Naturpark Kljutschewskoi in Kamtschatka, Russland

Die Vulkane Kljutschewskoi und Kamen auf der Halbinsel Kamtschatka in Russland - © Alex Ishchenko / Fotolia
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Im russischen Naturpark Kljutschewskoi formt die eindrucksvolle Mischung aus vulkanischer Aktivität und Gletscherbildung die Landschaft Kamtschatkas zu einer niemals stillhaltenden Schönheit.

Der Naturpark Kljutschewskoi befindet sich in Kamtschatka, der östlichsten Halbinsel Russlands und der vulkanisch aktivsten Region der Welt. Er ist auch unter dem Namen „Vulkane von Kamtschatka” bekannt und wurde 2001 zum 1996 ernannten gleichnamigen Weltnaturerbe der UNESCO hinzugefügt.

BILDER: Naturpark Kljutschewskoi in Kamtschatka

 

Tiere gibt es in den lebensfeindlichen Bedingungen zwischen Feuer und Eis eher wenige. In den Wäldern leben Schneeschafe, Braunbären, Rentiere, Elche und Murmeltiere, die sich jedoch so gut wie nicht blicken lassen. Am ehesten bekommt man Schwäne, Wildgänse, Auerhühner, Füchse und Hasen zu Gesicht. In den niedrigeren Regionen gibt es reiche Lachsvorkommen, die sich im vom Vulkangestein gefilterten glasklaren Wasser pudelwohl fühlen.

Kljutschewskoi – Der feuerspeiende Meister Kamtschatkas

Herrscher des Naturparks ist der Kljutschewskoi Vulkan, oder Kljutschewskaja Sopka, der dem Naturpark auch seinen Namen verlieh. Der feuerspeiende Riese ist der größte aktive Vulkan Eurasiens. Sein fast perfekt symmetrischer Vulkankegel ragt mit einer Höhe von (je nach Ausbruch) ca. 4.750m aus der so genannten Klutschewskaja-Gruppe von 12 weiteren Stratovulkanen empor.

An seinen von vulkanischem Geröll, Schneeflächen und Eisfeldern übersäten Hängen schlängeln sich die beiden Gletscher Erman und Bogdanowitsch in die Tiefe. Der erste Ausbruch des Kljutschewskoi Vulkans wurde 1697 registriert, durchschnittlich spuckt der Berg alle fünf Jahre Asche und Lava, die auch aus den über 100 Seitenkratern austritt.

Der feuerspeiende Riese Kljutschewskoi ist der größte aktive Vulkan Eurasiens, Russland - © Sergio Ponomarev / Shutterstock
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Über eine Route von Kosyrewsk aus über den Sattel zwischen den beiden Vulkanen Kljutschewskoi und Kamen kann der Kljutschewskoi bestiegen werden. Viele wagen diese Abenteuer jedoch nicht, denn schon so mancher Bergsteiger kam im plötzlichen Lavastrom ums Leben.

Wer deshalb nicht unbedingt den Gipfel stürmen möchte, kann sich auf die Begehung der Wanderwege am Fuß des Vulkans beschränken, die durch Steinhaufen markiert sind. Als Berghütten fungieren einige vulkanologische Stationen auf etwa 1.000m Höhe.

Vulkan-Trekking im Land aus Feuer und Eis

Die Lava-Felder im Naturpark Kljutschewskoi auf der Halbinsel Kamtschatka erstrecken sich scheinbar endlos, Russland - © Vadim Petrakov / Shutterstock
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Der beste Ausgangspunkt für Touren in den Naturpark ist Kosyrevsk, 500km von Petropavlovsk-Kamtschatski entfernt. Mit dem Hubschrauber in 3 Stunden zu erreichen. Eine Busfahrt dorthin dauert 10-12 Stunden und führt über die Kamtschatka, deren Fähren nur von 9 bis 20 Uhr in Betrieb sind. Schon vom Fluss aus erblickt man die majestätischen Gipfel von Kljutschewskoi, Tolbatschik und Uschkowski. Von Kosyrevsk aus führen zwei Straßen in den Naturpark.

Im Park gibt es keine Unterkunftsmöglichkeiten, sondern nur Campingplätze. Dank seiner Abgeschiedenheit besuchen den Naturpark Kljutschewskoi nur etwa 500 Menschen im Jahr. Dadurch hat die Landschaft ihre ursprüngliche wildromantische Schönheit bewahrt.

Die atemberaubende 7-tägige Trekking-Tour „Rund um den Tolbatschik” führt durch eine Mondlandschaft aus zahlreichen Schluchten und palastartigen Gesteinsformationen des Polsky Tolbatschik („Flacher Tolbatschik”). Auch an der Gedenktafel der mutigen Vulkanologen kommt man vorbei, die 1976 die weltweit bekannte „Grosse Tolbatschik-Spalten-Eruption” erforschten und an den Folgen der vulkanischen Gase in den darauffolgenden Jahren verstarben.

Rund um den Vulkan Tolbatschik führt eine atemberaubende 7-tägige Trekking-Tour durch eine Mondlandschaft aus zahlreichen Schluchten und palastartigen Gesteinsformationen, Kamtschatka, Russland - © Alex Ishchenko / Fotolia
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Teilweise ist die Asche sogar noch warm, der Boden knirscht wie Grillkohle und zwischen den versteinerten Bäumen lugen zaghaft die ersten neuen alpinen Blumen aus dem schwarzen Gestein hervor.

Raue Bedingungen

Die meisten Besucher kommen zwischen Juni und August, wenn das Thermometer auf bis knapp unter 30 °C klettert. Trotzdem unbedingt wasser- und windfeste Kleidung mitnehmen! Moskitos und Mücken gibt es im Sommer übrigens bis auf 2.000m Seehöhe! In den Bergen fällt der erste Schnee bereits im September. Von Oktober bis Mai herrschen Schneestürme und Temperaturen unter -40°C.

Weiterführende Links:

Trekking-Touren im Naturpark Kljutschewskoi (englisch)