Kathedrale Saint-André in Bordeaux, Frankreich

Die Kathedrale Saint-André ist die größte Kathedrale von Bordeaux und eine der größten Kathedralen Frankreichs - © Leonid Andronov / Shutterstock
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Die Kathedrale Saint-André ist die größte Kathedrale von Bordeaux und eine der größten Kathedralen Frankreichs. Bereits Schauplatz königlicher Hochzeiten beeindruckt die Kathedrale auch heute noch durch ihre monumentale Erscheinung.

Die Kathedrale Saint André zählt zu den schönsten Kirchen von Bordeaux und steht als Monument historique seit 1862 unter Denkmalschutz. 1998 wurde sie als Teil des Jakobsweges in Frankreich auch zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

BILDER: Kathedrale Saint André in Bordeaux

 

Mit 124 Metern Länge, 18 Meter Breite und 29 Meter Höhe hält die Kathedrale Saint-André den Titel der größten Kirche von Bordeaux und zählt auch zu den größten Sakralbauten von ganz Frankreich. Dementsprechend ist das beeindruckende Gotteshaus auch Sitz des Bistums und die bedeutendste Kathedrale der Stadt. Bemerkenswert ist, dass die gesamte Kathedrale trotz ihrer beachtlichen Größe nur aus einem einzigen Kirchenschiff besteht. Besonders sehenswert sind die beiden Portale auf der Nordseite des Gotteshauses, das Portail des Flèches aus dem Jahr 1330 und das Port Royal aus dem Jahr 1250.

Das Portail des Flèches fungiert, flankiert von zwei 81m hohen Spitztürmen, als Haupteingang in die Kathedrale und ist mit einem Bildnis der Himmelfahrt Christi geschmückt. Das zweite, das Königsportal, zeigt das Jüngste Gericht und Skulpturen von Bordeaux’ Erzbischöfen.

Entstehung der Kathedrale Saint-André

Die Nordfassade der Kathedrale Saint-André in Bordeaux, Frankreich, wird von zwei 81m hohen Spitztürmen flankiert - © Alexander Demyanenko/Shutterstock
© Alexander Demyanenko/Shutterstock

Die eindrucksvolle Kathedrale ist fast tausend Jahre alt. Sie wurde vom späten 12. Jahrhundert bis zum 15. Jahrhundert errichtet und wurde daher noch zu einem Teil im romanischen Stil errichtet, bevor die gotische Bauweise modern wurde.

Ihre erste Weihe durch Papst Urban II geht auf das Jahr 1096 zurück. Zu den ältesten Bauteilen der Kathedrale zählen die romanischen Außenmauern und das gotische Port Royal an der Nordseite, welches auf das Jahr 1250 zurückgeht.

Von 1440 bis 1466 wurde die Kathedrale Saint-André um einen freistehenden Glockenturm erweitert. Ebenso wie jener der Basilika Saint-Michel wird auch dieser „Tour Pey-Berland“ genannt, kann mit seinen 50 Metern Höhe mit dem 114m hohen Turm der Basilika jedoch nicht mithalten.

Auch die Marienstatue „Nôtre-Dame d’Aquitaine“, die 1863 auf der Turmspitze ergänzt wurde, änderte daran nichts.

1137 heirateten in der Kathedrale von Saint-André in Bordeaux Ludwig VII., König von Frankreich, und Eleonore von Aquitanien, die Mutter von Richard Löwenherz - © mbonaparte / Shutterstock
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Royales Flair erhielt die Kathedrale Saint André durch zwei geschichtlich bedeutende königliche Hochzeiten. 1137 heirateten hier Ludwig VII. und Eleonore von Aquitanien, die Mutter von Richard Löwenherz, und 1615 Ludwig XIII. und Anna von Österreich. Weniger königlich wurde die Kathedrale während der Französischen Revolution behandelt. Damals wurde ihre Inneneinrichtung komplett zerstört und das stolze Gebäude als Heu- und Strohlager verwendet. Auch das kunstvoll verzierte Südportal der Kathedrale wurde zum Teil irreparabel beschädigt.