Weißer Turm von Thessaloniki, Griechenland

Der Weiße Turm von Thessaloniki liegt direkt am Meer und ist das Wahrzeichen der Stadt, Griechenland - © Anastasios71 / Shutterstock
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Der Weiße Turm ist das Wahrzeichen der griechischen Stadt Thessaloniki. Von den Osmanen einst als Folterkammer genutzt, beinhaltet er heute ein byzantinisches Museum.

Der Weiße Turm von Thessaloniki (Lefkós Pýrgos) ist das Wahrzeichen der zweitgrößten Stadt Griechenlands. Direkt am Meer gelegen ist das zinnenbewährte Bollwerk sowohl vom Meer als auch aus der Luft gut zu erkennen.

Der mächtige steinerne Rundturm wurde im 15. Jahrhundert als Abschluss der Stadt- und Seemauern von Thessaloniki von den Osmanen errichtet. Nach ihrer Eroberung Thessalonikis im Jahr 1430 ersetzten sie dadurch einen byzantinischen Wehrturm. Der bedeutende Osmanenherrscher Sultan Süleyman der Prächtige ließ auch gleichzeitig am Westende der Mauer einen Turm errichten, von diesem ist jedoch nichts mehr zu sehen. Der Weiße Turm fungierte unter den Türken als Verteidigungsanlage, Soldatenunterkunft, Gefängnis, Folterkammer und Hinrichtungsstätte, wodurch der Turm bis ins 19. Jahrhundert auch „Roter Turm” oder „Blutiger Turm” genannt wurde.

Erst im Jahr 1912, als Thessaloniki vom griechischen Thronfolger Konstantin I. erobert wurde, wurde der damals „Rote Turm” mit Kalk strahlend weiß gefärbt und erhielt so seinen Namen. Dies sollte ein Zeichen sein, dass die osmanische Herrschaft endgültig der Geschichte angehört. Heute hat der Weiße Turm eher das Grau der Steine angenommen, aus denen er besteht, die Bezeichnung behielt er dennoch bei.

Im Zweiten Weltkrieg diente der Weiße Turm den deutschen Truppen als Lebensmittellager und war später ein Stützpunkt der griechischen Luftabwehr. Auch als Wetterstation einer Universität und Marineschule wurde er bereits eingesetzt.

Besuch des Weißen Turms von Thessaloniki

Der Weiße Turm befindet sich am Stadtrand von Thessaloniki am Thermaischen Golf im Norden Griechenlands. Die monumentale Wehranlage ist gut 30m hoch und hat einen Durchmesser von 23m. Auf einer Höhe von etwa 27m befindet sich die erst zinnenbewährte Brüstung des Weißen Turms, an der ein etwa 5m breiter Rundgang verläuft. Dieser führt um einen kleineren Turm, der ebenfalls mit Zinnen gekrönt, noch einmal 6m in die Höhe ragt. Historischen Zeichnungen zufolge war der Weiße Turm noch von einem konischen Dach gekrönt und von einer dicken Mauer mit Zinnen und Wachtürmen umgeben, die die dreimal so große Grundfläche des Turms umfasste. Reste der Mauern wurden 2007 freigelegt, das Dach bleibt wohl auf ewig verschollen.

Der Weiße Turm kann über eine breite spiralförmige Treppe betreten werden, die durch einen gewölbte Gang zu den einzelnen Stockwerken führt. Jede der sechs Etagen besteht aus einem zentralen Raum, von dem aus die Schießscharten erreicht werden konnten, die überall in der Mauer eingelassen waren.

Die zentralen Räume beherbergen seit 1983 ein Museum für byzantinische Kultur. Es erzählt die Geschichte Thessalonikis und stellt historische Werkzeuge von Schmieden und Goldschmieden, Glasbläser, Schuster und Dachdecker vor. Münzen, Schmuck, Parfüme, Kleidungsstücke und Handelsgüter aus den vergangenen Jahrhunderten versetzen die Besucher in die frühesten Zeiten Thessalonikis.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Weißen Turms inkl. Videos und Öffnungszeiten (englisch)