Jellyfish Lake auf den Rock Islands, Palau

Im unter Tauchern weltberühmte Jellyfish Lake auf den Rock Islands in Palau tummeln sich Millionen von Quallen - © Ethan Daniels / Shutterstock
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Der unter Tauchern weltberühmte Jellyfish Lake auf den Rock Islands in Palau befindet sich auf der unbewohnten Kalksteininsel Eil Malk. Die Quallen, die ihn bevölkern, haben keine natürlichen Feinde und daher keine giftigen Tentakeln. Schnorchler können sich gefahrlos durch Schwärme von zigtausenden der geisterhaften Tiere bewegen.

Der unter Tauchern weltberühmte Jellyfish Lake auf den Rock Islands in Palau befindet sich auf der unbewohnten Kalksteininsel Eil Malk. Er entstand vor etwa 12.000 Jahren, als durch den Anstieg des Meeresspiegels Salzwasser durch das Karstgestein der Rock Islands sickerte und sich im Becken des heutigen Jellyfish Lake sammelte. Eil Malk ist etwa eine 45minüte Bootsfahrt von Koror entfernt.

Der faszinierende Brackwassersee ist 420 mal 200 Meter groß, bis zu 30 Meter tief und als einziger der 70 marinen Seen auf Palau öffentlich zugänglich. Sein Wasserspiegel ist mit dem Meeresspiegel auf einer Ebene, mit etwa 1,5 Stunden Verspätung sind sogar die Gezeiten sichtbar. Der See heißt eigentlich Ongeim’l Tketau. Jellyfish Lake, „Quallensee”, wird er aufgrund seiner einzigartigen Bewohner genannt. In seinem Salzwasser, welches auf den ersten 3 Metern auch mit Süßwasser durchmischt ist, tummeln sich unzählige Quallen. Taucher, die Quallen zu Gesicht bekommen, machen normalerweise einen großen Bogen um sie, denn ihre Tentakeln sind giftig und verursachen ein furchtbares Brennen auf der Haut, manche Arten können sogar töten.

Mit Quallen schwimmen?

Der Jellyfish Lake auf den Rock Islands ist wohl der einzige Ort der Welt, auf dem man mit Quallen schwimmen kann. In ihm wohnt die bis zu 23cm große blassgelbe Mastigias Medusae Qualle, auch als Golden Jellyfish, oder einfach nur Medusa bezeichnet. Da die durchscheinenden Wasserbewohner in ihrem von der Außenwelt abgeschiedenen See so gut wie keine natürlichen Feinde haben, sind auch ihre Tentakeln ungiftig. Schnorchler müssen somit keine Angst haben und können im etwa 30°C warmen Wasser mit den geisterhaften Tieren auf Tuchfühlung gehen.

Die Quallen, die den Jellyfish Lake auf den Rock Islands bevölkern, haben keine natürlichen Feinde und daher keine giftigen Tentakeln, Palau - © Ethan Daniels / Shutterstock
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Tieferes Tauchen mit Sauerstoffflasche ist im Jellyfish Lake nicht erlaubt. Erstens können sich die aufsteigenden Sauerstoffblasen in den Schirmen der Quallen verfangen und zweitens ist das Wasser ab einer Tiefe von etwa 15 Metern mit Schwefelsäure durchsetzt, was für einen Taucher sogar tödlich enden kann. Dies ist auch der Grund, warum die Medusen nie unter diese Tiefe kommen. Ab etwa 15m gibt es keinen Sauerstoff mehr. Andere Tiere im See kommen über die Größe von Schnecken, Schwämmen und Krebsen nicht hinaus. Weitere Lebensräume der Medusen sind der Clear Lake ebenfalls auf Eil Malk und der Goby Lake sowie der Big Jellyfish Lake auf Koror.

Tipp: Die Quallen werden bei der Ernährung von einzelligen Organismen unterstützt, die von einer bestimmten Algenart leben. Algen brauchen Licht zum leben und daher sind die meisten Medusen immer dort zu finden, wo die Sonne am intensivsten auf den See scheint, von morgens bis abends folgen sie dem Tageslicht. Außerdem leben im Schatten die einzigen Feinde der Quallen – fest gewachsene Seeanemonen.

Laut Schätzungen leben etwa 30 Millionen der faszinierenden Tiere im Jellyfish Lake. Zwischen zigtausenden von ihnen völlig gefahrlos herumzuschwimmen, ist ein unvergessliches Erlebnis, das man auf keinen Fall missen sollte, wenn man sich schon einmal auf Palau befindet.

Und so kommt es schon mal vor, dass man im Regenwald von Eil Malk Urlaubern über den Weg läuft, die mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen bewaffnet durch den dichten Urwald spazieren. Von der Küste zum Jellyfish Lake führt der Weg nämlich ca. 30 Minuten über zwei steile Hügel durch den Dschungel der Rock Islands.

Weiterführende Links:

Mehr Info zum Jellyfish-Lake und den Medusen auf Wikipedia

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