Fernsehturm in Vilnius, Litauen

Der Fernsehturm in Vilnius ist mit einer Höhe von 326m der höchste Turm Litauens und bietet von seiner Aussichtsplattform ein atemberaubendes Panorama über die Stadt  - © Bokstaz / Shutterstock
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Der Fernsehturm in Vilnius ist mit einer Höhe von 326m der höchste Turm Litauens und bietet von seiner Aussichtsplattform und dem drehenden Kaffeehaus auf 165m Höhe ein atemberaubendes Panorama über die Stadt.

Der Fernsehturm in der litauischen Hauptstadt Vilnius ist mit einer Höhe von 326m der höchste Turm Litauens und liegt unter den 10 höchsten Fernsehtürmen Europas an Stelle 8. Der Fernsehturm in Vilnius befindet sich ca. 3km westlich des Stadtkerns und verbreitet Radio- und Fernsehsender über Litauen.

Das Design des Fernsehturms stammt von V. Obydovas, die Bauleitung übernahm der litauische Architekt Kasimir Rimantas Balènas. Der schlanke, speerförmige Fernsehturm aus etwa 30.000 Tonnen Beton und Stahl wurde im Jahr 1980 nach sechsjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. 190m ragt der Betonsockel in die Höhe, auf der Aussichtsplattform und die Sendeinfrastruktur untergebracht sind. Danach geht es noch einmal eine 136m hohe Stahlspitze weiter nach oben, an der verschiedenste Antennen des SC Lithunian Radio and Television Centre befestigt sind.

Attraktive Deko des Fernsehturms in Vilnius

Der Fernsehturm in Vilnius verwandelt sich jedes Jahr zu Weihnachten in den laut Guinness-Buch der Rekorde größten Christbaum der Welt, Litauen - © Bokstaz / Shutterstock
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Seit der Jahrtausendwende verwandelt sich der Fernsehturm jedes Jahr zu Weihnachten in den laut Guinness-Buch der Rekorde größten Christbaum der Welt. Insgesamt 25.000 Glühbirnen an kilometerlangen Stahlseilen lassen ihn tannenbaumförmig erstrahlen. Eine weitere bemerkenswerte Deko erhielt der Fernsehturm zur Basketball Europameisterschaft im Jahr 2011. Mit einem Durchmesser von 35m und einer Netzlänge von 40m hing auf einer Höhe von 170m der größte Basketball-Korb der Welt, der dank der knapp 550 Glühbirnen auch in der Nacht sichtbar war.

Neben seinem eindrucksvollen Erscheinungsbild ist der Fernsehturm bei den Touristen vor allem wegen seiner Aussichtsplattform beliebt, die innerhalb von 40 Sekunden mit einem Aufzug erreicht werden kann. Von einer Höhe von 165m hat man einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von Vilnius und seine Umgebung. Im modern gestalteten Kaffeehaus namens „Milchstraße” kann man seinen Cappuccino mit traumhafter Aussicht genießen. Keine Sorge, auch wenn man nur an einem Tisch sitzen bleibt, versäumt man nichts von dem herrlichen Panorama – innerhalb von 45min hat sich die Plattform einmal um sich selber gedreht. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zum über 40km entfernten Elektrėnai, das früher für die gesamte Stromversorgung der litauischen Hauptstadt verantwortlich war.

Besonders Mutige können sich von der Aussichtsplattform aus an einem Bungee-Seil in die Tiefe stürzen.

Blutige Vergangenheit

Am Fuß des Fernsehturms befinden sich ein kleines Museum und eine Gedenkstätte, die an die Opfer erinnern, die am „Vilniusser Blutsonntag” für ihre Stadt kämpften. Im Zuge der Unabhängigkeitskämpfe Litauens gegen die Sowjetunion marschierten die Sowjets am 13. Jänner 1991 nach Vilnius. Mit Panzern besetzten sie nicht nur das Parlament, sondern auch den Fernsehturm, woraufhin unbewaffnete Zivilisten eine Menschenkette um den Turm bildeten. 14 von ihnen wurden von den Panzern gnadenlos überrollt und bezahlten diese Aktion mit ihrem Leben, 700 weitere wurden verletzt. Die Gräber der Todesopfer sind ebenfalls in Vilnius am Friedhof Antakalnis zu sehen. Sie werden oft besucht, da die tapferen Litauer, die sich den Sowjets entgegenstellten und dafür gestorben waren, als Nationalhelden angesehen werden.