Piva-Kloster, Montenegro

Das Piva-Kloster wirkt von außen unscheinbar; der Schatz der dreischiffigen steinernen Basilika ohne Turm und Kuppel liegt im Verborgenen, Montenegro - © FRASHO / franks-travelbox
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Das Piva-Kloster im Norden Montenegros zählt zu den bedeutendsten Klosteranlagen des Landes und beeindruckt vor allem durch seine spektakulären Fresken, die erfolgreich vor einer Überflutung durch den Piva-Stausee bewahrt wurden.

Das Piva-Kloster liegt in der Piva-Schlucht einige Kilometer vor dem Piva-Stausee und der Kleinstadt Plužine im gebirgigen Norden von Montenegro. Neben Ostrog und Morača in der Nähe von Kolašin zählt es zu den wichtigsten Klosteranlagen des Landes.

Das Piva-Kloster wurde von 1573 bis 1583 von den Osmanen errichtet und war damals die größte serbisch-orthodoxe Kirche. Von außen wirkt die dreischiffige steinerne Basilika ohne Turm oder Kuppel eher unscheinbar, ihr wahrer Schatz liegt im Verborgenen.

Besuch des Piva Klosters

Betritt man das Kloster (frei zugänglich) stockt einem der Atem beim Anblick der kunstvollen Fresken, die nahezu jeden Zentimeter im Inneren des Piva-Klosters bedecken. Die meisten Fresken stammen von einem unbekannten griechischen Meister, doch einige können Strahinja und Kozma zugeschrieben werden.

Trotz der vielen Jahre, die seit ihrer Fertigstellung Anfang des 17. Jahrhunderts vergangen sind, konnte die Farbenpracht der Malereien bis heute erhalten werden. Wer genau hinsieht, entdeckt eine einzigartige Besonderheit: Über dem Eingang ist ein muslimischer Herrscher dargestellt, äußerst unüblich für ein orthodoxes Gotteshaus. Es handelt sich um den zum Islam konvertierten Mehmed Paša Sokolović, der zusammen mit seinem Bruder Savatije, dem Gründer des Klosters, abgebildet ist. Auch der Klosterschatz mit historischen Drucken, handgeschriebenen Evangelien aus dem 16. Jahrhundert, wertvollen Ikonen und Meisterwerken aus Edelmetallen ist sehenswert.

Piva-Kloster auf Wanderschaft

Ein Schild führt Besucher von der Durchzugsstraße entlang der Piva zum Kloster. Hier stand es allerdings nicht immer. Vor 1976 befand sich das Kloster an einem weit reizvolleren Platz etwa 9km entfernt. Die älteren Bewohner der Gegend denken noch wehmütig an seine wundervolle Lage am ehemaligen „Pivsko oko” („Auge der Piva”).

Das historisch wertvolle Kulturgut war jedoch von der Flutung des Tals durch den Piva-Stausee bedroht. Und so wurde das Kloster 1968 Stein für Stein abgetragen, die Fresken wurden von den Wänden abgelöst und nach 12 Jahren mühevollster Kleinarbeit originalgetreu an seinem heutigen Standort wieder aufgebaut.