Pont de Pierre in Bordeaux, Frankreich

Die majestätische Pont de Pierre war einst die erste Brücke über die Garonne und ist heute wohl die schönste Brücke von Bordeaux, Frankreich - © Alexander Demyanenko / Shutterstock
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Die majestätische Pont de Pierre war einst die erste Brücke über die Garonne und ist heute als wohl schönste Brücke von Bordeaux aus dem charmanten Bild der Altstadt nicht mehr wegzudenken.

Die legendäre Pont de Pierre wurde als älteste Brücke von Bordeaux zu einem Markenzeichen der Stadt. Bis zum Bau der Pont Saint-Jean im Jahr 1965 war die malerische Brücke die einzige Straßenverbindung, die in Bordeaux über die Garonne führte. Noch heute bilden ihre 17 Bögen, die an die 17 Buchstaben von „Napoleon Bonaparte“ erinnern, vor allem bei Nacht einen spektakulären Anblick. Gemeinsam mit der Altstadt von Bordeaux, dem „Hafen des Mondes“, zählt die Pont de Pierre zum UNESCO-Weltkulturerbe.

BILDER: Pont de Pierre in Bordeaux

 

Auftraggeber der Pont de Pierre: Napoleon Bonaparte

Die Entstehung ihrer berühmten Brücke hat Bordeaux niemand Geringerem als Napoleon Bonaparte zu verdanken. Er ordnete bereits Anfang des 19. Jahrhunderts den Bau einer Brücke über die Garonne an, um seine Truppen rascher nach Spanien zu befördern. Anstatt der eigentlich gewünschten raschen Lösung aus Holz, konnten die Ingenieure den französischen Herrscher von der Sinnhaftigkeit einer beständigeren Brücke aus Stein überzeugen.


„Impossible n’es pas français!“

Das Heer, das Napoleon 1809 über die Garonne nach Spanien schicken wollte, bestand aus 180.000 Soldaten, 40.000 Kavalleristen mit ihren Pferden, 2.000 Kanonen und noch einmal einigen tausend Versorgungswägen. Als die Fährleute, die damals den Verkehr über die Garonne ermöglichten, mit dieser Fracht konfrontiert wurden, gaben sie Napolen die Antwort: „Impossible!“ und der Kaiser soll darauf gesagt haben: „Impossible n’es pas français!“ – „Unmöglich ist nicht französisch!“. Ein Jahr später wurde nach schriftlicher Anordnung von Napoleon mit dem Bau der hölzernen Pont de Pierre begonnen.


 

Aufgrund der starken Strömung der Garonne stellte sich der Bau der Pont de Pierre in Bordeaux, Frankreich, als gar nicht so einfach heraus - © designbydx / Shutterstock
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Aufgrund der starken Strömung der Garonne stellte sich der Bau der Pont de Pierre als gar nicht so einfach heraus. Die Chef-Ingenieure, darunter Claude Deschamps und sein Schwiegersohn Jean-Baptiste Billaudel, hatten unter anderem mit einem verheerenden Hochwasser zu kämpfen, das 1813 das halbe Fundament mit sich riss. Um die entstandenen Schäden zu reparieren, kam eine von den Briten ausgeliehene Taucherglocke zum Einsatz. Nach dem Sturz von Napoleon 1814 wurden die Bauarbeiten vorübergehend eingestellt.

Von 1819 bis 1821 entstand mit der Pont de Pierre die erste steinerne Brücke von Bordeaux, finanziert von einer Gruppe wohlhabender Reeder und Kaufleute, Frankreich - © maziarz / Shutterstock
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Von 1819 bis 1821 entstand aber dennoch die erste steinerne Brücke von Bordeaux, finanziert von einer Gruppe wohlhabender Reeder und Kaufleute, die der französischen Regierung 2 Millionen Franc für die Fertigstellung der Brücke boten. Einzige Bedingung: Sie durften 99 Jahre lang Wegzoll einheben – was jedoch nur bis 1863 umgesetzt wurde, denn dann konnte die Stadt die Brücke kaufen.

Gewusst? Der Name der Brücke erinnert eigentlich an ihr innovatives Baumaterial, denn die „pont de pierre“ wird nicht als „Petersbrücke“, sondern als „Steinbrücke“ übersetzt.

Die 500m lange Brücke von der Esplanade bis zur Kirche Sainte Marie de la Bastide in Bordeaux, Frankreich, ist für Autos, Fußgänger und eine Straßenbahnlinie geöffnet - © Sergey Kelin / Shutterstock
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Die 500m lange Brücke von der Esplanade bis zur Kirche Sainte Marie de la Bastide ist für Autos, Fußgänger und eine Straßenbahnlinie geöffnet. So malerisch die Brücke mit ihren 17 Bögen und den nostalgischen Straßenlampen anzusehen ist, so fantastisch bietet sich der Blick von der Brücke auf Bordeaux. Der Anblick imponiert vor allem bei Nacht, wenn sich die beleuchteten Gebäude in den Fluten spiegeln. An windigen Tagen kann an der Pont de Pierre sogar das Kreischen von Möwen gehört werden, denn nur 100km flussabwärts mündet die Garonne bereits in den Atlantik.