreibung der Portugiesen und der Zerstörung von Qalhat übernahm Sur vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Rolle des führenden Handelszentrums neben der omanischen Landeshauptstadt Muscat. Täglich ankerten bis zu 150 Schiffe im Hafen von Sur. Mit dem Wintermonsum segelten die meist mit Datteln beladenen Schiffe nach Süden, wo sie ihre Ladung gegen Gewürze, Stoffe, Hirse, Kaffe, Mangrovenholz und später auch Sklaven eintauschten. Mit dem Sommermonsum ging es dann zurück in den Oman oder weiter nach Indien.

Im 19. Jahrhundert jedoch ging die Bedeutung von Sur Stück für Stück verloren. Britannien setzte das Verbot des Sklavenhandels durch, die traditionellen hölzernen Dhaus wurden durch moderne Dampfschiffe verdrängt und das Sultanat Sansibar in Ostafrika geteilt. Die Zerstörung der Stadt durch saudi-arabische Wahhabiten im Jahr 1865 und die Öffnung des Suez-Kanals als alternative Handelsroute mit Indien führte zum letztendlichen Niedergang von Sur.

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