Ausgrabung Costești-Cetățuie, Rumänien

An der Ausgrabungsstätte Costești-Cetățuie im Zentrum von Rumänien thronte einst eine der sechs Daker-Festungen aus dem 1. Jahrhundert vor Christus - © FRASHO / franks-travelbox
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Costești-Cetățuie war vor 2.000 Jahren eine von sechs Festungen, die die Hauptstadt der Daker im Zentrum Rumäniens bewachten. Heute zählen die Überreste der mächtigen Mauern zum UNESCO-Welterbe.

An der Ausgrabungsstätte Costești-Cetățuie im Zentrum von Rumänien thronte einst eine der sechs Daker-Festungen, deren Überreste heute alle zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Die wohl berühmteste Ausgrabungsstätte ist die Festung Sarmizegetusa Regia, die sich nur wenige Kilometer entfernt befindet. Daneben wurden im ersten Jahrhundert vor Christus noch Costești-Blidaru, Căpâlna, Piatra Roșie und Bănița zum Schutz der einstigen Daker-Hauptstadt gegen die Römer errichtet.

BILDER: Ausgrabung Costești-Cetățuie

Anfahrt nach Costești-Cetățuie

Die Anfahrt zur Ausgrabungsstätte beginnt im Ort Orăştie in Richtung Süden und Sarmizegetusa. Bei Costești, etwa hundert Meter vor Ende der asphaltierten Strecke nach Sarmizegetusa Regia, zeigt ein Wegweiser nach rechts auf eine Schotterpiste, die direkt zur Ausgrabungsstätte führt. Hier befindet sich auch das einzige Restaurant am Weg. Die Piste ist in trockenem Zustand auch von normalen PKWs befahrbar.

Tipp: Nach oder bei starken Regenfällen ist ein Allradfahrzeug dringendst anzuraten, damit man problemlos durchkommt. Alternativ kann man das Auto auch stehen lassen und einen Spaziergang zur Ausgrabungsstätte unternehmen.

Von der einst mächtigen Festung Costești-Cetățuie sind heute nur noch einige niedrige Mauern und der hufeisenförmige Erdwall erhalten, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Von der einst mächtigen Festung sind heute nur noch einige niedrige Mauern und der hufeisenförmige Erdwall erhalten. Damals schützten bis zu 8m breite und 3m hohe Wälle die 4m hohen Festungsmauern aus gespaltenen Baumstämmen, Erdreich und schweren Kalksteinquadern, die ohne Verwendung von Mörtel exakt aufeinander gesetzt wurden. Diese Kombination aus traditionellem Erdwall, Palisaden und griechisch inspirierter Festungsmauer war in der Region als „Daker-Mauer“ bekannt. Das Bollwerk bewachte den Weg zur Daker-Hauptstadt, fand jedoch nur in wenigen Berichten aus der damaligen Zeit Erwähnung.

Trotz seiner mächtigen Mauern wurde Costești-Cetățuie im zentralen Rumänien im Zuge des Zweiten Dakischen Krieges, von den Römern in Brand gesetzt - © FRASHO / franks-travelbox
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Trotz seiner mächtigen Mauern wurde Costești-Cetățuie im Jahr 106, im Zuge des Zweiten Dakischen Krieges, von den Römern in Brand gesetzt, die bald darauf auch die Hauptstadt Sarmizegetusa Regia eroberten und die Daker aus dem Gebiet vertrieben. Nach der Zerstörung durch die Römer wurde die Festung nie wieder aufgebaut.

Im Jahr 1924 starteten Archäologen Ausgrabungen von Costești-Cetățuie und legten Wohnungstürme, Festungsmauern und Tempelanlagen frei. Die 3m breite Treppe, die einst zum südlichen Wohnungsturm führte, ist heute noch gut sichtbar. Ganz oben angelangt tut sich ein wunderschöner Rundumblick in die Hügellandschaft und die Wälder auf.

Die 3m breite Treppe, die einst zum Südturm von Costești-Cetățuie führte, ist heute noch gut sichtbar, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die Ausgrabungsstätte und die historischen Mauern sind völlig frei zugänglich und können jederzeit besichtigt werden. Lediglich ein großes Hinweisschild deutet darauf hin, dass sich hier ein UNESCO-Welterbe befindet. An einem privaten Kiosk können (rumänische) Bücher über die Ausgrabungen und deren geschichtliche Hintergründe erstanden werden. Der Eintritt zur Ausgrabung ist frei.