Burgruine von Râșnov, Rumänien

Die trutzige Burgruine von Râșnov wurde einst vom Deutschen Ritterorden errichtet und fungiert heute als denkmalgeschütztes Freilichtmuseum, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die trutzige Burgruine von Râșnov wurde einst vom Deutschen Ritterorden errichtet und fungiert heute als denkmalgeschütztes Freilichtmuseum mit historischer Bedeutung.

Die mittelalterliche Burgruine von Râșnov (Rosenau) liegt im Zentrum von Rumänien etwa 15km südwestlich der Kreisstadt Brașov (Kronstadt) und thront seit dem frühen 13. Jahrhundert auf ihrem Kalksteinfelsen. Damals wurde sie vom Deutschen Ritterorden errichtet, um der Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern bei den damals zahlreichen Einfällen der Türken und Tartaren Zuflucht zu gewähren. Im Jahr 1335 fand die Burg das erste Mal urkundliche Erwähnung, als sie gemeinsam mit der Zitadelle von Brașov als einzige einen Tartaren-Angriff überstand.

BILDER: Burgruine von Râșnov

 


Die Legende vom Brunnenbau

Die knapp 2m dicken Mauern von Râșnov fielen nur einmal und zwar unter der Herrschaft des ungarischen Prinzen Gabriel Báthory im Jahr 1612. Damals entdeckten die feindlichen Truppen den geheimen Pfad zur einzigen Trinkwasserquelle und die Belagerten hatten die Wahl zwischen Aufgabe und qualvollem Verdursten. Um dies in Zukunft zu verhindern, erhielt die Burg ihren eigenen Brunnen. Den 146m tiefen Brunnenschacht umrankt eine Legende, wonach er über 17 Jahre lang von zwei türkischen Gefangenen gegraben wurde, denen für ihre Arbeit die Freiheit versprochen wurde. Noch heute sind die Zitate aus dem Koran sichtbar, die die Erbauer an den Brunnenwänden hinterlassen haben. Ob sie tatsächlich freigelassen wurden, ist nicht überliefert.


 

Mit dem Schwinden der Gefahr feindlicher Angriffe ab dem 18. Jahrhundert sank auch die Bedeutung der Bauernburg. Nach einem Feuer im Jahr 1718 und einem Erdbeben im Jahr 1802 wurde die Burg 1850 aufgegeben und lag bis zu seiner Restaurierung in den späten 1950er-Jahren in Trümmern.

Heute fungiert die mittelalterliche Burgruine von Râșnov als Freilicht-Museum, das einen wichtigen Anziehungspunkt für Rumäniens Touristen darstellt - © FRASHO / franks-travelbox
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Heute fungiert die mittelalterliche Burgruine als Freilicht-Museum, das einen wichtigen Anziehungspunkt für Rumäniens Touristen darstellt.

Besuch der Burgruine von Râșnov

Der Weg zur Ruine startet im Hof eines Gasthauses in Râșnov und führt über einen steilen Pfad bis zu den mächtigen Mauern der Burg, die von drei Seiten von einem 150m hohen Steilhang geschützt wird. Durch einen der sieben Festungstürme erfolgt der Eintritt ins Innere der Zitadelle.

Da die Bauern aus den umliegenden Dörfern oft mehrere Jahrzehnte innerhalb der Burgmauern ausharren mussten, war das Bollwerk für das tägliche Leben eingerichtet. Die beiden Burghöfe innerhalb der Ringmauer sind von schmalen, gepflasterten Pfaden durchzogen und beherbergen neben über 30 schindelgedeckten Häusern und Stallungen auch eine kleine Kirche und eine Schule.

Neben den zahlreichen historischen Bauten ist auch das kleine Museum sehenswert, welches anhand von Dokumenten, Waffen, Handwerksgegenständen und Werkzeug von vergangenen Zeiten berichtet.

Dank der erhöhten Lage auf 150m hohen Steilwänden konnten von der Burg von Râșnov anrückende Feinde bald erspäht werden.

Dank der erhöhten Lage auf 150m hohen Steilwänden konnten von der Burg von Râșnov anrückende Feinde bald erspäht werden, Rumänien - © FRASHO / franks-travelbox
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Von ihrer markanten Felsnase aus bietet die Burg eine traumhafte Aussicht auf das Städtchen Râșnov und die ersten Ausläufer des Făgăraș-Gebirges.