Perast, Montenegro

Der charmante Ort Perast in der traumhaften Bucht von Kotor in Montenegro ist schon von weitem eine Augenweide - © Planner / Shutterstock
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Das schmucke Perast war einst florierendes Seefahrerzentrum in der Bucht von Kotor und wurde Ende des 20. Jahrhunderts komplett restauriert. Manche Teile Perasts sind immer noch Ruinen, doch die Mehrheit der prachtvollen Bauten erstrahlt bereits wieder in altem Glanz.

Der charmante Ort Perast in der traumhaften Bucht von Kotor in Montenegro ist schon von weitem eine Augenweide. An der Uferpromenade reihen sich prunkvolle Villen und die beiden kleinen Klosterinseln Sveti Đorđe und Gospa od Škrpjela vor Perast geben dem Postkartenmotiv noch den letzten Schliff.

Geschichte von Perast

Perast, im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, stand jahrelang im Schatten des bedeutenderen Kotor, schlug sich schließlich auf die Seite der Venezianer und bekämpfte Kotor, bevor es als eigenständige Kleinstadt für seine Seeleute, Händler und Nautiker bekannt wurde. Die vier Reedereien Perasts unterhielten bis zu 100 Schiffe und viele Kapitäne wählten Perast als Alterswohnsitz. Der Reichtum der Kleinstadt wuchs über die Jahrhunderte und zwischen 1600 und 1797 entstanden prunkvolle Neubauten der Peraster Oberschicht.

Die beiden kleinen Klosterinseln Sveti Đorđe und Gospa od Škrpjela vor Perast geben dem Postkartenmotiv noch den letzten Schliff, Montenegro - © ddsign / Shutterstock
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Als die internationalen Schiffe jedoch immer größer wurden, war der Hafen von Perast bald zu klein und der Geldstrom der Seefahrt begann, in andere Häfen zu fließen. Ab 1900 begann Perast langsam zu verfallen. Was von der einst florierenden Stadt noch übrig war, zerstörte das Erdbeben von 1979.

Gott sein Dank entschieden sich die Denkmalschützer Montenegros damals dafür, das Kleinod in der Bucht von Kotor wieder aufzubauen und so erstrahlt Perast heute dank Investitionen der UNESCO, des Staates Montenegro und vieler Privatsponsoren in altem Glanz. Manche Ruinen in den höher gelegenen Teilen von Perast warten noch immer auf ihrer Renovierung, was Perast jedoch einen ganz eigenen, historischen Charme verleiht.

Gospa od Škrpjela

Die Gospa od Škrpjela ist eine Kircheninsel vor dem Küstenstädtchen Perast und liegt in der malerischen Bucht von Kotor, Montenegro - © ivanovskyy / Shutterstock
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Die malerische „Maria vom Felsen” ist eine künstlich aufgeschüttete Insel, auf der eine Kirche errichtet wurde, in der eindrucksvolle Meisterarbeiten montenegrinischer und italienischer Künstler zu besichtigen sind. Die erste Kirche stammt aus dem Jahr 1452, der römisch-katholische Sakralbau, der heute zu sehen ist, wurde 1632 errichtet und knapp 100 Jahre später renoviert und ausgebaut. Vor allem die Seefahrer baten und bitten hier um eine sichere Heimkehr.

Insel Sveti Đorđe

Im Gegensatz zu Gospa od Škrpjela ist die Insel des „Hl. Georg” ein natürliches Eiland, auf dem im 12. Jahrhundert das erste Benediktiner-Kloster gleichen Namens errichtet wurde. Sveti Đorđe war lange Zeit Zankapfel zwischen Perast und Kotor, bis die winzige Insel im Jahr 1634 schließlich Perast zugesprochen wurde.

Auf der zypressenbestandenen Insel Sveti Đorđe vor Perast in Montenegro fanden die großen Persönlichkeiten der Stadt ihre letzte Ruhestätte - © hor Pasternak / Shutterstock
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Nur 20 Jahre später wurde Sveti Đorđe von den Türken demoliert, nachdem sie nach der Belagerung von Perast und Kotor ohne Erfolg wieder abziehen mussten. Weitere 13 Jahre später zerstörte das Erdbeben von 1667 auch den Rest der Klosteranlage. Das heutige Kloster von Sveti Đorđe inmitten hoher Zypressen stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und beherbergt die Grabstätten der großen Persönlichkeiten von Perast.

Altstadt von Perast

Der Begriff „Altstadt” ist in Perast kaum angebracht, sind die meisten Restaurationen der Kleinstadt ja kaum 50 Jahre alt. Dennoch zeugt das kompakte, denkmalgeschützte Architektur-Ensemble vom einstigen Wohlstand.

Ein klassischer Rundgang durch Perast ist nicht möglich, da die Straßen in höheren Lagen allesamt noch nicht restauriert wurden und viele davon in Sackgassen enden. Die beste Art, Perast zu erkunden ist daher von Ost nach West an der Uferpromenade entlang, mit einzelnen Abstechern ins „Hinterland”.

Sveti Nikola

Der markante Glockenturm der Pfarrkirche des Hl. Nikolaus in Perast ist mit 55m der höchste in der Bucht von Kotor, Montenegro - © Eugene Sergeev / Shutterstock
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Schon von weitem unmöglich zu übersehen ist die markante Kirche des Hl. Nikolaus, deren 55m hoher Glockenturm der höchste in der gesamten Bucht von Kotor ist. Das 1616 erbaute Gotteshaus beherbergt eine reiche Innenausstattung mit einem venezianischen Altar und einem umfangreichen Kirchenschatz aus Gold und Silber. Die Gemälde stammen aus der Werkstatt des berühmten Barock-Künstlers Tripo Kokoljas.

Palata Smekja

Der nach der Renovierung größte Palast von Perast wurde 1764 erbaut und zeugt heute noch vom enormen Reichtum seiner Besitzer. Für das dreistöckige Gebäude mit den hochbarocken Balkonen und Portalen wurden die damals kostbaren Steine von der kroatischen Insel Korčula verwendet.

Palata Zmajević

Auch hier hat sich Tripo Kokolja mit seinen Fresken verewigt. Einst Teil der relativ schwach ausgeprägten Stadtbefestigung ist von dem Palast heute nur noch eine Ruine übrig und die kunstvolle Bemalung kaum noch zu erkennen.

Sveti Jovana Krstitelja

Die Kirche von Johannes dem Täufer ist die erste von 14 Kirchen, die Perast meist von der Oberschicht gespendet wurden. In dem 1596 erbauten Gotteshaus erhält man einen ersten Vorgeschmack auf die Innenausstattung der Gospa od Škrpjela, denn auch dort wurden die Gemälde vom berühmten Barock-Künstler Tripo Kokolja geschaffen.

Palata Bujović

Das letzte große Gebäude auf dem Weg über die Strandpromenade ist auch der einzige Palast von Perast, der von innen besichtigt werden kann. Der Palata Bujović aus dem späten 17. Jahrhundert beherbergt das Heimatmuseum von Perast, welches Dokumente und andere Fundstücke aus der Blütezeit der Stadt präsentiert.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Perast (englisch)