Louvre-Lens in Lens, Frankreich

Die weitläufigen Museumsbauten des Louvre-Lens bilden eine moderne Zweigstelle des berühmten Kunstmuseums in Paris, Frankreich - © Julien Lanoo CC BY2.0/Wiki
© Julien Lanoo CC BY2.0/Wiki

Das Louvre-Lens ist eine Zweigstelle des berühmten Kunstmuseums in Paris, zeigt sich jedoch mit jüngster Technik und aufgeschlossenem Zugang moderner, spritziger und lockerer als sein konservativ geprägtes – und teureres – Pendant in der französischen Hauptstadt.

In der wenig bekannten und noch weniger besuchten Stadt Lens im Norden von Frankreich ist mit dem zeitgemäßen Louvre-Lens die kleine moderne Schwester des berühmten Kunstmuseums Louvre in Paris zu finden. Das lichtdurchflutete Museum zeigt in wechselnden Ausstellungen Exponate aus dem Pariser Louvre, ist jedoch wesentlich preisgünstiger und weniger überlaufen.

Wie in der Kohle-Stadt Lens kaum anders möglich wurde im Gebäude des Louvre-Lens früher Steinkohle gefördert. Die so genannte „Zeche Nr. 9“ liegt rund 2km westlich der Innenstadt von Lens und war von 1886 bis 1980 in Betrieb.

Besuch des Louvre-Lens

Der Eintritt in das Louvre-Lens erfolgt durch eine 68 mal 55m messende Eingangshalle, die sich im Zentrum von 5 Bauten befindet. Links davon sind die Sonderausstellungen und ein Hörsaal mit 300 Sitzplätzen untergebracht, rechts geht es zum 130m langen Hauptausstellungsgebäude mit der „Galerie der Zeit“ und dem Komplex für Dauerausstellungen.

Das Kunstmuseum beherbergt rund 200 Exponate, die aus den verschiedensten Abteilungen des Louvre in Paris und von anderen Museen aus der Umgebung stammen. Die Bandbreite der Ausstellungsstücke reicht vom 3. Jahrtausend vor Christus bis zum Jahr 1850. Dabei sind die Werke nicht wie in den meisten Museen nach Regionen getrennt, sondern können aufgrund der einmaligen baulichen Gegebenheiten je nach Epoche bestaunt werden. Griechische Skulpturen aus der Antike treten somit in direkten Dialog mit der Kunst aus dem ägyptischen Pharaonenreich.

Das Besondere am Louvre Lens ist, dass es auch einen Blick hinter die Kulissen eines Kunstmuseums ermöglicht. Besucher können die Archive und Handwerksbereiche im Museum erkunden, die Restaurierung eines Werks verfolgen und Details über den Betrieb eines Museums erfahren.

Das neue Louvre – warum in Lens?

2003 entstand die Idee, eine Zweigstelle des Pariser Louvre einzurichten. Der Präsident der Nord-Pas de Calais Region, Daniel Percheron, zeigte sich an diesem Projekt sofort interessiert und konnte seine Stadt unter 5 weiteren Alternativen behaupten. Die gute Verkehrsanbindung über die Autobahn und den TGV, die zentrale Lage von Lens zwischen Lille und Arras und das großzügige Grundstück, das zur Verfügung stand, sowie 8.000 Unterschriften der lokalen Bevölkerung trugen wesentlich zu dieser Entscheidung bei. 2005 wurde ein Architektur-Wettbewerb für die Errichtung des Museums in Lens ausgeschrieben.

Das Ensemble aus fünf Museumsbauten wurde vom Architekturbüro SANAA entworfen. Aus 120 Architekten aus der ganzen Welt gewann den Wettbewerb das japanische Architektenteam Kazuyo Sejima und Uyüe Nishizawa. Der Landschaftsgarten, in den die Museumsbauten eingebettet sind, wurde nach Plänen von Catherine Mosbach angelegt. Kulturminister Frédéric Mitterrand legte am 4. Dezember 2009 den Grundstein für das Louvre-Lens. Die Kosten für den Umbau und die Einrichtung des Museums auf dem etwa 20 Hektar großen Gelände beliefen sich auf rund 150 Millionen Euro.

Die Eröffnung des Louvre-Lens erfolgte exakt drei Jahre nach der Grundsteinlegung, am 4. Dezember 2012. François Hollande, der damalige französische Präsident, durchschnitt feierlich das Band. 8 Tage später empfing das Kunstmuseum die ersten Besucher. Im ersten Jahr war der Eintritt noch kostenlos, was gleich von 330.000 Kunstinteressierten genutzt wurde. Insofern ging die Rechnung auf, ähnlich wie dem Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao die Wirtschaft der touristisch kaum nennenswerten Kohlestadt etwas anzukurbeln.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Louvre Lens (französisch)