Stari Bar, Bar, Montenegro

Stari Bar wurde vor über 2.000 Jahren gegründet und zählt heute zu den wichtigsten kulturhistorischen Stätten Montenegros - © Pecold / Shutterstock
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In der uralten Stadt Stari Bar im Süden Montenegros wurden im Lauf der Jahrhunderte von verschiedensten Völkern prachtvolle Gebäude errichtet. Heute nicht mehr viel mehr als eine Ruinenstadt zählt sie dennoch zu den kulturhistorisch wertvollsten Stätten Montenegros.

Das „alte Bar” liegt in Montenegro einige Kilometer von der Küstenstadt Bar entfernt am Fuß des Küstengebirges Rumija. Die uralte Stadt wurde bereits vor über 2.000 Jahren gegründet, hatte zu Spitzenzeiten 4.000 Einwohner und prachtvolle Bauten der verschiedensten Herrscher. Heute ist Stari Bar verlassen und von den Gebäuden nur noch Ruinen übrig, doch einige von ihnen wurden restauriert und können besichtigt werden.

Um das alte, charmante Bar zu finden, muss man sich durch Wohnblöcke und Industriebauten etwa vier Kilometer weit ins Landesinnere wagen. Hat man das uralte Stari Bar („Alt-Bar”) am Fuß der Rumija-Berge erreicht, steht man vor einer pittoresken Ruinenstadt, die zu den kulturhistorisch wertvollsten Stätten Montenegros zählt.

Sehenswertes in Stari Bar

Einige Gebäude in Stari Bar wurden restauriert und stellen heute stumme Zeugen der einzelnen Herrschaftsepochen in einer turbulenten Geschichte dar. Gegen eine geringe Gebühr kann man das historische Viertel Bars erkunden.

Durch das Haupttor in den Stadtmauern, die noch auf die venezianische Zeit zurück gehen, gelangt man direkt zum Zollhaus, in dem eine kleine Ausstellung zu sehen ist. Nach rechts geht es zum Bischofspalast, nach links über den türkischen Pulverturm zur Zitadelle im Norden, die noch im Zweiten Weltkrieg der faschistischen Besatzung als Gefängnis diente. Von dort aus hat man übrigens den schönsten Rundblick über Stari Bar.

Die unglaublich stabile Bauweise der türkischen Baumeister, die das Aquädukt in Stari Bar bis heute erhalten haben, erstaunt die Ingenieure noch heute, Montenegro - © Martin Tomanek/Shutterstock
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Wendet man den Blick auf die andere Seite von Stari Bar, hat man das imposante Aquädukt vor Augen, das Bar seit dem 18. Jahrhundert mit Trinkwasser versorgte. Nicht einmal das verheerende Erdbeben von 1979 konnte dem filigran wirkenden Bau der türkischen Baumeister etwas anhaben, was die Ingenieure von heute noch in Staunen versetzt.

Weiter geht es über die Kirche Sveti Veneranda aus dem 14. Jahrhundert, die Johanneskirche (Sveti Ivan) aus dem 15. Jahrhundert und das Türkische Bad, das damals mit Wasserdampf erhitzt wurde, zum prominenten Uhrenturm im Süden.

Der Uhrenturm im Süden von Stari Bar, dahinter die Kirche Sveti Ivan aus dem 15. Jahrhundert, Montenegro - © ollirg / Shutterstock
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Geschichte von Stari Bar

Das „alte Bar” ist aufgrund seiner strategisch ausgezeichneten Lage schon weit über 2.000 Jahre besiedelt, einige Fund gehen auf das 8. Jahrhundert vor Christus zurück. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im 9. Jahrhundert unter dem Namen „Antibarium”, was wohl so viel wie „gegenüber von Bari” (in Italien) heißen sollte.

Nach den Römern kamen die Byzantiner, die noch heute sichtbaren Festungsanlagen stammen aus der venezianischen Zeit von 1443 bis 1571, danach kam Bar in türkische Herrschaft und wurde im Zuge des Unabhängigkeitskrieges 1878 zerstört. Als dann genau 101 Jahre später auch noch ein schweres Erdbeben die Stadt erschütterte, wurde Bar endgültig aufgegeben und Novi Bar errichtet. Von den 30 Renaissance-Palästen und den 16 Kirchen und Klöstern blieben leider nur Ruinen zurück.