Kloster Putna, Rumänien

Das Kloster Putna hat unter den berühmten Moldauklöstern von Rumänien mit ihren fantastischen Wandmalereien einen ganz besonderen Stellenwert - © FRASHO / franks-travelbox
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Wer auf den Spuren der Moldauklöster in der südlichen Bukowina wandelt, darf das Kloster Putna auf keinen Fall auslassen – es beherbergt die Grabstätte von Stefan dem Großen und hat unter den berühmten Klöstern mit ihren fantastischen Wandmalereien einen ganz besonderen Stellenwert.

An der Grenze zur Ukraine rund 70km von der Stadt Suceava entfernt liegt mit dem Kloster Putna ein ganz besonderes Exemplar der berühmten Moldauklöster in Bukowina. Es ist nicht jenes mit den schönsten Malereien und zählt auch nicht zum Weltkulturerbe der UNESCO (diese sind die Klöster Arbore, Moldovița, Sucevița, Humor, Pătrăuți, Probota und Suceava), hat aber dennoch unter den zahlreichen Moldauklöstern einen ganz besonderen Stellenwert – denn es war das allererste.

Bilder: Kloster Putna

Das erste aller Moldauklöster

Das rumänisch-orthodoxe Kloster in Putna wurde zwischen 1466 und 1469 von Fürst Ștefan cel Mare in einem malerischen Tal der östlichen Karpaten errichtet. Der Sage nach schoss er einen Pfeil ab und wo dieser landetet, steht heute der Altar des Klosters. Am 3. September 1470 wurde das Kloster geweiht. In den darauffolgenden Jahrhunderten entwickelte sich Putna zu einem geistlichen Zentrum, in dem Mönche ausgebildet, religiöse Texte übersetzt, wertvolle Manuskripte bewahrt und Chroniken verfasst wurden. Die florierende Waldwirtschaft auf dem größten Landbesitz der Bukowina machte Putna ebenfalls weithin bekannt.

Als letzte Ruhestätte von Fürst Stefan dem Großen kommt dem Kloster von Putna besondere Bedeutung zu, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Auch als letzte Ruhestätte von Fürst Stefan dem Großen kommt dem Kloster von Putna besondere Bedeutung zu. Er wurde 1504 in Putna bestattet, wo auch seine zweite und dritte Frau begraben liegen. Ihre Grabsteine sind auf dem Klosterfriedhof bis heute zu sehen. 1992 wurde Stefan cel Mare als „Schirm und Schutz des christlichen Glaubens“ von der Orthodoxen Kirche heilig gesprochen und seither am 2. Juli gefeiert.

Moldaukloster ohne Fresken?

Zur Zeit seiner Entstehung war das Kloster, ebenso wie die übrigen Moldauklöster, innen und außen über und über mit meisterhaften Fresken geschmückt. Die Klosterkirche wurde 1653 von den Tartaren zerstört und bis 1662 wieder errichtet – die spektakulären Wandmalereien wurden jedoch nicht wieder erneuert. Deshalb ist das Kloster von Putna im Gegensatz zu den meisten anderen Moldauklöstern von außen nicht so fantastisch anzusehen. Aufgrund seiner tieferen Bedeutung für die Klöster der Bukowina ist es jedoch allemal einen Besuch wert!

Besuch des Klosters von Putna

Durch ein Tor im Schatzturm aus dem Jahr 1481 wird das von einer dicken Mauer umschlossene Kloster von Putna betreten. Kloster, Klosterkirche und Klostergarten bilden hinter dem Torbogen ein malerisches Ensemble. Eine Büste im Klostergarten von Putna erinnert an Mihai Eminescu, Rumäniens bedeutendsten Dichter im 19. Jahrhundert.

Im Inneren der Klosterkirche von Putna sind die Fresken zu sehen, für die die Moldauklöster in Rumänien so berühmt sind - © FRASHO / franks-travelbox
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Im Inneren der Klosterkirche sind nun auch die Fresken zu sehen, für die die Moldauklöster so berühmt sind. Auch hier waren die Malermeister Mihail und Gavill Morosan am Werk. Unter einem Baldachin aus weißem Marmor fällt sofort die Grabstätte von Fürst Stefan ins Auge.

Klostermuseum von Putna

Ebenfalls interessant ist das Klostermuseum, welches mit wertvollen Manuskripten und historischen Landkarten an die damalige Bedeutung des Klosters erinnert und als das wichtigste Klostermuseum Rumäniens gilt. Weiters befinden sich Gold- und Silberarbeiten, Gemälde, Ikonen, Leinentücher und sakrale Gegenstände unter den Exponaten, die bis ins 15. Jahrhundert zurückdatiert wurden. Zu den größten Schätzen zählen die kunstvoll verzierten Grabtücher von Stefan dem Großen und seiner zweiten Frau Maria de Mangop aus dem Jahr 1477, sowie die mit Goldfäden aufwändig bestickte Ikonostasen-Vorhänge aus dem Jahr 1484. Sie gehören zu den bedeutendsten der Welt und sind von unschätzbarem kulturhistorischem Wert.