Kettenbrücke in Budapest, Ungarn

Die Kettenbrücke hat eine Länge von 375m und verbindet den Széchenyi-István-Platz in der Innenstadt von Pest mit dem Adam-Clark-Platz vor dem Burgberg in Buda, Budapest, Ungarn © James Camel / franks-travelbox

Die Kettenbrücke in Budapest bildet das Herzstück der 9 Donaubrücken und beeindruckt durch ihre beiden monumentalen Triumphbögen, die als Stützpfeiler dienen. Die älteste Donaubrücke Ungarns war Mitte des 19. Jahrhunderts eine bauliche Meisterleistung.


Die eindrucksvolle Kettenbrücke in Budapest, die eigentlich „Széchenyi Lánchíd" heißt, ist ein wichtiges Symbol der ungarischen Hauptstadt. Sie war die erste feste Brücke über die Donau, die die beiden Städte Buda und Pest miteinander verband.

Im Jahr 1839 begann der Brückenbau auf Vorschlag des ungarischen Reformers und Präsident des Budapester Verkehrskommitees Graf István Széchenyi, nach dem die Brücke auch benannt wurde. Früher konnten die damals noch unabhängigen Stadtteile nämlich nur über eine Schwimmbrücke erreicht werden. Diese war aus Holz und hielt dem auf der Donau driftenden Eis nicht stand, weshalb sie im Winter abgebaut werden musste. 10 Jahre später wurde sie fertiggestellt und war damals die erste Donaubrücke unterhalb der Regensburger Steinernen Brücke.

Die Kettenbrücke in Budapest bildet das Herzstück der 9 Donaubrücken und beeindruckt durch ihre beiden monumentalen Triumphbögen, die als Stützpfeiler dienen, Ungarn © James Camel / franks-travelbox

Die Kettenbrücke misst eine Länge von 375m und verbindet den Széchenyi-István-Platz in der Innenstadt von Pest mit dem Adam-Clark-Platz vor dem Burgberg in Buda, der nach dem Bauleiter der Kettenbrücke, einem britischen Ingenieur benannt wurde. Der Name „Kettenbrücke" hat sich deshalb durchgesetzt, da die eindrucksvolle Hängebrücke von gigantischen Ketten gehalten wird, die an zwei Stützpfeilern verankert sind, die über 202m auseinander liegen - ein Meisterwerk der Brückenbaukunst in der damaligen Zeit, das in der Ingenieurswelt internationale Bewunderung erfuhr.

Die Brücke ist knapp 7m breit und führt sowohl den Autoverkehr als auch Fußgänger sicher über die Donau von Buda nach Pest und umgekehrt. Beide Enden der Brücke werden von zwei gewaltigen Löwenstatuen flankiert. Angeblich soll der Bildhauer dieser Wächterlöwen, Marschalko János, Selbstmord begangen haben, nachdem er erst bei der Eröffnung festgestellt hatte, dass er seine majestätischen Kunstwerke ohne Zungen modelliert hatte. Die klassizistischen Stützpfeiler sind ebenfalls prunkvoll verziert und erinnern durch ihre Form an Triumphbögen.

Silvester-Feierlichkeiten mit einem imposanten Feuerwerk bei Vollmond über der Kettenbrücke in Budapest, Ungarn © Botond Horvath / Shutterstock

Im Jahr 1915 wurde das Verkehrsaufkommen in Budapest immer stärker und die die ursprüngliche Brücke wurde durch eine 5.000 Tonnen schwere Stahlkonstruktion verstärkt. Was an der Kettenbrücke noch aus Holz war, wurde nun durch Eisen ersetzt. 1949 wurde die Kettenbrücke zum dritten Mal wieder eröffnet, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg den Sprengkommandos der Deutschen zum Opfer gefallen war - genau zum 100. Jahrestag der ersten Brückeneinweihung. Der 150. Jahrestag der Brücke wurde mit einer neuen spektakulären Beleuchtung gefeiert. Vor allem des nachts bietet sie einen romantischen Anblick und ist ein ebenso prachtvolles wie beliebtes Fotomotiv.


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