Palast Changdeokgung in Seoul, Südkorea

Der Injeongjeon, der Thronsaal des Königs in der Palastanlage Changdeokgung in Seoul, Südkorea © Skelectron / Fotolia

Der Changdeokgung ist der zweite der fünf Königspaläste in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Neben den prachtvollen Gebäuden ist vor allem der angrenzende Geheime Garten ein absolutes Highlight. Nach den Gesetzen der Harmonielehre Feng Shui schmiegt sich das gesamte Areal perfekte in die landschaftliche Umgebung.


Der Palast Changdeokgung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul gehört mit den Palästen Changgyeonggung, Deoksugang, Gyeongbokgung und Gyeonghuigung zu den fünf Königspalästen der Joseon Dynastie. Seit 1997 zählt der Palast zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Palast Changdeokgung in Seoul

Der gesamte Komplex des Changdeokgung-Palastes in Seoul wurde nach den Regeln von Feng Shui errichtet, Südkorea
Der Changdeokgung in Seoul, Südkorea, wird durch das zweistöckige hölzerne Haupttor, das Donhwamun, mit seiner 8 Tonnen schweren Kupferglocke betreten
Die Giebel der Gebäude im Palast Changdeokgung sind alle mit mehreren kleinen Figuren geschmückt, die die bösen Geister vertreiben sollen, Seoul, Südkorea
Der Injeongjeon, der Thronsaal des Königs in der Palastanlage Changdeokgung in Seoul, Südkorea
Im Injeongjeon, dem Thronsaal des Königs im Palast Changdeokgung, wurden staatliche Zeremonien abgehalten und hohe Gäste empfangen, Seoul, Südkorea
Die kunstvolle Architektur des Königspalastes Changdeokgung in Seoul wird erst bei genauerer Betrachtung sichtbar, Südkorea
Der herrliche "Geheime Garten" ist die eigentliche Hauptattraktion des Palastes Changdeokgung in Seoul, Südkorea
Anstatt sich des natürlichen Geländes zu erwehren schmiegen sich die knapp 30 Pavillons im Garten des Changdeokgung in Seoul perfekt in die hügelige Landschaft ein, Südkorea
Der "geheime Garten" des Changdeokgung-Palastes in Seoul, Südkorea, ist erst seit 1907 der Öffentlichkeit zugänglich
Herbstliche Farbenpracht in der prachtvollen Gartenanlage des Königsapalastes Changdeokgung in Seoul, Südkorea
Die königliche Bibliothek im Juhamnu Pavillon fügt sich malerisch in den idyllischen Garten des Palastes Changdeokgung in Seoul ein, Südkorea
Der Palast Changdeokgung ist der zweite der fünf Königspaläste in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul
Die Mitglieder der königlichen Familie nannten den Palast Changdeokgung in Seoul von 1412 bis 1989 ihr Zuhause, Südkorea
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Der Changdeokgung wurde im Jahr 1412 nach siebenjähriger Bauzeit als zweiter der fünf Paläste fertiggestellt. Er liegt östlich des Hauptpalastes Gyeongbokgung und wurde daher auch Dongwol, „Ost-Palast", genannt. Wie viele andere historische Paläste, fiel auch der Changdeokgung Ende des 16. Jahrhunderts im Zuge der japanischen Invasion den feindlichen Truppen zum Opfer. Knapp 200 Jahre später wurde er wieder aufgebaut und diente als Regierungssitz und königliche Residenz.

Als im Jahr 1907 die Joseon Dynastie zu Ende ging, lebte ihr letzter König Sunjong noch bis zu seinem Tod im Jahr 1926 im Changdeokgung. Die übrigen Mitglieder der königlichen Familie nannten den Palast bis 1989 ihr Zuhause.

Die Mitglieder der königlichen Familie nannten den Palast Changdeokgung in Seoul von 1412 bis 1989 ihr Zuhause, Südkorea © Atosan / Shutterstock

In Harmonie mit der Landschaft

Auf den ersten Blick erscheinen die insgesamt 13 Bauten des Changdeokgung vielleicht unstrukturiert und wie willkürlich über das Areal verstreut, denn die einzelnen Palastbauten wurden nicht in Reih und Glied, sondern nach den Regeln von Feng Shui in harmonischer Verbindung mit den landschaftlichen Gegebenheiten errichtet.

Der Changdeokgung in Seoul, Südkorea, wird durch das zweistöckige hölzerne Haupttor, das Donhwamun, mit seiner 8 Tonnen schweren Kupferglocke betreten © Vincent St. Thomas / Shutterstoc

Der Changdeokgung wird durch das zweistöckige hölzerne Haupttor, das Donhwamun, mit seiner 8 Tonnen schweren Kupferglocke betreten. Gleich rechter Hand taucht die aus dem Jahr 1411 stammende Geumcheongyo auf, die älteste Brücke in Seoul. Diese führt direkt zum Injeongjeon, dem Thronsaal des Königs. Hier wurden staatliche Zeremonien abgehalten und hohe Gäste empfangen, Audienzen wurden in der Yeon-gyeongdang-Residenz abgehalten.

Im Injeongjeon, dem Thronsaal des Königs im Palast Changdeokgung, wurden staatliche Zeremonien abgehalten und hohe Gäste empfangen, Seoul, Südkorea © tratong / Shutterstock

Für die Regierung und ihre Besprechungen standen die Räumlichkeiten des Seonjeongjeon zur Verfügung. Dieses wurde jedoch bald zu klein für die wachsende Anzahl an Regierungsmitgliedern und so wurde auch die Halle des Huijeongdang, ursprünglich die Privatgemächer des Königs, für Staatsdiskussionen herangezogen. Dieser Bau ist übrigens nicht mehr originalgetreu nachgebaut worden. Nachdem er 1917 durch ein Feuer zerstört wurde, erhielt seine Rekonstruktion eine gehörige Portion an westlichem Einfluss und damit Holzböden, Teppiche, Glasfenster und Kristallluster. Das Gegenstück zum Huijeongdang ist die Daejojeon-Halle, die Residenz der Königin. In seinem Inneren erhalten Besucher einen kleinen Einblick in die royale Welt der letzten Herrscherin der Joseon Dynastie.

Die Giebel der Gebäude sind alle mit mehreren kleinen Figuren geschmückt, die die bösen Geister vertreiben sollen.

Die Giebel der Gebäude im Palast Changdeokgung sind alle mit mehreren kleinen Figuren geschmückt, die die bösen Geister vertreiben sollen, Seoul, Südkorea © Alexander A.Trofimov / Shutterst

Garten als Highlight des Changdeokgung

Die Hauptattraktion des Changdeokgung ist jedoch eigentlich der angrenzende Garten. Er wurde nach der Zerstörung des Palastes durch die Japaner von König Seonjo im Jahr 1609 angelegt. Der hintere Garten (Hiwon) und der geheime Garten (Buwon) umfassen zusammen eine Fläche von etwa 32 Hektar und sind auf den zahlreichen Hügeln märchenhaft angelegt. Früher durfte der kunstvoll angelegte Park nur von der Herrscherfamilie betreten werden. Nachdem der Changdeokgung jedoch seit 1907 keine königliche Residenz mehr ist, darf man sich auch als Normalsterblicher der üppigen Natur des Huwon erfreuen.

Anstatt sich des natürlichen Geländes zu erwehren schmiegen sich die knapp 30 Pavillons im Garten des Changdeokgung in Seoul perfekt in die hügelige Landschaft ein, Südkorea © Parinya Chaiwut / Shutterstock

Anstatt sich des natürlichen Geländes zu erwehren schmiegen sich die knapp 30 Pavillons, Lotusteiche, gepflegten Rasenflächen, Blumenbeete und verschlungenen Pfade perfekt in die hügelige Landschaft ein. Manche der Bäume sind an die 300 Jahre alt und haben schon einige Herrscherperioden miterlebt. Zu Zeiten der Königen wurden im Huwon Paraden, Feste, Bogenschieß-Wettbewerbe und Feuerwerk-Spektakel abgehalten.

Tipp

Der Huwon zeigt sich im Frühling oder im Herbst von seiner schönsten Seite. Entweder wird er von einem blühenden Teppich aus tausenden von Blumen überzogen, oder das Laub der unzähligen Bäume erstrahlt in leuchtenden Gelb- und Rottönen.

Herbstliche Farbenpracht in der prachtvollen Gartenanlage des Königsapalastes Changdeokgung in Seoul, Südkorea © Moo teaforthree / Shutterstock

Die Palastgebäude und der Geheime Garten können im Zuge einer 90minütigen Führung besichtigt werden. Die englischsprachigen Führungen werden etwa um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag abgehalten. Der unglaublich günstige Preis macht einen Besuch des Changdeokgung zum absoluten Muss.

Tipp

Wer plant, zusätzlich zum Changdeokgung auch noch die Paläste Changgyeonggung, Deoksugung und Gyeongbokgung sowie den Schrein Jongmyo zu besichtigen, sollte das Sammelticket für Paläste erstehen.


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