Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia, Rumänien

Die einstige Provinzhauptstadt Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia im Zentrum von Rumänien zeugt von der traditionellen römischen Bauweise des frühen 2. Jahrhunderts - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Die einstige Provinzhauptstadt Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia im Zentrum von Rumänien zeugt mit einem kleinen Museum noch heute von der traditionellen römischen Bauweise des frühen 2. Jahrhunderts.

Die Ausgrabungsstätte Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia im Zentrum von Rumänien ist nicht zu verwechseln mit der nahe gelegenen Ausgrabungsstätte Sarmizegetusa Regia. Trotz des ähnlichen Namens sind dies sowohl geschichtlich als auch räumlich zwei völlig verschiedene Orte.

BILDER: Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia

 

Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia liegt an der DN68 rund 55km südlich der Stadt Deva etwa 40km von Sarmizegetusa Regia entfernt. Die Stadt wurde im frühen 2. Jahrhundert von den Römern unter Kaiser Traian als Veteranenkolonie und später Hauptstadt der Provinz Dacia gegründet, nachdem die Daker-Hauptstadt Sarmizegetusa Regia im Zuge des 2. Dakischen Krieges 106 nach Christus zerstört und die Daker unterworfen worden waren. In die Bezeichnung der Stadt „Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa“ ließen die Römer aus Respekt vor den Dakern den Namen ihrer einstigen Hauptstadt einfließen.

Zu Zeiten der Römer lebten in der stark befestigten Stadt auf etwa 30 Hektar Fläche gut 20.000 Einwohner, hauptsächlich ehemalige Soldaten aus den Daker-Kriegen. Die mehrstöckigen Häuser bestanden aus Stein und Marmor und waren innerhalb einer 5m hohen Stadtmauer mit wuchtigen Ecktürmen gut geschützt.

Die Häuser von Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia bestanden aus Stein und Marmor und waren innerhalb einer 5m hohen Stadtmauer gut geschützt, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Als sich die römischen Truppen Ende des 3. Jahrhunderts aus der Region zurückzogen, wurde Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia von zahlreichen Völkern besiedelt, von Attilas Hunnen über Bulgaren bis zu Türken und Nordeuropäern. Für ihre Zerstörung waren schließlich die Goten, ein nordgermanisches Volk, verantwortlich, seitdem liegt die Stadt in Trümmern.

Die Überreste der römischen Stadt Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia wurden von den Archäologen zuerst entdeckt und anfangs fälschlicherweise für die berühmte Daker-Hauptstadt gehalten. Heute ist der eindeutig römische Bauplan von Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia bekannt.

Besuch von Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia

Die Stadttore in allen vier Himmelsrichtungen waren einst über zwei Straßen miteinander verbunden, an dessen Kreuzungspunkt das Forum, der zentrale Marktplatz, lag. Die große Fläche des Marktplatzes ist heute noch gut erkennbar. Neben dem Forum zählen das Amphitheater und einige Tempel zu den am besten erhaltenen Strukturen von Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia.

Das Forum zählt zu den besterhaltenen Strukturen der antiken römischen Stadt Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia in Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Die Ruinen von Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia können gegen eine vernachlässigbare Eintrittsgebühr normalerweise jederzeit bei Tageslicht besichtigt werden. Ein freundlicher Archäologe steht für Führungen zur Verfügung und leitet auch das kleine Museum, das sich gegenüber dem Eingang zur Ausgrabungsstätte befindet.

Das Amphitheater befindet sich gleich links vom Eingang zum Ruinenfeld und fasste auf seiner 10m hohen Tribüne einst rund 6.000 Zuschauer.

Die letzte aufrechte Säule zeugt noch von der einstigen Größe des Großen Tempels in Ulpia Traiana Sarmizegetusa Regia, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Auf dem Weg zwischen Amphitheater und Forum passiert man den Äskulap-Tempel für den römischen Gott der Heilkunst, den Silvanus-Tempel für den Gott der Wälder und den Großen Tempel, sowie die niedrigen Mauern des Nemesis-Tempels. An Profanbauten sind die Reste einer Glasbläser-Werkstätte und ein Finanzverwaltungsgebäude mit Thermalanlagen für die Angestellten übriggeblieben.