Prokletije-Nationalpark, Montenegro

Blick auf den Bergsee Plavsko im Nationalpark Prokletije; rechts im Hintergrund die Ortschaft Plav, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
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Der Prokletije-Nationalpark im gleichnamigen Bergmassiv im Nordosten Montenegros zählt wohl zu den unberührtesten Gegenden Europas. Auf den Wanderer warten üppige Wälder, schroffe Felsnadeln, spiegelglatte Gletscherseen und absolute Einsamkeit.

Das Bergmassiv Prokletije erstreckt sich im Nordosten Montenegros an der Grenze zu Albanien und der albanischen Unruheprovinz Kosovo. Das auch „Alpen des Südens” genannte Gebirge schwingt sich bis zu einer Höhe von 2.700 Metern auf, der höchste Gipfel liegt allerdings auf albanischem Staatsgebiet. Einige Regionen der Prokletije-Berge sind bis heute noch nicht vollständig erforscht.

Obwohl Prokletije übersetzt „Die Verdammten” bedeutet, sollte man sich von der Namensgebung nicht abschrecken lassen. Tatsächlich wirken die schroffen Gipfel, spitzen Felsnadeln und ganzjährig eisigen Hochplateaus auf den ersten Blick wenig einladend, doch die faszinierende Landschaft ist fast unberührt und die Gastfreundlichkeit der balkan-muslimischen Bewohner in den abgelegenen Tälern unvergleichlich.

Der 2009 gegründete Nationalpark Prokletije umfasst ein gut 16.000 Hektar großes Gebiet, das sich südlich der Stadt Plav vom Flusslauf des Lim bis kurz über die albanische Grenze erstreckt. Auch ein Stückchen Kosovo gehört dazu.

Tipp: Grenzüberschreitungen sollte man tunlichst vermeiden! Nachdem die Grenzübergänge zu Albanien und dem Kosovo nicht immer hundertprozentig unmissverständlich markiert sind, am besten auf keinen Fall ein Risiko eingehen!

Die unberührten Wälder im Prokletije-Nationalpark beherbergen 1.700 verschiedene Arten von Kräutern, von denen viele als Heilpflanzen bekannt sind. Im üppigen Grün der Täler und in den mit Büschen bewachsenen Höhenlagen tummeln sich vor allem Vögel, Reptilien und Insekten. Zu den größeren Tieren gehören Reiher, Geier, Falken, Bussarde und Habichte.

Abendstimmung am Plavsko-See in der Nähe von Plav, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
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Im Nationalpark Prokletije liegen einige der höchsten Gipfel Montenegros, sowie auch der höchste Berg des Landes, der 2.538m hohe Zla Kolata. Die unberührte Bergwelt mit tiefen Tälern und spektakulären Schluchten, rauschenden Bächen und stillen Gletscherseen, Wäldern und Wiesen lädt zum Wandern, Klettern, Trekken und Radfahren ein. Hier hat man noch die Möglichkeit, Gegenden zu erkunden, in der zuvor noch kein Tourist seinen Fuß gesetzt hat.

Die schroffen Bergmassive bieten gemeinsam mit dem üppigen Grün und den spiegelglatten Gletscherseen unglaubliche Fotomotive.

Unterwegs im Nationalpark Prokletije

Die beste Zeit für die Erforschung des Prokletije-Nationalparks sind die Monate Juni bis September. Im Hochsommer ist auch in größeren Höhen kaum mit Kälteeinbrüchen zu rechnen. Schneefelder wird man allerdings dennoch sehen.

Der beste Ausgangspunkt für Touren durch den Nationalpark ist die Ortschaft Plav, von Belgrad und Podgorica aus mit dem Bus und von Belgrad aus mit dem Zug zu erreichen. Mit dem eigenen Auto kann man auch bis nach Gusinje weiterfahren, wo Wanderwege ins Ropojana-Tal starten. In beiden Ortschaften kann man seine Lebensmittelvorräte aufstocken und auch Kleidung, Kosmetikartikel, etc. können dort erstanden werden.

Zu den schönsten Bergseen zählen der Plavsko-See in der Nähe von Plav, der größte Gletschersee im Prokletije-Nationalpark, der wunderschöne Ridsko-See und der Visitorsko-See, dessen schwimmende Insel eine besondere Attraktion darstellt. Der Legende nach soll sie einst ein Floß gewesen sein, das Rinder vor Raubtieren schützen sollte. Nach und nach breitete sich jedoch eine rege Vegetation aus und es entstand eine regelrechte Insel.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Nationalparks Projkletije
Website der Bergsteiger-Vereinigung von Montenegro (englisch)