Mont St. Michel, Frankreich

Blick auf das  Kloster auf dem Mont St. Michel an der Küste der französischen Normandie, Frankreich - © Max Topchii / Fotolia
© Max Topchii / Fotolia

Das Kloster auf dem Mont St. Michel an der Küste der französischen Normandie gilt als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke. Neben der Abtei selbst sind auch die Restaurants, Shops und Museen auf der steilen Felseninsel einen Besuch wert.

Der berühmte Klosterberg Mont St. Michel ist Sitz eines der bedeutendsten mittelalterlichen Klöster der Welt und befindet sich auf einer steilen Felseninsel nahe der Küste der Normandie im Norden Frankreichs. Insgesamt war der Bau der Abtei St. Michel ein architektonischer Kraftakt und eines der teuersten Bauwerke des gesamten Mittelalters. Seit 1979 ist der Klosterberg mit seiner Bucht Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

BILDER: Mont St. Michel

 

In ihrer heutigen Pracht wurde die Abtei zwischen dem 10. und 16. Jahrhundert erbaut, nachdem der Bischof Aubert von Avranches im Traum von Erzengel Michael aufgefordert wurde, eine Kapelle für ihn zu errichten. Vom himmlischen Auftraggeber zeugt heute die Statue des Erzengels, die an ihrer höchsten Stelle über die Pyramidenkonstruktion thront.

Aus dem kleinen Heiligtum wurde nach und nach die monumentale Abtei, die auch das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Normandie war. Bereits im Jahr 966 wurde es als „Wunder des Abendlandes” bezeichnet und seitdem immer wieder verändert. Romanische und gotische Stile zeugen von den häufigen Erweiterungen. Die mächtigen Befestigungsmauern wurden im 15. Jahrhundert im Zuge des „Hundertjährigen Krieges” errichtet, die das Kloster zu einem uneinnehmbaren Bollwerk machten. Die Benediktiner-Mönche wurden erst zur Zeit der Französischen Revolution aus der Festung vertrieben, der Staat machte das Kloster zu einem Gefängnis.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die erste begehbare Verbindung zwischen dem Klosterberg und dem Festland geschaffen – eine knapp 2km lange Deichstraße, die bei Flut jedoch nicht zu benutzen war. Seit Mitte der 1960er Jahre leben auch wieder Mönchen und Nonnen im Kloster.

Renaturierung der Bucht am Mont St. Michel

Der Damm sammelte im Lauf der Zeit Sand und Schlick und trug zunehmend zur „Verlandung” des Klosterbergs bei. In einem großzügig angelegten Renaturierungsprojekt wurde der Damm ab 2006 neu gebaut und die Parkplätze werden vom Klosterberg aufs Festland verlegt. Besucher müssen seit April 2012 eine Anreise von ca. einer dreiviertel Stunde zu Fuß und mit dem Shuttlebus einplanen.

Heute wird das seit 1.000 Jahren als Pilgerziel genutzte Kloster jährlich von 3,5 Millionen Menschen besucht. Sehenswert ist dabei nicht nur das Bauwerk selbst, sondern der gesamte Klosterberg mit seinen Restaurants, Shops und Museen, die sich hauptsächlich entlang der einzigen Straße, der Grand Rue, reihen.

Richtet man seinen Blick vom Land auf das Wasser, erblickt man einen weiteren Rekord. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut, der an der normannischen Steilküste bei Champeaux im Nordosten erreicht wird, ist der höchste Europas.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Klosterbergs vom französischen Tourismusbüro (englisch)
Anfahrt und Parkplatzgebühren nach Renaturierung der Bucht