Saint Tropez, Frankreich

Blick über die Dächer von Saint Tropez auf die weltberühmte Côte d’Azur, Frankreich - © LiliGraphie / Shutterstock
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Saint Tropez, das einstige verschlafene Fischerdorf im Süden Frankreichs mittlerweile durch die Filmindustrie berühmt geworden, zieht jedes Jahr Millionen von Besuchern an und ist Treffpunkt für Künstler und High Society.

Saint Tropez – ein kleines provinzialisches Fischerdorf im Süden Frankreichs mit ein paar tausend Einwohnern.

Saint Tropez – der klingende Name eines weltberühmten Hot Spots an der Côte d’Azur, der an die Schönen und Reichen und Superreichen dieser Welt denken lässt. Ein Ort voller High-Society-Klischees und Schick-Micki-Mythen. Ein Ort der Oben-ohne-Mode und der Stars und Sternchen. Die echte Masse sind hier die Besucher, die in mehreren Millionen pro Jahr anreisen – und auch mehrere Millionen pro Jahr hier lassen. Im Hafen von Saint Tropez schaukelt eine Prunk-Yacht neben der nächsten, wer keine Yacht hat, muss zumindest in der Luxuskarosse anreisen.

Unspektakuläre Geschichte von Saint Tropez

Die Geschichte von Saint Tropez ist unvorstellbar unspektakulär. Erst im 15. Jahrhundert ließen sich die ersten Familien auf dem heute unbezahlbaren Pflaster nieder, das unbedeutende Fischerdorf trat nie aus dem Schatten von Marseilles oder Toulon. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kamen mit dem Maler Paul Signac einige weitere Künstler in die verschlafene Idylle, die nach und nach als Künstler-Zentrum bekannt wurde.

Den richtigen Durchbruch schaffte Saint Tropez erst Mitte des 20. Jahrhunderts – wie so oft – mit Hilfe der Filmindustrie. Es war Drehort für „Und immer lockt das Weib” mit Brigitte Bardot, die flugs zur sündigen Leitfigur der Stadt wurde und nach und nach Prominente anlockte. Zahlreiche Skandale verstärkten das anrüchige Image noch. Da war es zum Ruf als Stadt der Playboys und wenig bekleideten Frauen nicht mehr weit. Die Prominenten sind mittlerweile zum Großteil verschwunden, der enorme Touristenandrang ist geblieben.

Der Hafen von Saint Tropez, Frankreich - © ira / Shutterstock
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Unterwegs in Saint Tropez

Saint Tropez erkundet man am besten zu Fuß. Wer genau hinschaut und die Hektik und Exzentrik etwas hinter sich lässt, sieht hinter dem Pomp der Superreichen das ehemalige kleine schmucke Städtchen mit verwinkelten Gässchen, winzigen Boutiquen, Souvenir- (und Ramsch-)Läden und kleinen Lokalen. Wer der Sommerhitze entkommen möchte, besichtigt das Kunstmuseum Musée de l’Annonciade, in dem Werke von Signac, Matisse und anderen Künstlern ausgestellt sind oder das Schifffahrtmuseum. Dieses befindet sich in einer Zitadelle über der Stadt aus dem 16. Jahrhundert, von wo aus man einen perfekten Rundblick hat, der einen empfehlenswerten Überblick schafft, welche Ecken der Stadt man als nächstes besichtigen möchte.

Tipp: NICHT mit dem Auto nach Saint Tropez fahren. Es gibt eine Straße, die hinein und auch wieder hinausführt, die so gut wie zu jeder Tageszeit heillos verstopft ist. Die Parkplatzgebühren sind horrend und die unbarmherzige Sonne macht auch vor Staus nicht halt und verwandelt jedes Fahrzeug (auch Cabrios) in einen Backofen.

Doch meist kann man dem geschäftigen Flair der Stadt ohnehin nicht entfliehen. Das bunte Treiben zieht einen nahezu zum Hafen. Der eindrucksvollste Weg, die Halbinsel zu erkunden ist ein Spaziergang auf dem auf dem Sentier Littoral bis zum Tahiti-Strand. Dafür muss man allerdings gut zu Fuß sein und Sonnenschutz dabei haben. Notfalls schafft ein kühles Bad der Hitze Abhilfe. Wer mehr als 10min Erholung sucht, muss leider auf den meisten Stränden mit teilweise empfindliche hohen Gebühren rechnen; es gibt jedoch auch den einen oder anderen kostenfreien Strand.

Ebenfalls einen perfekten Blick auf Saint Tropez und das Meer bietet der auf einem Hügel gelegenen Ort Gassin, der ebenfalls für Besucher herausgeputzt ist, nur leider durch den Glanz von Saint Tropez oft übersehen wird. Ebenso Ramatuelle, selbst ohne Sehenswürdigkeiten, dafür bei klarem Wetter einen imposanten Blick in die Umgebung. Zu Ramatuelle gehört auch eigentlich der größte Strand von Saint Tropez, der Baie de Pampelonne mit den berühmten Clubs Tahiti Plage, Club 55 und Nikki Beach.

Tipp: Wer Saint Tropez wegen des Städtchens und nicht des Society-Rummels besuchen möchte, kommt am besten im Winter her. Die Stadt ist lang nicht so überfüllt, hektisch und laut. Nachteil ist, dass viele der kleinen Läden aufgrund des geringen Umsatzes geschlossen haben.

Weiterführende Links:

Offizielle Tourismus-Seite von Saint Tropez (englisch)