Shwedagon Pagode in Yangon, Myanmar

Die Shwedagon Pagode im Süden von Myanmar in der Stadt Yangon ist das wichtigste Heiligtum und religiöse Zentrum des Landes - © erwinf / Fotolia
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Die Shwedagon Pagode im Süden von Myanmar in der Stadt Yangon stellt das wichtigste Heiligtum des Landes dar. Die prachtvolle goldene Stupa ist knapp 100 Meter hoch und über und über mit vergoldeten Glocken und kostbaren Edelsteinen verziert.

Die Shwedagon Pagode liegt im Süden von Myanmar in der Stadt Yangon und stellt das wichtigste Heiligtum und religiöses Zentrum des Landes dar. Das Wahrzeichen Myanmars zählt zu den berühmtesten Stupas der Welt.

Die knapp 100 Meter hohe Shwedagon Pagode thront auf dem stark befestigten Hügel Pegu-Joma und leuchtet über die ehemalige Hauptstadt Myanmars. Angeblich wurde in ihren Mauern eine goldene Schatulle eingemauert, in der sich acht Kopfhaare von Buddha Gautama befinden. Der Legende nach wurde die Pagode noch vor dem Tod des Begründers des Buddhismus erbaut und wäre damit bereits 2.500 Jahre alt. Es gibt aber weder Pläne noch Aufzeichnung für die ursprüngliche Entstehung des wertvollen Allerheiligsten. Archäologen datieren den Prachtbau jedoch auf das 6. bis 10. Jahrhundert, die ersten glaubwürdigen Berichte wurden erst im 14. Jahrhundert unter der Herrschaft des Mon-König Binnya U verfasst.

Überwältigende Kostbarkeiten der Shwedagon Pagode

Bis zum Jahr 1774 wurde die Pagode mehrmals vergrößert, bis sie schließlich unter König Hsinbyushin aus Ava ihre heutige Höhe von gewaltigen 98 Metern erreichte. Seine Königin stiftete ihr Körpergewicht in Gold, um der Pagode ihr strahlendes Kleid aus purem Gold zu verleihen.

In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde der Schmuck der Pagode immer prächtiger. Der Goldschmuck der Pagode wird mittlerweile auf ein Gewicht von 60 Tonnen geschätzt und der selbst glockenförmige Turm ist über und über mit Glocken behängt. Die 10m hohe Spitze der Pagode, der traditionellen „Hti” („Hut”) ist mit goldenen Ringen verziert und von einem 76karätigen Diamant gekrönt. Damit nicht genug: Die Wetterfahne, die ebenfalls an der Spitze befestig ist, ist abermals mit über 1.000 Diamanten, Saphiren und Rubinen geschmückt. Ringsum die Pagode umfasst das Areal mehr als 5 Hektar und ist von weiteren kleinen Stupas, goldenen Schreinen und Altären, Pavillons und sitzenden und liegenden Budda-Statuen nahezu übersät.

Die Shwedagon Pagode umfasst ist von weiteren kleinen Stupas, goldenen Schreinen und Altären, Pavillons und sitzenden und liegenden Budda-Statuen nahezu übersät, Myanmar - © D. Ott / Fotolia
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Die Shwedagon Pagode steht auf einer 60.000m2 großen Plattform aus Marmor, die über 4 lange Treppen in allen Himmelsrichtungen zu erreichen ist. Die östliche Treppe ist die traditionelle und führt an den Klöstern vorbei. Die nördliche und südliche ist von bunten Ständen gesäumt, an denen Räucherwerk, Gebetsfahnen, Kerzen, Glücksbringer und Souvenirs verkauft werden. Rund um die Pagode sind noch die Befestigungswälle ersichtlich, die nach der Eroberung Burmas von den Briten erbaut wurden. Rund um die Pagode wandert im Uhrzeigersinn der Zug der Gläubigen. Ob armer Reisbauer, Universitätsprofessor, Greis oder Kindermädchen mit Kindern, alle, auch die Nicht-Gläubigen, fühlen sich im Schutz der Pagode geborgen.

Weitere heilige Stätten in der Umgebung der Shwedagon-Pagode umfassen den heiligen Bodhi-Baum, unter dem Buddha erleuchtet wurde in der südwestlichen Ecke des Areals. In der Richtung des Nordaufgangs steht ein Tempel mit Tierplastiken und acht Buddhastatuen, die den Planeten, Tieren und Wochentagen zugeordnet sind. Jeder Gläubige verehrt hier den Buddha des Wochentages, an dem er geboren wurde. Im Buddha Gautama Tempel gegenüber des Nordaufgangs befindet sich ein symbolischer Fußabdruck Buddhas, der von einer Nagaschlange bewacht wird.

Goldene Statuen in der Shwedagon Pagode, Yangon, Myanmar - © dgfoto / Fotolia
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Kurios: Die bronzene Maha Ganda Glocke sollte eigentlich von den Briten nach England gebracht werden. Das Boot kenterte jedoch und die Glocke versank. Alle Bergungsversuche scheiterten. Erst als die Briten versprachen, die Glocke im Lande zu lassen, gelang die Hebung der Burmesen mit darunter geschobenen Bambusstöcken. Sie ist jedoch nicht so gewaltig wie die Maha Tissada Glocke, die 40 Tonnen auf die Waage bringt.

Die Shwedagon Pagode ist nicht nur religiös, sondern auch politisch und historisch ein bedeutender Ort für Myanmar. Bei der Studentenrevolte im Jahr 1920 stand sie im Mittelpunkt und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hielt hier ihre erste öffentliche Rede.

Am besten kann man die Atmosphäre der Shwedagon Pagode genießen, indem man sich einfach auf den sonnenwarmen Marmorplatten niederlässt, dem bunten Treiben zusieht und den andächtigen Gebeten und nackten Füßen auf dem Steinboden lauscht.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite der Shwedagon-Pagode (englisch)