Kloster Arkadi auf Kreta, Griechenland

Als Ort eines gewaltigen Massenselbstmordes ging das Kloster Arkadi in die Geschichte von Kreta ein, Griechenland - © FRASHO / franks-travelbox
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Als Ort eines gewaltigen Massenselbstmordes und Start des Befreiungskrieges gegen die Türken ging das Kloster Arkadi in die Geschichte von Kreta ein. Heute gilt es als Nationaldenkmal und zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten auf Kreta.

Das Kloster Arkadi im Zentrum der Insel ist Symbol für Heldenmut und Freiheitsliebe und das bedeutendste Nationalheiligtum Kretas. Es liegt auf etwa 500 Metern Seehöhe rund 30 Autominuten von Rethimno entfernt und darf im Urlaub auf Kreta keinesfalls ausgelassen werden.

BILDER: Arkadi-Kloster auf Kreta

Arkadi-Kloster als Nationaldenkmal

Das orthodoxe Kloster wurde im 13. Jahrhundert von einem Mönch namens Arkadios gegründet und durchgehend bewohnt. Die große Bedeutung des Arkadi-Klosters geht auf das Jahr 1866 zurück. Damals waren an die 1.500 Kreter im Arkadi-Kloster versammelt, die sich gegen die seit 1669 bestehende osmanische Herrschaft auflehnen wollten.

Aufstand der Kreter gegen die Türken

Am 8. November 1866 stürmten die Türken das Arkadi-Kloster und es kam zu erbitterten Kämpfen und schweren Verlusten auf beiden Seiten. Am schicksalhaften Tag darauf verschanzten sich die letzten überlebenden Kreter, mit ihnen Frauen und Kinder, im Weinkeller des Klosters, der damals als Munitionslager diente. Ohne Aussicht auf Rettung zündete der Mönch Konstantinos Giaboudakis mit einem Schuss auf ein Pulverfass den gesamten Sprengstoff, der im Kloster vorhanden war. Die gewaltige Explosion soll 1.000 Menschen in den Tod gerissen haben und ging als einer der weltgrößten Massenselbstmorde in die Geschichte Kretas ein.

Die gewaltige Explosion im Weinkeller des Arkadi-Klosters auf Kreta, Griechenland, soll 1.000 Menschen in den Tod gerissen haben - © FRASHO / franks-travelbox
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Das tragische Ereignis ging als „Holokaust von Kreta“ und „Drama von Arkadi“ um die gesamte Welt und bewegte die europäischen Großmächte dazu, Kreta im Befreiungskrieg gegen die Türken zu unterstützen. 1898 – nach weiteren zahlreichen Verhandlungen und Konflikten – wurde Kreta schließlich endlich unabhängig.

Seither ist das Arkadi-Kloster – auch international – als Symbol für Freiheit, Selbstaufopferung und Heldentum bekannt. Die Gebeine der Gefallenen werden in einer alten Windmühle am Vorhof des Klosters aufbewahrt. Der 9. November ist bis heute ein Feiertag auf der griechischen Insel und das Kloster eine der wichtigsten Stätten und Sehenswürdigkeiten der Griechen.

Das Arkadi-Kloster auf Kreta, Griechenland, ist eine der wichtigsten Stätten und Sehenswürdigkeiten der Griechen - © FRASHO / franks-travelbox
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Sehenswürdigkeiten im Arkadi-Kloster

Das Kloster Arkadi ist mit dem Bus oder Mietwagen gut zu erreichen. Parkplätze sind direkt beim Kloster ausreichend und kostenfrei vorhanden. Gegen einen geringen Eintrittspreis von ein paar Euro steht das Kloster täglich für eine umfassende Besichtigung offen.

Tipp: Am frühen Morgen kann man das Kloster noch halbwegs ruhig genießen (abhängig davon wie viele Selbstfahrer Touristen kommen), ab ca. 10:00 Uhr startet die Ankunft der Bustouristen.

Der Eingang zum Kloster erfolgt durch das Westtor, welches 1870 nach der Türkenbelagerung neu errichtet wurde. Es führt in einen Innenhof, in dessen Mitte die zweischiffige Klosterkirche aus dem Jahr 1587 thront. Jeden Tag werden hier Gottesdienste abgehalten. Die Renaissance-Kirche wurde außen von den italienischen Architekten Sebastiano Serlio und Andrea Palladio geschmückt und ist innen mit kostbaren Holzschnitzereien und wertvollen Ikonen ausgestattet.

Die Kirche des Arkadi-Klosters auf Kreta, Griechenland, ist innen mit kostbaren Holzschnitzereien und wertvollen Ikonen ausgestattet - © FRASHO / franks-travelbox
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Gleich daneben zeugt eine verkohlte Zypresse von der Feuersbrunst von 1866 – in ihrem Stamm steckt sogar immer noch eine türkische Gewehrkugel.

Auf der linken Seite des Innenhofs liegt der ehemalige Abtsitz, der ebenfalls 1866 zerstört und erst 1905 wieder aufgebaut wurde. Dahinter befinden sich die Kapelle des Klostergründers, des Hl. Arkadios, und der ehemalige Speisesaal, in dem während des Aufstandes 36 Kreter niedergemetzelt wurden.

Im ehemaligen Speisesaal des Arkadi-Klosters auf Kreta, Griechenland, wurden während des Aufstandes 36 Kreter niedergemetzelt - © FRASHO / franks-travelbox
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Am anderen Ende des Innenhofs liegt das Osttor, welches den Blick auf das kretische Hinterland freigibt. Da es damals nach Kastro führte (die heutige Hauptstadt Heraklion) heißt es auch Kastrinisches Tor.

Links neben dem Osttor befindet sich die ehemalige Munitionskammer, heute nur noch eine Ruine ohne Dach. In diesem alten Weinkeller spielte sich am 9. November 1866 das „Drama von Arkadi“ ab. Interessant ist auch das „Portali“ (kleines Tor) auf der Südseite der Klostermauer. Hier stahlen sich bei der Belagerung drei Boten davon, um Hilfe zu holen.

Daneben sind noch die Mönchszellen, die ehemaligen Provianträume und ein kleines Museum mit einer Kunstgalerie Teil der Tour durch das Arkadi-Kloster. In einem kleinen Shop im ehemaligen Öllager des Klosters werden Souvenirs und Ikonen verkauft.

Tipp: Direkt am Arkadi-Kloster beginnt die Arkadi-Schlucht, deren Naturschönheit auf einer zweistündigen Wanderung bis nach Pikris erkundet werden kann.

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