Achilleion auf Korfu, Griechenland

Das Achilleion wurde von der österreichischen Kaiserin Elisabeth errichtet, auf der Terrasse sind Statuen der griechischen Musen aufgestellt, Korfu, Griechenland - © franxyz / Fotolia
© franxyz / Fotolia

Das Achilleion auf Korfu wurde von der österreichischen Kaiserin Elisabeth errichtet. Der Traumpalast steht ganz im Zeichen der griechischen Mythologie und kann als Museum besichtigt werden.

Das Achilleion, ein prachtvoller Palast auf der griechischen Insel Korfu, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der österreichischen Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, errichtet. Das Achilleion liegt etwa sieben Kilometer von Korfu Stadt entfernt und ist heute eine der wichtigsten Touristenattraktionen auf Korfu.

Traumschloss in der Welt der Kaiserin

1892 wurde der Bau des Palastes nach zweijähriger Bauzeit vom Architekten Raffaele Carito aus dem italienischen Neapel abgeschlossen. Sisi ließ den Palast nach dem griechischen Helden Achilles benennen, den sie aufgrund seiner Kraft von allen Figuren der griechischen Mythologie am meisten verehrte. Der berühmte Achilles ist im Achilleion allgegenwärtig. Auf einem kunstvollen Fresko vom österreichischen Maler Franz Matsch im Obergeschoß des Treppenhauses ist „Der triumphierende Achilles” mit zwei pechschwarzen Streitrössern abgebildet, die nach seinem Sieg über Hektor den Leichnam des Trojanischen Prinzen durch den Staub schleifen. Den Schlosspark ziert eine prächtige Skulptur aus weißem Marmor des deutschen Bildhauser Ernst Herter, die den sterbenden Achilles darstellt.

Eine prächtige Skulptur aus weißem Marmor des deutschen Bildhauser Ernst Herter, die den sterbenden Achilles darstellt, Schlosspark Achilleion, Korfu, Griechenland - © Jeanette Dietl / Fotolia
© Jeanette Dietl / Fotolia

Der Palast selbst ist ganz im pompejischen Baustil errichtet. Neben Achilles findet man auch zahlreiche andere Figuren aus der griechischen Mythologie. Auf der Terrasse des Achilleions sind Statuen der griechischen Musen aufgestellt und auch im idyllischen Schlossgarten findet man eine Reihe an Skulpturen griechischer Götter.

Sisi verbrachte viel Zeit im Achilleion auf Korfu und flüchtete sich dort in eine Scheinwelt der Helden und Sagen. Viele sagten, ihr Herz weilte bereits in Griechenland und die Kaiserin reiste ihm nur hinterher. Hier verbarg sie sich vor den Pflichten am Wiener Hof, vor den prüfenden Blicken ihrer Schwiegermutter und auch vor ihrem Gatten, Kaiser Franz Joseph, der das Achilleion nie besucht hat. Auch ihre Kinder nahm sie nur ein einziges Mal mit auf die Reise.

Das Achilleion heute

Nach dem Tod der Kaiserin wurden große Teile des Mobiliars, des Tafelgeschirrs und der Gemälde verkauft. Das Achilleion selbst kaufte der deutsche Kaiser Wilhelm II, der seine Renovierung beauftragte. Das Privatschloss von Sisi wurde zum diplomatischen Zentrum umfunktioniert und der „Sterbende Achill” von Sisi durch einen „Siegreichen Achill” mit Schild, Speer und Goldverzierungen ersetzt, der vom deutschen Bildhauer Johannes Götz gestaltet wurde.

Heut sind beide Statuen im prachtvoll angelegten Schlosspark zu bewundern, der sich über den gesamten Hang hinunter bis zur Küstenstraße zwischen Korfu-Stadt und Moraitika zieht. Hier liegen auch noch die Überreste der Anlegestelle und der Kaiser’s Bridge, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Am Eingang zum Achilleion heißt eine Statue der ehemaligen Kaiserin von Österreich die Gäste willkommen und lädt sie in ihre ehemaliges Reich ein. Die Innenräume des Achilleions wurden zum Museum umgestaltet, in dessen prächtigen Räumlichkeiten Mobiliar und Tafelsilber aus der Kaiserzeit ausgestellt sind.

Zwischen Privatschloss von Sisi und erfolgreichem Touristenmagnet in Korfu fungierte das Achilleion auch als Lazarett im ersten Weltkrieg, Hauptsitz der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, Kindergarten und Spielcasino, in dem übrigens Teile des James-Bond-Films „In tödlicher Mission” gedreht wurden. Im Jahr 1994 war es Tagungsort des EU-Gipfels, wofür der Palast großzügig renoviert wurde.

Tipp: Beim Achilleion herrscht chronischer Parkplatzmangel, wer also mit dem eigenen Auto anreisen möchte, sollte möglichst früh ankommen, ansonsten kann man auf Busse aus Kerkyra ausweichen.