Okavango-Delta, Botswana

Blick auf das Okavango-Delta, das auch den Namen „größtes Naturparadies der Welt“ trägt, Botswana - © CHG / Fotolia
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Das mitten in der Kalahari gelegene Okavango-Delta in Botswana trägt mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt nicht ohne Grund den Namen „größtes Naturparadies der Welt“.

Durch die heiße und unwirtliche Sandwüste Kalahari im afrikanischen Botswana fließt der Okavango, einer der längsten Flüsse Afrikas, der in Angola entspringt. Über eine Länge von mehreren hundert Kilometern besteht er zuerst nur aus einem Arm, ehe er sich in eine Vielzahl von Nebenflüssen verzweigt. Dieses System liefert die Bewässerung für das „größte Naturparadies der Welt”, das Okavango-Delta.

Das Okavango-Delta ist das weltgrößte Binnendelta, seine Fläche ist größer als ganz Belgien. Entlang des Okavango wachsen durch die Wüste Gürtel aus Papyrus und Schilf, zwei Pflanzen, die an den Lebensraum im schnell fließenden Wasser angepasst sind. Im Okavango-Delta ist die Pflanzenwelt sehr viel umfangreicher, aber auch sehr empfindlich. Nachdem der Fluss das Delta und die darin lebenden Pflanzen und Tiere mit Wasser versorgt hat, versiegt er im trockenen Wüstensand oder verdunstet; er erreicht auf seinem Weg also niemals das Meer.

Unterwegs im Okavango-Delta

Den Eingang zum Okavango-Delta bildet für Besucher die Kleinstadt Maun im Norden Botswanas. Früher lebten hier hauptsächlich Jäger und Viehzüchter, heute wird sie zum Großteil für den Tourismus genutzt. Von Maun aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Delta zu erkunden.

Für einen umwerfenden Ausblick über das Okavango-Delta bucht man einen Flug mit einem Hubschrauber oder Kleinflugzeug. Diese Flüge werden von Park-Managern angeboten und können auch genutzt werden, um innerhalb des weitläufigen Deltas von einem Camp zum nächsten zu gelangen.

Ein Leopard im in der Kalahari gelegenen Okavango-Delta in Botswana - © Martin Larcher / Shutterstock
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Wenn die Wasserstände niedrig genug sind, kann man mit dem Jeep durch das Delta fahren, wobei sich eine geführte Tour empfiehlt. Die beste beziehungsweise einzige Zeit dafür ist von Mai bis Oktober, wenn über dem Okavango-Delta Winter herrscht. In dieser trockenen Jahreszeit kann man die Pisten durch das Delta mit dem Jeep befahren, ohne fürchten zu müssen, bei Hochwasser im schlammigen Boden stecken zu bleiben. Auch die Temperatur ist im Winter mit rund 25 Grad angenehm; in der Nacht kann es allerdings empfindlich kalt werden. Ein weiterer Vorteil des Winters ist die aufgrund der Trockenheit niedrigere Anzahl an Insekten und vor allem Stechmücken, somit sinkt auch das Malaria-Risiko drastisch.

Doch auch der Sommer, der von November bis März andauert und in den die Regenzeit fällt, hat seine ganz besonderen Reize. Kurz nach Ende der Regenzeit, wenn das Gebiet noch überflutet ist, sind die meisten Tiere zu beobachten. Darunter kommen zu dieser Zeit auch sehr viele Vögel, zum Teil Zugvögel von anderen Kontinenten, ins Okavango-Delta. Während der Regenzeit, oder auch „Green Season” oder „Emerald Season” genannt, erkundet man das Delta besser mit so genannten Mokoros. Dabei handelt es sich um Einbaumboote, die von ortskundigen Einheimischen durch das Dickicht des Sumpfgebietes gestakt werden.

Tipp: Im Sommer sollte man die durch das feuchte Klima erhöhte Anzahl an Stechmücken bedenken. Es empfiehlt sich, vor dem Urlaub eine Malaria-Prophylaxe und während des Aufenthaltes im Delta ausreichende Schutzvorkehrungen vorzunehmen.

Moremi Game Reserve

Ein Sitatunga, auch Wasserkudu, Sumpfbock oder Sumpfantilope genannt im Okavango-Delta, Botswana - © anankkml / Fotolia
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Im Okavango-Delta liegt das Moremi Game Reserve, das etwa ein Drittel des Deltas schützt. Das Gebiet kann mit dem Jeep befahren werden, allerdings nur der Ostteil davon, da es hier trockener ist und die Straßen somit weniger überschwemmt sind. Auch hier ist eine geführte Tour empfehlenswerter als das Gebiet alleine zu durchstreifen. Neben Vögeln, Elefanten, Büffeln, Großkatzen, Hyänen und Antilopen sind hier einige Exemplare der seltenen Sitatunga heimisch, ein pelzige Antilopenart, die vorwiegend in Sumpfgebieten vorkommt. Eines davon zu sehen ist aufgrund ihrer Seltenheit allerdings sehr unwahrscheinlich.

Beim Moremi Game Reserve liegt zwischen den beiden Flüssen Boro und Santantadibe Chief’s Island, eine 100 Kilometer lange und 15 Kilometer breite Landzunge. Hier sind weder Camps noch sonstige Siedlungen erlaubt, dafür findet man auf diesem Landstreifen enorm viele Wildtiere.

Für die Übernachtung im Okavango-Delta stehen mehrere Campingplätze bereit. Da in Botswana Luxustourismus verbreitet ist, gibt es auch hier viele komfortable Unterkünfte, von denen während der Regenzeit allerdings manche geschlossen sind. Buchen kann man sie in einem der zahlreichen Reisebüros in Maun, direkt am Eingang zum Delta.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Okavango-Deltas (englisch)
Info zum Moremi Game Reserve (englisch)